Kategorie: Verein

  • „Wähl Liebe“-Demonstration in Darmstadt: 2.500 Menschen setzen ein starkes Zeichen für Vielfalt und Demokratie

    Fotoalbum von Falk Fleischer

    Darmstadt, 15. Februar 2025 – Unter dem Motto „Wähl Liebe“ versammelten sich am Samstagvormittag rund 2.500 Menschen auf dem Friedensplatz in Darmstadt, um ein kraftvolles Signal gegen Hass und Hetze zu setzen. Die Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Aktion mit insgesamt 55 Demonstrationen in Deutschland und zusammengerechnet über 125.000 Teilnehmenden.

    Der Auftakt der Demonstration wurde von Jörg Ott moderiert, der die Teilnehmer*innen mit organisatorischen Hinweisen einstimmte. Anschließend ergriff Jan Bambach, Vorstandsmitglied von vielbunt e.V., das Wort und machte in seiner Rede deutlich, warum die Rechte queerer Menschen kein selbstverständliches Gut sind, sondern immer wieder verteidigt werden müssen.

    Ein bewegender Appell für Menschenrechte und Demokratie
    Jan Bambach erinnerte an die zunehmende Gewalt gegen queere Menschen und die wachsenden Bedrohungen durch rechtsextreme Strukturen. Er verwies auf die dramatischen Ereignisse beim letztjährigen CSD in Leipzig, bei dem Neonazis versuchten, die Veranstaltung zu stören. Die steigende Anzahl queerfeindlicher Angriffe sei ein alarmierendes Zeichen für die Gesellschaft. „Queere Rechte sind ein Gradmesser für Demokratie. Wer anfängt, Rechte abzubauen, trifft zuerst Minderheiten – und am Ende alle“, betonte Bambach.

    Drei zentrale Forderungen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung:

    1. Grundgesetzlicher Schutz queerer Menschen – Die Identität queerer Menschen muss explizit im Grundgesetz verankert werden.
    2. Sichere Räume für queere Menschen – Schutz- und Beratungsangebote sind essenziell und dürfen nicht weiter finanziellen Unsicherheiten ausgesetzt sein.
    3. Konsequentes Vorgehen gegen Hass und Hetze – Queerfeindliche Gewalt und Hetze müssen entschieden bekämpft werden.

    Demonstrationszug und Redebeiträge aus der Zivilgesellschaft
    Nach der Auftaktkundgebung setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Auf einer Route von etwa zwei Kilometern durch die Darmstädter Innenstadt machten die Teilnehmenden mit Schildern, Bannern und Sprechchören auf ihre Forderungen aufmerksam. Die Demonstration verlief größtenteils friedlich, vereinzelt wurden Teilnehmende jedoch angepöbelt.

    Nach der Rückkehr zum Friedensplatz folgten weitere eindrucksvolle Redebeiträge. Sam Gillessen von der DGB-Jugend Südhessen sprach über die Bedeutung von Freiheit und Sicherheit für alle Menschen und forderte, den Schutz queerer Menschen endlich im Artikel 3 des Grundgesetzes zu verankern. Sonja Götz, ebenfalls Vorstandsmitglied von vielbunt e.V., unterstrich die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung queerer Beratungsstellen und Schutzräume. Han Dittmar vom Gender_Queer-Netzwerk der TU Darmstadt machte auf die alarmierende Zunahme queerfeindlicher Gewalt aufmerksam und forderte entschlossene Maßnahmen gegen rechte Hetze.

    Bundesweite Mobilisierung: 55 Demonstrationen zeitgleich in Deutschland
    Die Veranstaltung in Darmstadt war Teil einer groß angelegten bundesweiten Mobilisierung. Zeitgleich fanden Demonstrationen in 55 Städten statt, bei denen insgesamt über 125.000 Menschen auf die Straße gingen, um sich gegen den Rechtsruck und für eine offene und demokratische Gesellschaft stark zu machen.

    Blick in die Zukunft: Wähl Liebe!
    Die Demonstration in Darmstadt war nicht nur ein Ausdruck des Widerstands gegen Diskriminierung und Hass, sondern auch ein Aufruf an die Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die Organisator*innen appellierten an alle Wahlberechtigten, sich aktiv an der Bundestagswahl am 23. Februar zu beteiligen und mit ihrer Stimme für eine inklusive und demokratische Gesellschaft einzutreten.

    Rede Jan Bambach

    Liebe Menschen. 28°, Sonnenschein, T-Shirt-Wetter und beste Laune. Das war der Samstag, 17. August 2024, während unseres Christopher Street Days in Darmstadt letztes Jahr.

    Während wir hier bunt und sicher standen, konnten wir für einen Augenblick vergessen, was alles aktuell in diesem Land abgeht. Wir hatten einen sicheren Raum für uns und konnten ungestört wir selbst sein. Die zahlreichen Bilder, die wir auch noch auf unserer Website haben, bezeugen das. Doch das waren nicht die, die wir im Anschluss im Spiegel, in der Zeit oder gar in der Tagesschau sahen.

    An diesem Tag fand zeitgleich der CSD in Leipzig statt. Hunderte Neonazis folgten dort dem Aufruf, den CSD zu stören. Teilnehmende pöbelten, brüllten queerfeindlich, zeigten NS-Symbolik und teilweise auch Hitlergrüße. Es lief uns eiskalt den Rücken herunter. Als ich hier auf dem Platz gegenüber vor einem halben Jahr noch zu Beginn des Tages Solidarität mit den Menschen unserer Community ausdrückte, wusste ich selber noch nicht, was sie da ertragen müssten.

    Eigentlich dürfte es uns nicht überraschen. Wir leben in einem Land, in dem queere Menschen über Jahrzehnte kriminalisiert wurden. In dem der § 175 mehr als 120 Jahre lang für Verhaftungen und gesellschaftliche Ächtung sorgte. In dem Schwule und Lesben noch in den 90ern mit „moralischen Bedenken“ aus ihren Jobs gedrängt wurden. Wer glaubt, dass die Rechte von queeren Menschen gesichert sind, weil es die Ehe für alle gibt oder das Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet wurde, übersieht die Realität. Hass und Hetze nehmen zu, queerfeindliche Gewalt steigt, und es gibt Parteien, die gezielt daran arbeiten, queere Errungenschaften wieder zurückzudrehen.

    Das macht zunächst hilflos. Doch nicht lange. Im Oktober haben sich alle CSD-Vereine in Deutschland in Nürnberg getroffen. Es ist etwas passiert, was noch nie zuvor passiert ist: Bei der Frage, ob man sich vereint für ein gemeinsames Slogan aller CSDs im Jahr 2025, gingen alle Hände nach oben.

    Wir stehen dieses Jahr vor einer Wahl:

    Nehmen wir es hin, wenn unsere Rechte nicht weiter ausgebaut oder nicht geschützt werden?

    Nehmen wir es hin, wenn unsere Identitäten durch Gender-Verbote unsichtbar gemacht werden?

    Nehmen wir es hin, wenn unser Schutz zur Verhandlungsmasse wird im Rahmen von Koalitionsgesprächen?

    Nehmen wir es hin, wenn man fordert, mehr Milei oder Musk zu wagen, wenn der eine Hassgewalt schützt und Demonstrationen zerschlagen lässt, der andere vielleicht Hitlergrüße zeigt, aber definitiv nicht nur das eigene trans Kind terrorisiert, sondern dabei hilft, die Rechte von trans Personen in einem ganzen Land wegzunehmen?

    Nehmen wir es hin, wenn man nachvollziehen kann, dass für die USA nur noch zwei von Geburt an gegebene Geschlechter existieren, dadurch nicht-binäre Personen ihre Pässe verlieren, von heute auf morgen möglicherweise nicht mehr ausreisen können, oder trans* Personen durch das Vorenthalten von medizinischer Hilfe gefährdet werden?

    Nehmen wir es hin, wenn ein Rückschritt, droht der mühsam erkämpfte Errungenschaften gefährdet?

    Wir haben in Nürnberg unsere Hand für eine gemeinsame Kampagne gehoben, weil das aufhören muss, sich gegenseitig bei der Menge der geforderten Grenzen und Einschränkungen für Minderheiten zu überbieten.

    Wir haben unsere Hand gehoben, weil das aufhören muss, sich gegenseitig bei der Anzahl der Geschlechter zu unterbieten und Selbstbestimmung einzuschränken.

    Wir haben unsere Hand gehoben, weil wir das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, auf gleiche Chancen, auf ein Leben ohne Angst fordern.

    Weil wir dort, wo andere nur schwarz-weiß sehen, den Regenbogen sehen.

    Weil wir sagen: wähl nicht Hass, sondern wähl Liebe.

    Liebe Menschen. 2°, bewölkt, Winterjackenwetter. Wir stehen trotzdem da und so werden wir den 15. Februar 2025 in Erinnerung behalten. Gemeinsam. Sicher. In 55 Städten in Deutschland gleichzeitig. In jeder Stadt aus demselben Grund. „Wähl Liebe.“ Seit wann spielt Liebe in der Politik eine Rolle? Seit immer! Einige Menschen sagen zu dieser „Liebe“ eben „Liebe“. Andere Menschen sagen dazu aber: „sozial“. Oder „Christlich“. Oder „grün“. Oder „liberal“. Oder „antifaschistisch“. In diese Reihe passt etwas, was sich als „Alternative“ zu diesen Dingen sieht, nicht rein. Denn das, was diese anderen Begriffe verbindet, ist die Liebe zur Demokratie.

    Haben wir nicht andere Probleme?

    Natürlich gibt es viele Themen, die uns bewegen: Wirtschaft, Außenpolitik, soziale Gerechtigkeit. Doch queere Rechte sind kein Luxusproblem. Sie sind ein Gradmesser für Demokratie. Wer anfängt, Rechte abzubauen, trifft zuerst Minderheiten – und am Ende alle. Wir wollen für diese Wahl drei Dinge:

    Wir wollen ein Grundgesetz, das schützt.

    Queere Menschen verdienen denselben Schutz wie alle anderen. Doch unsere Identität steht nicht im Grundgesetz. Das muss sich ändern – bevor es zu spät ist!

    Wir wollen sichere Räume, die Leben sichern.

    Jugendzentren, Beratungsstellen, Schutzräume – sie sind kein Lametta gegen Langeweile, sie unterstützen und retten Leben. Doch sie kämpfen ums Überleben. Wir fordern: stabile Finanzierung statt ständiger Existenzangst!

    Wir wollen Schluss mit Hass.

    Queerfeindliche Gewalt nimmt zu, Hetze wird salonfähig. Wer Menschen schützen will, muss Hetze stoppen. Wer mit Hass Politik macht, stellt sich gegen die Demokratie.

    Mit diesen drei Forderungen müssen wir die Mehrheitsgesellschaft erreichen! Wir dürfen nicht darauf hoffen, dass 40 oder 50 Prozent im Bundestag ausreichen – wir brauchen eine überwältigende Mehrheit, die für Demokratie, für Menschenrechte, für uns einsteht!

    Das bedeutet: Wir müssen aufeinander zugehen. Wir müssen reden. Nicht, um über unsere Rechte zu verhandeln – denn die sind nicht verhandelbar! Sondern, um klarzumachen, dass eine Gesellschaft, in der alle sicher sind, am Ende allen nutzt.

    Das ist nicht immer einfach. Es wird unangenehme Gespräche geben. Aber wir müssen sie führen – mit unseren Nachbar*innen, mit Freund*innen, mit unserer Familie. Wir müssen ihnen erklären, warum es nicht egal ist, ob und wo sie ihr Kreuz machen. Warum es nicht reicht, einfach nur „gegen etwas“ zu sein, sondern dass wir für etwas eintreten müssen: für eine Gesellschaft, die niemanden ausschließt! Für eine Zukunft, in der Menschenrechte nicht zur Diskussion stehen!

    Es geht dieses Jahr um mehr als zwei Kreuzchen. Die Bundestagswahl 2025 ist eine Richtungswahl: Werden die Rechte von LSBTIQ verteidigt oder zurückgedreht? Werden wir als gleichwertig anerkannt oder unsichtbar gemacht?

    Deshalb sagen wir: Wer Hass wählt, verliert Freiheit. Wer Angst sät, erntet Unsicherheit. Aber wer Liebe wählt, bekommt menschenfreundliche Politik, Sicherheit für alle und macht Schluss mit Hass. Wählt eine Zukunft, in der Vielfalt nicht verhandelt wird. Wählt eine Demokratie, die schützt! Wählt Liebe.

    Rede Sam Gillessen

    Liebe Kolleg*innen, liebe Freund*innen,

    es ist so wichtig, dass wir gerade hier stehen und ein Zeichen für eine vielfältige Gesellschaft setzen. Dass wir hier stehen, nachdem letzte und vorletzte Woche zwei Mal mehr als 10.000 Menschen in Darmstadt gegen rechte Hetze auf den Straßen waren, gibt mir Hoffnung.

    Eine der Forderungen, wegen der wir hier stehen, ist eine Gesellschaft, die Freiheit und Sicherheit für alle bietet. Mir fiel es etwas schwer, das greifbar zu machen, weil ich erstmal überlegen musste, was Freiheit und Sicherheit für mich bedeuten.

    Freiheit bedeutet in erster Linie, selbstbestimmt leben zu können. Ich konnte am 13.11.2024 endlich als nichtbinäre Person meinen Vornamen und Geschlechtseintrag ändern. Und das wurde verdammt nochmal endlich Zeit! Von Faschisten und ihren konservativen Freund*innen gibt es nun Rufe, das Selbstbestimmungsgesetz wieder abzuschaffen. Dazu sagen wir ganz klar: Angriffe auf unsere Selbstbestimmung nehmen wir nicht hin!

    Freiheit bedeutet nämlich auch die Wahrung der Grundrechte. Wenn wir uns die Gewalt gegen Demonstrierende in Riesa anschauen, muss ich an dieser Stelle betonen: Das gilt auch für das Recht auf Versammlungsfreiheit! Die Gewalt und Diskriminierung gegen uns als queere Menschen hat in den letzten Jahren zugenommen. Wenn wir wirklich die Grundrechte wahren wollen, muss endlich der Schutz von queeren Menschen ins Grundgesetz aufgenommen werden!

    Denn Freiheit bedeutet Freiheit von Diskriminierung. Mindestens 40% der in Studien befragten trans Menschen erleben regelmäßig Diskriminierung am Arbeitsplatz. Hier gibt es noch so verdammt viel zu tun! Wir müssen die betriebliche Mitbestimmung ausbauen, denn starke Betriebs- und Personalräte können bei Diskriminierung vor Ort unterstützen. Der Gesetzgeber muss Beschwerdestellen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz stärken, damit es direkte, geschulte Ansprechpersonen in den Betrieben gibt. Und insbesondere brauchen wir einen gesellschaftlichen Wandel zu einer vielfältigen Gesellschaft!

    Ich komm nun zum Thema Sicherheit.

    In München ist vorgestern ein Mann in eine gewerkschaftliche Streikdemo gefahren. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, Angehörigen und den Kolleg*innen vor Ort. Als Mitarbeiter*in des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist es schwer, mit anzusehen, wie diese Tat gerade für rassistische Sicherheitsdebatten instrumentalisiert wird. Rassistische Abschiebewettbewerbe bringen niemandem etwas und richten sich am Ende auch gegen uns, weil dadurch Faschisten gestärkt werden. 

    Gewalt gegen uns als queere Menschen geht vor allem von rechts aus. Das erleben wir doch alle tagtäglich, dass sich die Lage in den letzten Jahren durch rechte Diskurse verschlimmert hat. Und wir haben das auch bei den rechten Hetzkampagnen gegen die CSDs beispielsweise in Bautzen, Eisenach erlebt, aber auch bei den Angriffen auf die CSDs in Köln und Berlin. Diese Enthemmung wurde möglich durch die ständige Hetze, die vor allem durch die sogenannte AfD normalisiert wurde: Beatrix von Storch konstruiert eine angebliche Translobby und spricht bei geschlechtsangleichenden Behandlungen von Verstümmelung. Das ist widerlich! 

    Faschisten und ihre Verbündeten zu stärken, ist fatal!  Es darf keine Zusammenarbeit mit denen geben, die unsere Demokratie abschaffen wollen. Es darf keine Zusammenarbeit mit denen geben, die spalten, ausgrenzen und Menschen systematisch entrechten wollen! Ich zitiere dazu aus Qualityland von Marc-Uwe Kling: „Man besiegt die verdammten Wölfe nicht, indem man mit ihnen heult. Wir können die Rechten nicht schlagen, indem wir rechte Parolen grölen. […] Wenn die Leute Scheiße wählen wollen, werden sie immer die Original-Markenscheiße wählen und nicht die aufgewärmte Instant-Scheiße“.

    Wenn wir wirklich Sicherheit wollen, müssen wir rechte Akteur*innen konsequent bekämpfen. Und das erreichen wir eben durch SOZIALE Sicherheit! Rechte nutzen wirtschaftliche Unsicherheiten, um Sündenböcke zu schaffen. Wenn wir den Faschisten ihren Nährboden für ihre Hetze entziehen wollen, brauchen wir sichere Arbeit, gute Löhne, starke Tarifverträge, betriebliche Mitbestimmung und verdammt nochmal Umverteilung! Dafür kämpfen wir gemeinsam, in Schulen, Betrieben und Unis.

    Wählen ist wichtig, setzt euer Kreuz am 23. Februar an der richtigen Stelle! Aber das reicht nicht: engagiert euch weiterhin, egal ob in Gewerkschaften, Parteien, Vereinen oder sozialen Bewegungen! Lasst uns gemeinsam zeigen: Wir stehen GEMEINSAM und entschlossen für eine bessere Welt!

    Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov –  so hießen die Menschen, die bei dem rassistischen Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 ermordet wurden. Heute findet dazu die zentrale Kundgebung in Hanau ab 16 Uhr statt. Wir reisen gemeinsam ab 14:15 Uhr vom Hauptbahnhof an: schließt euch uns an und zeigt, dass wir uns nicht spalten lassen, dass wir gemeinsam gegen rechte Gewalt und an der Seite von Betroffenen stehen. Danke!

    Rede Sonja Götz

    “Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.”

    Dieses Zitat stammt von Gustav Heinemann, dem dritten Bundespräsidenten Deutschlands, der die CDU mitbegründete und sich später der SPD anschloß. Heinemann setzte sich für sozial Ausgegrenzte ein und trug mit dazu bei, dass der Paragraph 175 abgeschafft wurde, der Ehebruch und männliche Homosexualität zu einer Straftat machten.

    Dass wir uns heute hier versammeln müssen, zeigt deutlich, wie es um den Wert, die Menschlichkeit unserer Gesellschaft bestellt ist. 

    Denn leider sind es auch die schwächsten Glieder einer Gesellschaft, bei denen sich Hass und Gewalt entladen. In Zeiten gesellschaftlicher Spannungen trifft es zuerst die, die sich am wenigsten wehren können. Das war unter den alten Nazis so, und es ist bei den neuen nicht anders.

    In der Praxis sieht das so aus, dass Menschen und ganze Menschengruppen zu Zielscheiben gemacht werden. Allerdings nicht diejenigen, die für die Spannungen verantwortlich sind, sondern jene, die sich am wenigsten wehren können. Die sich eignen, um von den eigentlichen Missständen abzulenken, um als Ventil zu dienen, als Blitzableiter, bei dem sich der aufgestaute Hass entladen kann.

    Wir sehen das bei Menschen mit Migrationshintergrund und bei queeren Menschen, insbesondere Transpersonen. 

    Die CDU will das hart erkämpfte Selbstbestimmungsgesetz kippen, die AfD Unterstützung für trans Jugendliche kriminalisieren und die Ehe für alle wieder abschaffen, AfD und CDU gehen gegen das Gender vor – nur, welche gesellschaftlichen Probleme werden damit gelöst? Keines. Absolut keines.

    Aber wir sind eine bequeme Projektionsfläche. Wir sind nicht viele, laut Statistischem Bundesamt stellen queere Menschen 3-5% der Wahlberechtigung. Und queer zu sein, kann auch viel Kraft kosten, Kraft die wir dann nicht haben, um uns auch noch gegen Hetze und Gewalt von rechts zu verteidigen. Genau deshalb braucht es Akteure wie Vielbunt. Wir schaffen Strukturen, die Halt geben, Räume, die Schutz bieten, die zeigen: Du bist nicht allein. 

    Wir helfen, so gut wir können, mit den Herausforderungen umzugehen, die ein queeres Leben mit sich bringen kann, und das können einige sein.

    Nicht-binäre Menschen sehen sich mit starren Geschlechterrollen konfrontiert und einer Sprache, die für sie noch keine Pronomen kennt. Stichwort Gendern.

    Bisexuelle Personen müssen sich immer wieder anhören, sie könnten sich nicht entscheiden.

    Transpersonen mussten, als es das Selbstbestimmungsgesetz noch nicht gab, teure Gutachten und Gerichtsverfahren hinter sich bringen, bis 2011 wurden wir gezwungen, uns sterilisieren zu lassen, wenn wir unseren Personenstand ändern lassen wollten.

    Der Paragraph 175, der ab 1871 Homosexualität unter Männern zu einer Straftat machte, wurde erst 1994 abgeschafft, erst 2004 wurde laut Hessenschau der letzte “175er” aus dem Gefängnis entlassen, und “das ist ja schwul” wird auch heute noch abwertend verwendet.

    Das sind nur ein paar Beispiele für Themen, mit denen sich queere Menschen beschäftigen müssen und für deren Verbesserung wir uns einsetzen.

    Unsere Räume sind deshalb viel mehr als ein Ort mit vier Wänden. Für queere Menschen aller Altersstufen sind sie Orte des Ankommens, des Verstehens, der Sicherheit und des Austauschs. Und dieser Austausch ist wichtig, denn es ist eben keine Selbstverständlichkeit, dass Männer heute Männer lieben und heiraten dürfen. Dass Menschen sich nicht mehr sterilisieren lassen müssen, damit sie ihren Namen ändern dürfen. 

    Diese Dinge, die selbstverständlich sein sollten, mussten erkämpft werden. 

    Und auch diese Räume zu schaffen und zu verankern, in unseren Städten, in unserer Gesellschaft, in unseren Rechten, auch das ist ein Kampf.

    Obwohl es Aufgabe der Regierung ist, für den Schutz von Minderheiten zu sorgen, entzieht sie sich seit Jahrzehnten mehr und mehr dieser Verantwortung. Immer mehr Last wird von Menschen im Ehrenamt geschultert, wenn Gelder gestrichen werden, bleiben oft nur noch Spenden oder die Mitgliedsbeiträge, um Angebote finanzieren zu können.

    Es braucht also dringend wieder verlässliche, nachhaltige Konzepte, wie unsere Angebote finanziert werden können. Gerade bei Projekten, die Menschen Schutz, Sicherheit und Halt geben, ist es fatal, wenn aufgrund unsicherer Finanzierung die Angebote plötzlich wegbrechen. Dabei liegt noch ein weiter Weg vor uns!

    Paragraph 175 wurde zwar abgeschafft, es gibt im Moment die Ehe für Alle und das Selbstbestimmungsgesetz, aber ich sage bewusst “im Moment”.

    Denn alles, was wir erreicht haben, kann uns auch wieder genommen werden.

    In mehreren Bundesländern wurde ein Verbot der gendergerechten Sprache angekündigt, in Bayern und auch in Hessen ist es inzwischen in Kraft.

    Dass die Antidiskriminierungsstelle das als verfassungsrechtlich problematisch sieht, scheint egal zu sein.

    Zitat von Ferda Atama, Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung im ZDF:

    “Menschen zu verbieten, inklusive Sprache zu verwenden, ist ein Rückschritt ins letzte Jahrhundert. Der Staat sollte Respekt und Toleranz fördern, nicht verbieten.

    Aber was Ferda Atama zu Recht als Rückschritt anprangert, bezeichnen andere als Fortschritt.

    Vor zwei Jahren wurde in den USA das Recht auf Abtreibung aufgehoben, die Säuglingssterblichkeit stieg danach um bis zu 7%.

    Der neue Präsident der Vereinigten Staaten hat Transpersonen bereits an seinem ersten Tag im Amt die Daseinsberechtigung abgesprochen, die Ehe wird als Verbindung von Mann und Frau definiert. Sein Schattenpräsident Elon Musk sympathisiert ganz unverhohlen mit Alice Weidel von der AfD.

    Die AfD, die bereits 2018 versucht hat, die Ehe für Alle wieder abzuschaffen und auch jetzt mit diesem Vorhaben wieder in den Wahlkampf zieht. 

    Die AfD, die mit Hetze gegen Transpersonen erfolgreich auf Stimmenfang geht, wie die Wahlergebnisse und die zunehmende Gewalt gegen Transpersonen auf brutale Weise zeigen.

    Aber wir wehren uns! Wir lassen uns nicht mundtot machen und wir geben nicht kampflos all das auf, wofür so lange und so hart gekämpft wurde!

    Wir lassen uns nicht als Blitzableiter missbrauchen, an dem sich gesellschaftlicher Frust entlädt, während die Probleme ungelöst bleiben.

    Auch deshalb ist unser Widerstand so wichtig, denn er zwingt die Verantwortlichen, Farbe zu bekennen.

    Wir machen deutlich: Es geht den Faschisten nicht um Lösungen. Sie wollen eine Gesellschaft, die ihrer konservativen Ideologie entspricht – und dafür sind sie bereit, über Leichen zu gehen. Und das ist nicht nur eine Redewendung: Körperliche und seelische Gesundheit queerer Menschen, vor allem Jugendlicher, leiden unter der Gewalt, mit fatalen  Folgen. Eine Studie in der Schweiz kam zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Suizid zu begehen, bei queeren Menschen 4mal höher ist als beim Rest der Bevölkerung. Jede Form von Unterstützung – sei es medizinische Hilfe, Beratungsangebote oder eben auch Schutzräume – wirkt dem entgegen, sie rettet Leben. Wer uns diese Unterstützung nehmen will, sagt also ganz klar: Ein Recht auf Leben hat nur, wer in mein Weltbild passt. 

    Aber das ist keine Politik. Das ist Menschenverachtung. Wer Menschen ihre Rechte entzieht, wer sie entmenschlicht, gibt sie der Vernichtung preis. Und es ist keine hundert Jahre her, da wurde schon einmal von “lebensunwertem Leben” gesprochen und am Ende hatten Millionen ihr Leben verloren.

    Aber Geschichte muss sich nicht wiederholen!

    Wir können, wir müssen uns dem entgegenstellen!

    Deshalb sind wir heute auf der Straße. Wir zeigen, es gibt eine echte Alternative!

    Wir wählen nicht den Hass – wir wählen Liebe! Wir wählen Solidarität! Wir stehen zusammen, wir kämpfen füreinander, wir schützen einander! Denn nur, wenn wir uns gegenseitig stärken, entziehen wir dem Hass seinen Nährboden. Und nur gemeinsam können wir eine Zukunft bauen, in der alle Menschen – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft, Identität oder Liebe – frei und sicher leben können.

    Dafür fordern wir das Ende der Gewalt. Wir fordern einen entschlossenen Kampf gegen rechts und all jene, die unsere demokratische Gesellschaft zerstören wollen. 

    Wir fordern ein klares Bekenntnis zu den Werten, die unsere Gesellschaft stark machen: Menschlichkeit, Vielfalt, Respekt, Schutz von Minderheiten. Und diese Forderung geht an alle Parteien, die sich demokratisch nennen, nicht nur an die CDU.

    Denn für eine demokratische Regierung wird es ein breites Bündnis brauchen. Entsprechend sind alle Parteien gefordert, sich bei den entsprechenden Verhandlungen von der Menschlichkeit leiten zu lassen.

    Auch SPD und Grüne haben in der Vergangenheit leider immer wieder gezeigt, dass der Kampf für queere Rechte an Wichtigkeit verliert, wenn es um Koalitionen geht.

    Dafür haben 2018, als die AfD versuchte, die Ehe für Alle wieder abzuschaffen, 75 Abgeordnete der CDU FÜR eine Öffnung der Ehe gestimmt! 

    Hier auch noch einmal als Erinnerung, im Artikel 38 steht (leider noch ungegendert) zu unseren Abgeordneten:”Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.”

    Gewissen statt Fraktionszwang. Menschlichkeit statt Machtpolitik!

    Lasst uns das fordern, laut und sichtbar! Und lasst uns niemals aufhören, füreinander einzustehen!

    Rede Han Dittmar

    Auch diese Rede wird leider schmerzhaft. Bestimmt gibt es unter uns solche, die gerade nicht noch eine Erinnerung an die vielen Schläge der letzten Jahre gegen unsere Demokratie und die queere Community verkraften wollen. Euch möchte ich den Raum geben, auch hier auf der Demo auf euch aufzupassen und lieber erst dann wieder zuzuhören, wenn wir gemeinsam laut werden und Hoffnung tragen.

    Mir ist nur zu bewusst, dass viele diese Wahl nicht immer haben, dass wir uns im Alltag nicht immer aussuchen können, ob wir uns mit Hass auf unsere Lebensweisen auseinandersetzen wollen oder nicht. Manche von uns können closeted bleiben, halten es in bestimmten Situationen aus, nicht mit anderen darüber zu reden, wie sie fühlen. Andere würden sich damit zu viel Gewalt antun, tragen ihre Queerness schon notgedrungen nach außen, unabhängig davon, dass sie es den Hatern vielleicht auch einfach nicht gönnen, sich deretwegen zu verstecken. Viele von uns haben das lang und sehnlich erwartete Selbstbestimmungsgesetz genutzt. Bei aller Freude über den Rahmen für mehr Authentizität führt das in Situationen von Ausweiskontrollen, bei Reiseplänen ins Ausland, bei Ärzt*innen oder bei der Beantragung neuer Dokumente potentiell auch zu Schwierigkeiten und lässt Leuten nicht mehr die Wahl, sich als cis-geschlechtliche Bürgis lesen zu lassen. Und viele weitere von uns hatten nie die Möglichkeit überhaupt eine Abwägung zu treffen, weil sie nicht nur queer sind, sondern zum Beispiel auch sichtbar oder unsichtbar behindert, weil sie Unterstützung nutzen und dabei darauf angewiesen sind, in ihren Bedürfnissen für voll genommen zu werden, das aber leider viel zu oft nicht werden. Viele hatten nicht die Möglichkeit, Einfluss darauf zu nehmen, wie Menschen sie lesen, weil sie rassifiziert werden und damit in einer rassistischen Gesellschaft immer als „Andere“ aufgefasst werden, selbst wenn sie vielleicht willens wären, sich an cis-hetero-Normen anzupassen, oder weil sie auf der Flucht sind und einem rassistischen Staat erstmal beweisen müssen, dass sie queer genug sind, um bleiben zu dürfen, dass die vielschichtige Gewalt, die ihnen hier droht, weniger schlimm ist als die, die sie oder ihre Angehörigen in ihrem Herkunftsland erfahren haben.

    In dieser Einleitung sehen wir sofort, wie vielschichtig das Thema von queerfeindlicher Gewalt ist.

    Auch wenn zumindest Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bereits im Grundgesetz verboten ist und die Verfolgung queerer Menschen theoretisch ein anerkannter Fluchtgrund ist, heißt das nicht, dass der Staat nicht selbst daran teil hätte, uns Gewalt anzutun. Expert*innen gehen davon aus, dass 90 % der queerfeindlichen Hasskriminalität gar nicht erst statistisch erfasst werden können. Ein Grund dafür ist, dass viele Queers sich gar nicht trauen, mit Gewalterfahrungen zur Polizei zu gehen, weil wir damit rechnen müssen, dass viele Polizist*innen Teil des Problems sind.

    Und trotz dieser Einschätzung sind die Zahlen viel zu hoch und steigen bisher unaufhörlich. 2023 – für letztes Jahr habe ich noch keine Statistik gefunden – sind in Deutschland 1785 Straftaten gegen LSBTIQ* Personen begangen worden. Das sind 50 % mehr als im Jahr davor. Am häufigsten sind wir Beleidigungen, Gewalttaten, Volksverhetzung, Nötigung und Bedrohungen ausgesetzt. Bei den Gewalttaten wurden 212 Opfer festgestellt, mehr als eines alle zwei Tage! Allein in Hessen ist die Zahl der Vorfälle zwischen 2022 und 2023 um 66 % gestiegen, 42 % der Fälle sind Körperverletzungen. Und das sind eben nur die Zahlen ohne Dunkelziffer.

    Berlin hat im Dezember den dritten Monitoringbericht zu queerfeindlicher Gewalt vorlegt. In einer Gesellschaft, die uns konstant kleinredet, zu einer Minderheit macht, die zu berücksichtigen den Aufwand nicht wert ist, sind solche Instrumente enorm wichtig. Sie machen eine abstrakte Zahl von Übergriffen verständlich. Sie zeigen den Verantwortlichen, diese Zahlen sind die Menschen, für die du zuständig bist und die deine Politik betrifft. Wenn wir durch ausführliche Berichte verstehen, in welchem Kontext Übergriffe stattfinden, wer dabei auf wen abzielt, ob und wie Taten verfolgt werden, können wir Konzepte erarbeiten, um einen besseren Schutz von Betroffenen zu erreichen.

    Berlin ist das einzige Bundesland, das so ein Instrument hat.

    Der Schutz von queeren Menschen darf nicht Ländersache bleiben. So gern ich mir ein queeres Utopia vorstelle, kann es nicht angehen, dass Queers bereits abwägen müssen, in welchem Bundesland sie sich sicher genug fühlen, um dort leben zu wollen. Es kann nicht sein, dass Bundesländer, die nicht mehr zu unserem Schutz beitragen, damit „belohnt werden“, dass wir Queers uns selbstständig zurückziehen und den Leuten, die im Land bleiben,  die Chance entziehen, mit uns zu leben und Vorurteile abzubauen. Gefahr für Leib und Leben darf nicht dazu beitragen, dass wir auch räumlich gespalten werden, wenn wir es politisch bereits in erschreckendem Ausmaß sind.

    Wir haben bei den letztjährigen CSDs bereits gesehen, wie sich diese räumliche Trennung auswirkt. Viele CSDs, gerade in kleineren Städten, waren überschattet davon, dass Menschen besorgt waren, durch die Sichtbarkeit noch angreifbarer zu werden; nicht nur bei der Pride Parade, sondern auch danach, wenn sie sich dort mindestens als Sympathisant*in gezeigt haben und nicht mehr von der Menge geschützt werden.

    Die rechten Kräfte wissen, wie die Kräfteverhältnisse vor Ort liegen und dass sie wenig dafür zu befürchten haben, wenn sie ihren Hass auf die Straßen tragen, nur weil wir frei sein wollen. Solange die Lage so prekär ist, müssen wir zusammen halten, solidarisch miteinander sein, Gegenmacht aufbauen.

    Ich sage „solange“, nicht weil ich denke, dass das jetzt nur mal kurz so ist, dass früher alles besser gewesen sei oder dass sich das bald wieder hat. Sondern weil ich daran glauben will und muss, dass irgendwann alles, was wir uns erkämpft haben, nicht mehr mit so vielen Rückschritten einher geht und dass Liebe gegen Hass gewinnt.

    Das ist aber kein Kampf, den wir alleine führen können oder müssen sollten.

    Wir fordern dabei Unterstützung von der Politik, nicht nur auf der Länderebene, sondern auch auf der Kommunalebene, indem unsere queeren Zentren und Initiativen erhalten bleiben und weiterhin finanzielle Förderung bekommen. Und indem queere Lebensrealitäten auch in der Pflege, im Sport und in der Bildung und Beratung berücksichtigt werden und solche Angebote allen zugänglich gemacht werden, ob in der Stadt oder auf dem Land.

    Wir fordern Support auch im digitalen Raum, wo seit Jahren Rechte über Zensur krähen, aber zunehmend linke und queere Inhalte „aus Versehen“ gesperrt, unbegründet gelöscht oder sogar offen verboten werden, während Hasskriminalität im Netz selbst unter Klarnamen in aller Regel folgenlos bleibt. Wir fordern die Zugänglichkeit von queeren Inhalten, gerade auch für junge Menschen, die sich damit selbst erkunden. Und dabei einen besseren Schutz vor Hassrede und Falschinformation durch eine konsequente Umsetzung des Digital Services Act.

    Wir fordern Unterstützung auch auf internationaler Ebene, indem nicht Staaten zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden, nur weil sich dort ein neues illegitimes Regime stabilisiert, sondern die Schutzbedürftigkeit von queeren Geflüchteten anerkannt wird und Politiker*innen sich auch gegenüber anderen Staaten und in der Entwicklungszusammenarbeit proaktiv klar zum Schutz von LGBTQIA+ bekennen.

    Wir fordern Rückhalt auf der Bundesebene, wo unser Existenzrecht nicht zur Debatte stehen, sondern unbedingt geschützt werden muss und wo Leute nicht darüber nachdenken sollten, wie man die Rechten durch Einschränkungen des SBGG und eine potentielle Neuauflage der Rosa Listen aus der NS-Zeit vielleicht ein bisschen glücklicher machen kann, sondern lieber darüber, wie sie queerfeindliche Einstellungen in der Bevölkerung abbauen können, wie sie es hasserfüllten Menschen erschweren, an Waffen zu kommen und wie sie dafür sorgen können, dass die Sicherheitsbehörden unser Vertrauen verdienen.

    Um eine Chance zu haben, dass all diese Forderungen umgesetzt werden, sind wir darauf angewiesen, dass Parteien regieren, denen queeres Leben kein Dorn im Auge ist und denen etwas am Erhalt und der Förderung einer demokratischen Rechtsstaatlichkeit liegt. Dafür müssen wir uns auch innerhalb der queeren Community und mit unserem Umfeld zusammenraufen und aktiv für Parteien eintreten, die unser aller Freiheit wahren wollen. Und wenn es nur im eigenen Interesse ist, weil wir beobachten können, wie nach den Rechten der am prekärsten Lebenden nach und nach auch immer mehr Rechte von weiteren Bevölkerungsgruppen einkassiert werden:

    Wenn ich selbst nicht schwanger werden kann, darf es mir nicht egal sein, wenn Parteien am Straftatbestand Schwangerschaftsabbruch festhalten. Wenn ich mir keine Kinder wünsche, darf es mir nicht egal sein, wenn Parteien queeren Familien die Anerkennung ihrer Verwandtschaft verwehren. Wenn ich lesbisch bin, darf es mir nicht egal sein, wenn Parteien transfeindliche Standpunkte vertreten. Wenn ich mich als trans-Mann identifiziere, darf es mir nicht egal sein, wenn Friedrich Merz Donald Trump „verstehen kann“, wenn der nur zwei Geschlechter anerkennt.

    Wir alle tragen Verantwortung füreinander, betroffen oder nicht, wenn wir nächste Woche wählen gehen und damit der Politik sagen, was und wer uns wichtig ist.

    Lasst uns diese Entscheidung bewusst treffen!

    Lasst uns mit unserem Kreuz auf dem Wahlzettel ein Zeichen gegen Hass und Hetze und für die Liebe setzen!

    Und lasst uns nach der Wahl zusammenkommen, und uns, egal was dabei rauskommt, gegenseitig stützen.

    Danke.

    Fotos von Falk Fleischer

  • 06.12.: Young and Proud auf dem Weihnachtsmarkt

    Young and Proud, die neue Veranstaltungsreihe für junge Menschen bis 27 Jahre geht weiter. Im Dezember gehen wir gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt in Darmstadt. Wir treffen uns um 19 Uhr am weißen Turm.

  • 15.11. 18 Uhr: Queerer Jugendverband sucht Dich! (14-27 Jahre)

    Wir wählen einen neuen Jugendvorstand! Dazu laden wir zu einem kleinen Kennenlerntreff davor ein. Wenn Du neu im Verein bist und Anschluss an junge Leute suchst, komm gerne vorbei und lern uns kennen 🌈 . Wir planen Pizza im Anschluss zu bestellen 🍕

  • AG SCHLAU Schnuppersitzung

    Am 25. November ab 19:15 Uhr lädt die AG SCHLAU Darmstadt zur Schnuppersitzung im Queeren Zentrum Darmstadt ein (Oetinger Villa). Es gibt viel leckere Pizza und spannende Infos zum Projekt. Hast du Lust dich ehrenamtlich einzubringen? Vielleicht ist das queere Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU genau das Richtige für dich! Komm einfach unverbindlich vorbei und lerne das Team kennen und schnupper in die Abschlusssitzung von 2024 rein. 

    Was ist SCHLAU?

    Wir haben bei SCHLAU Darmstadt das Ziel, Jugendliche über sexuelle und romantische Orientierungen und geschlechtliche Identitäten zu sensibilisieren und darüber ins Gespräch zu kommen. Dabei geben wir ~120-200 minütige Workshops an Schulen in Darmstadt und Umgebung. Manchmal geben wir auch Workshops für andere Jugendgruppen wie Azubis oder Vereinsgruppen. Hierbei greifen wir auf einen Methodenkoffer zurück, den neue Teamende in einigen möglichen Hospitationen hautnah erleben und kennenlernen, bis sie ihn vielleicht irgendwann selbst im 2er Team einsetzen können. Die Workshops finden nämlich immer mit zwei SCHLAU Teamenden und ohne die Lehrkraft oder Aufsichtsperson statt. Wichtig zu beachten ist, dass die Teamenden auch immer einen biografischen Teil im Workshop haben und kurz frei von ihrem Coming-Out erzählen. 

    Bei Interesse kannst du gerne am 25.11.24 um 19:15 Uhr reinschnuppern. Dort erzählen wir auch nochmal mehr vom Projekt. Bei Fragen kannst du uns gerne bei schlau@vielbunt.org schreiben.

    Mehr Infos gibt es auch unter https://www.vielbunt.org/schlau-darmstadt/

  • LSBT*IQ-Flüchtlingsarbeit: Projekt Rainbow Refugees steht vor dem Aus.

    vielbunt e.V. und die AIDS-Hilfe Darmstadt e.V. unterstützen mit dem Projekt “Rainbow Refugees Darmstadt” seit 2015 LSBT*IQ Flüchtlinge in Darmstadt und den umliegenden Landkreisen. Dies betrifft auch Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen und in der Abschiebungshafteinrichtung Darmstadt-Eberstadt.

    Gemeinsam mit AIDS-Hilfen in anderen Städten wird so die flächendeckende Beratung und Begleitung von LSBT*IQ Flüchtlingen in ganz Hessen gewährleistet. Bieten psychosoziale Beratung, helfen bei Behördengängen, vermitteln rechtlichen Beistand, medizinische und psychotherapeutische Versorgung und ermöglichen den Zugang zur LSBT*IQ-Community. Darüber hinaus werden Asylsuchende im schwierigen Prozess des Asylverfahrens bei der Bearbeitung und Verarbeitung ihrer Fluchtgründe unterstützt. Trägern und Behörden im Asylbereich steht das Projekt als Partner zur Verfügung.  

    Diese dringend notwendige Arbeit wurde in den vergangenen Jahren vom Land Hessen gefördert.

    Gestern teilte der Landesverband der AIDS-Hilfe Hessen mit, dass das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege die Förderung im kommenden Jahr komplett streicht.

    Somit lässt sich unsere Arbeit nicht mehr fortsetzen. Geflüchtete, die lesbisch, schwul, bi, trans und/oder queer sind, werden ab dem kommenden Jahr auf sich gestellt sein, wenn es um LSBT*IQ-spezifische Probleme und Fragen geht. Neue Asylsuchende, die vor Homofeindlichkeit und Transfeindlichkeit aus ihren Herkunftsländern geflüchtet sind, werden keine LSBT*IQ-Ansprechpersonen vorfinden, an die sie sich vertrauensvoll wenden können.

    Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD heißt es: “Wir wollen Einrichtungen und Projekte fördern und stärken, die […] durch Beratung, Aufklärung und Opferhilfe einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Diskriminierung leisten. Ein Augenmerk gilt auch der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und der LSBTIQ*-Community sowie Hassgewalt gegen diese.” – diese Worte passen nicht zum aktuellen Handeln der Landesregierung.

    Der queerpolitische Sprecher der SPD-Fraktion hat sich vor wenigen Tagen noch in Frankfurt davon überzeugt, wie bedeutsam die Arbeit für Rainbow Refugees ist. Besonders beunruhigend ist das Streichen dieser Unterstützungen, weil queere Geflüchtete von der im Koalitionsvertrag beschriebenen „echten Rückführungsoffensive“ nun umso härter betroffen sein werden. Obwohl sie in ihren Herkunftsländern unter Repressalien leiden und nicht selten vom Tode bedroht sind.
    Wir verurteilen diese Entscheidung sehr und blicken mit viel Sorge auf die Zukunft der Betroffenen. Weitere Informationen befinden sich in der Pressemitteilung der AIDS-Hilfe Hessen: https://www.aids-hilfe-hessen.de/de/nachricht/hessische-landesregierung-streicht-gelder-fuer-rainbow-refugee-support

  • Kleidertausch-Party

    Der Jugendvorstand wird am Samstag den 05.10.2023 von 15 bis 19 Uhr eine Kleidertausch-Party in der Villa veranstalten.

    Alle Menschen zwischen 14-27 Jahren sind herzlich eingeladen teilzunehmen und Klamotten mitzubringen, bitte achtet darauf, dass diese frisch gewaschen und in einem tragbaren/guten Zustand sind.
    Es wäre zwar schön, wenn jede*r zumindest eine Sache mitbringt, aber natürlich seid ihr so oder so willkommen! Wir freuen uns auf euch!

  • Stellenausschreibung

    Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n Mitarbeiter*in für Finanz- und Vereinsverwaltung.

    Die Stelle hat einen Umfang von 50 bzw. 60% (je nach Wahl) und wird in Anlehnung an den TVöD VKA in der Stufe E9a vergütet. Um eine größtmögliche Vielfalt in unserem hauptamtlichen Team abzubilden, freuen wir uns besonders über Bewerbungen von FLINTA* Personen.

    Eine Bewerbung ist bis zum 17. Juni 2024 unter vielbunt.org/bewerbung oder direkt per Mail an bewerbung@vielbunt.org möglich.

  • Jugendvorstand gesucht!

    Hey du!

    Am 17.11.23 um 17 Uhr wählen wir (vielbunt Mitglieder bis 27) einen neuen Jugendvorstand im queeren Zentrum Darmstadt.

    Hast du Interesse an ehrenamtlicher Jugendarbeit bei vielbunt?
    Bist du Mitglied bei vielbunt und unter 27 Jahre alt?
    Legst du Wert darauf, die Interessen und Belange der Jugendlichen innerhalb des Vereins und in der Gesellschaft zu vertreten?
    Hast du Ideen für Programme und Exkursionen?

    Wir sind auf der Suche nach neuen Personen für unseren Jugendvorstand bei vielbunt.

    Der Jugendvorstand übernimmt die Verantwortung für die Interessen der Vereinsjugend. Als Jugendvorstand könnt ihr außerhalb des „Offenen Treffs“ eigenständig Treffen und Ausflüge organisieren, euch im Verein durch die Teilnahme an Sitzungen beteiligen und durch die Zusammenarbeit mit dem Vorstand von vielbunt eure Interessen und Wünsche vertreten. Auch finanziell ist der Jugendvorstand unabhängig, weshalb auch für die Kassenführung Interessierte gesucht werden.

    Die Angebote des Jugendverbands finden außerhalb und unabhängig des Offenen Treffs statt.

    Um es zusammenzufassen: das Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Verein eine aktive und selbstbestimmte Jugend hat. Wir laden ein, dich uns anzuschließen und die Zukunft mitzugestalten!

    Bei Interesse oder Fragen: jugendvorstand@vielbunt.org

  • Rainbow Refugees mit dem Darmstädter Impuls-Preis ausgezeichnet

    Wir sind stolz darauf, bekannt geben zu können, dass das Projekt Rainbow Refugees am 30. März mit dem Darmstädter Impuls-Preis ausgezeichnet wurde. Die Entega-Stiftung ehrte die Arbeit und das Engagement für queere Geflüchtete in der Region. vielbunt bedankt sich bei der Entega-Stiftung für ihre Unterstützung und Anerkennung. Dank gilt auch besonders Stefan Kräh für seinen unermüdlichen Einsatz für Rainbow Refugees in Darmstadt.

    Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von 20.000 € kommt direkt dem Projekt Rainbow Refugees zugute. Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation eines Kurzfilms, der einen Einblick in das Projekt und die Erfahrungen der beteiligten Personen bot.

    Auf der Bühne sagte Stefan Kräh: „Das zeigt mir, dass das Thema Flucht und Vertreibung, auch wenn es jetzt schon seit Jahren irgendwie virulent ist, nicht untergegangen ist. In 70 Nationalstaaten der Erde wird Homosexualität unter Strafe gestellt und die Menschen kommen deshalb hier nach Darmstadt. Genau deswegen mache ich die Arbeit.“

    Sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten drohen in vielen Teilen der Welt Disrkriminierung, Verfolgung und Gewalt. Die Menschen kommen nach Europa, weil sie in ihren Herkunftsländern kein freies Leben führen können. Scham und Schuldgefühle führen oftmals dazu, dass sie vor deutschen Behörden ihren wahren Fluchtgrund nicht aussprechen können und ihr Asylantrag abgelehnt wird. Das Projekt Rainbow Refugees unterstützt Asylsuchende vor der Anhörung und ermutigt sie, offen über das zu sprechen, was in ihren Herkunftsländern geschieht. Auch bei anderen Problemen wie etwa Konflikten in der Unterkunft, zur Integration oder bei drohenden Abschiebungen leistet Rainbow Refugees Unterstützung und steht Betroffenen bei.

    Die Solidarität innerhalb der queeren Community ist auch auf internationaler Ebene von großer Bedeutung. Inspiriert und motiviert durch die Auszeichnung möchten wir auch in Zukunft die Lebenssituation von queeren Geflüchteten nachhaltig verbessern und uns für ihre Belange einsetzen.

    https://www.youtube.com/watch?v=vngV01HOcWc
  • 11.11. 19 Uhr: Jugendversammlung mit anschließendem Get-Together

    Jugendversammlung mit anschließendem Get-Together - 11.11. 19:00 im Queeren Zentrum - Wahl- & abstimmungsberechtigt: Vereinsmitglieder bis zum vollendeten 27. Lebensjahr.

    In der Einladungsmail an alle vielbunt e.V. Mitglieder bis zum vollendeten 27. Lebensjahr haben wir es bereits angekündigt: unsere Jugendversammlung wird am Freitag, den 11. November 2022 um 19 Uhr im Queeren Zentrum stattfinden. Bei dieser Jugendversammlung wählen wir einen neuen Jugendvorstand. Im Anschluss werden wir Pizza bestellen und den Abend noch gemeinsam ausklingen lassen. Seid gerne dabei!

  • Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Geflüchtetenarbeit

    Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Geflüchtetenarbeit

    Zeit
    28.10.2021 von 9:30 bis 16:00 Uhr


    Ankommen
    9:30 bis 10:00 Uhr


    Ort
    Justus-Liebig-Haus Darmstadt,
    Große Bachgasse 2, 64283 Darmstadt


    Die Veranstaltung findet unter den dann geltenden Auflagen zum Schutz vor einer Infektion mit Corona statt. Sollte es das Infektionsgeschehen nicht erlauben, sich vor Ort zu treffen, wird eine digitale Alternative angeboten. Dies wird rechtzeitig im Vorfeld kommuniziert.

    Zielgruppe
    Hauptamtliche und Ehrenamtliche in der Geflüchtetenarbeit von Behörden, Sozialdiensten, Vereinen und medizinischen Diensten in Unterkünften, Beratungsstellen etc. sowie andere Interessierte.


    Zur Anmeldung schreiben Sie bitte bis zum 21.10.2021 eine E-Mail mit Ihrem bevorzugten Workshop an leon.reinel@darmstadt.de.


    Das Grußwort sprechen Oberbürgermeister Jochen Partsch sowie der Erste Vorsitzende von vielbunt e.V., Alexander Arnold. Die Teilnahme ist kostenlos. Getränke und Speisen müssen jedoch vor Ort gezahlt werden.

    Ablauf

    Vortrag: Queer Refugees – Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Geflüchtetenarbeit

    Im Vortrag wird Basiswissen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt vermittelt und über die rechtliche, politische und soziale Situation von LSBT*I-Geflüchteten in Deutschland und in den Herkunftsländern aufgeklärt. Auch werden in dem Vortrag Handlungs- und Verweisungskompetenzen im Umgang mit LSBT*I-Geflüchteten dargestellt.

    Lilith ist eine trans*Rechte- Aktivistin mit Migrationserfahrung. Seit 2015 setzt sie sich für die Rechte von LSBT*I-Geflüchteten und Asylbewerbern in Deutschland ein. Seit November 2017 arbeitet sie für das deutschlandweite LSVD e. V.-Projekt „Queer Refugees Deutschland“.

    Workshop I: LSBT*I – Geflüchtete bedarfsgerecht unterbringen und schützen
    LSBT*I-Geflüchtete müssen nach ihrer Ankunft in Deutschland in kürzester Zeit Informationen über ihre Schutzrechte erlangen und sich gegenüber Behörden öffnen. Gleichzeitig sind sie in Sammelunterkünften untergebracht, die einen besonderen Angst- und Gefahrenraum darstellen. Der Workshop gibt eine Einführung in die Rahmenbedingungen für die Aufnahme und Unterbringung LSBT*I-Geflüchteter in Deutschland und vermittelt praktische Handlungsempfehlungen für den Gewaltschutz in der Unterbringung.

    Alva Träbert ist Soziologin und Genderhistorikerin (Msc). Bei der Rosa Strippe e.V.  berät sie LSBT*I-Geflüchtete und schult Mitarbeitende der Geflüchtetenhilfe in der Umsetzung des besonderen Schutzbedarfs LSBT*I. Mit der BAfF erarbeitet sie im Modellprojekt BeSAFE ein Konzept zur frühzeitigen Identifizierung besonders schutzbedürftiger Geflüchteter.

    Workshop II: LSBT*I – Geflüchtete sensibilisiert unterstützen und betreuen
    Der Workshop beginnt mit einer Einführung in die Situation von LSBT*I Geflüchteten in ihren Herkunftsländern und bei Ankunft im Aufnahmeland Deutschland. Anschließend werden die besonderen Herausforderungen besprochen, denen LSBT*I Geflüchtete in Asylverfahren und Integration gegenüberstehen. LSBT*I Geflüchtete bleiben oft unerkannt, was ihre geschlechtliche oder sexuelle Identität betrifft, aus Angst, diese öffentlich zu machen. Ihre besonderen Bedarfe sind häufig nicht bekannt und werden in der Arbeit mit Geflüchteten nicht mitgedacht. Ziel des Workshops ist es, gemeinsam Handlungsempfehlungen und Praxistipps zur Unterstützung und bedarfsgerechten Betreuung dieser vulnerablen Gruppe zu erarbeiten.

    Knud Wechterstein und Mark Hayward arbeiten bei der AHF (Aids-Hilfe Frankfurt e.V.) im Rahmen des Projektes Rainbow Refugee Support in der ambulanten Beratung von LSBT*I Geflüchteten.

    Nur einer der Workshops kann besucht werden. Bitte teilen Sie uns Ihren Favoriten in der Anmeldung mit.

    Der Fachtag ist eine Kooperationsveranstaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des LSBT*IQ Netzwerkes Südhessen sowie dem Projekt Rainbow Refugees von vielbunt e.V.

  • Neuer Jugendvorstand gewählt

    Zoom-Screenshot des neuen Jugendvorstands

    Am 20.11.2020 wurde auf der Jugendversammlung von vielbunt der neue Jugendvorstand durch die Vereinsjugend gewählt. Aufgrund der aktuell geltenden Einschränkungen der Corona-Pandemie musste diese Versammlung online per Zoom stattfinden. 

    In den aktuellen Jugendvorstand wurden Jan Bambach, Benedikt Freitag und Lu Hell wiedergewählt; neu dabei ist Jonas Franz. 

    Wir bedanken uns bei der nicht erneut angetretenen Sasha Young für die Mitarbeit im vorherigen Jugendvorstand und wünschen ihr alles Gute auf ihren weiteren Wegen.

    Aufgrund der hohen Zustimmungswerte bei der Wahl fühlen wir uns darin bestätigt, den erfolgreichen queerpolitisch-aktivistischen Kurs des im November 2019 gewählten Jugendvorstandes weiterzuführen.

    Abseits der Wahl des Jugendvorstands wurde durch die Jugendversammlung auch das neue 2-Jahres-Programm beschlossen. Der neue Jugendvorstand bedankt sich bei den Teilnehmer_innen für das Vertrauen und freut sich darauf, das nächste Jahr mit den hauptamtlichen Pädagog_innen des queeren Zentrums Darmstadt und der Vereinsjugend gestalten zu können.

  • Erste digitale Mitgliederversammlung von vielbunt

    Am 07.11.2020 fand die erste digitale Mitgliederversammlung von vielbunt statt. Wegen der aktuellen Kontaktbeschränkungen war die geplante Durchführung im Bürgermeister-Pohl-Haus nicht möglich. Da in diesem Jahr reguläre Vorstandswahlen anstanden, war es dem Vorstand und den AG/AK Leitungen ein besonders Anliegen die Versammlung auch unter besonderen Bedingungen durchzuführen.

    Neben den Vorstandswahlen standen auch weitere wichtige Entscheidungen an, über die die 49 anwesenden Vereinsmitglieder beraten und abstimmen konnten. So wurde unter anderem das Zwei-Jahresprogramm verabschiedet, welches die Arbeit und Ziele der AGs und AKs bis 2022 vorgibt. Ebenfalls im Programm wurden Arbeitsaufträge an den Vorstand definiert. So wird sich vielbunt in der nächsten Zeit unter anderem mit dem Thema lesbisches Engagement im Verein beschäftigen.

    Eine sehr sichtbare Änderung wurde auch beschlossen: vielbunt bekommt ein überarbeitetes Logo. Der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit hatte dazu einen entsprechenden Vorschlag eingebracht, der mit großer Mehrheit die Zustimmung der Mitglieder fand. Das Logo wird gegen Ende des Jahres veröffentlicht.

    Bei den Vorstandswahlen wurden Alexander Arnold und Christopher Januschkowetz als 1. Vorsitzender und Beisitzer in ihren Ämtern bestätigt. Mit Heidi Schweitzer, als neue 2. Vorsitzende und Andreas Ewald, als neuem Kassierer, haben zwei bisherige Beisitzer_innen neue Posten im Vorstand übernommen. Neu in den Vorstand wurden Judith Bellmann als 2. Kassiererin und als Beisitzer Tobias Schulz und Stefan Hauer gewählt. Steffen Mück, Dennis Hochmann und Stefan Zoll traten nicht mehr für den Vorstand an.

    Danke an Steffen Mück, der zwei Jahre Kassierer war, um als weitere Person den gewachsenen Verein zu verwalten. Insbesondere Dennis Hochmann und Stefan Zoll wurde durch Mitgliederversammlung für ihr langjähriges Engagement im Vorstand gedankt. Stefan Zoll hat in seinen sechs Jahren als Beisitzer und später auch 2. Vorsitzender maßgeblich die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins geprägt. Dennis Hochmann war seit der Gründung vor 10 Jahren Kassierer des Vereins. Ohne seinen Einsatz wäre vieles von dem was vielbunt geschafft hat nicht möglich gewesen.

  • Offene Vorstandssitzung im Oktober

    vielbunt wählt alle zwei Jahre einen neuen Vorstand, Im November ist es wieder soweit: Die Amtszeit aller fünf Vorstandsmitglieder endet und es stehen wieder Wahlen an.
    Als Vorstand bei vielbunt hat man viel zu tun und gleichzeitig auch sehr viel Spaß. Wer sich für die Vorstandsarbeit interessiert, mal schauen will mit welchen Themen man sich dabei befasst und vielleicht auch Fragen stellen möchte, kann bei den offenen Vorstandssitzungen reinschnuppern.
    Offene Vorstandssitzung

    Montag, 22.10.2018
    19.00 – 20.30 Uhr

    Queeres Zentrum Darmstadt

    Wir freuen uns über Gäste. Gerne könnt ihr uns auch vorab kontaktieren. vorstand@vielbunt.org