Kategorie: Pressemitteilungen

  • 17.05.: IDAHOBITA* Kundgebung

    Am 17. Mai begehen wir den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBITA*). Noch bis 1990 galt Homosexualität offiziell als Krankheit: Erst am 17.05.1990 wurde Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen. Daran erinnert der IDAHOBITA* – an einen wichtigen offiziellen Schritt im Kampf gegen die Diskriminierung queerer Menschen.

    Doch auch heute, 36 Jahre nach diesem historischen Ereignis, ist die Botschaft des IDAHOBITA* aktueller denn je, was sich auch im diesjährigen Motto des Aktionstags „At the heart of democracy“ widerspiegelt. Angesichts eines weltweiten Erstarkens antidemokratischer Kräfte, wachsender politischer und gesellschaftlicher Unsicherheiten sowie anhaltender Krisen geraten die hart erkämpften Rechte queerer Menschen zunehmend unter Druck. Auch in Deutschland steigt die Zahl von Diskriminierungsfällen und queerfeindlichen Gewalttaten.

    In Kooperation mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt setzen wir daher auch in diesem Jahr mit einer öffentlichen Kundgebung am 17. Mai ein klares Zeichen gegen Queerfeindlichkeit und Diskriminierung.

    Wir laden herzlich ein, gemeinsam mit uns Haltung zu zeigen und für die Rechte queerer Menschen einzutreten.

    Was: IDAHOBITA*-Kundgebung eröffnet von Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz, gefolgt von politischen Redebeiträgen und musikalischer Begleitung von Leni Miller; im Anschluss Community-Picknick
    Wo: Wiese zwischen Welcome Hotel und Stadtarchiv an der LSBT*IQ-Gedenkstätte („Die Schattenseite des Regenbogens“)
    Wann: 17.05.2026, 13:00 Uhr

    Im Anschluss an die Kundgebung laden wir zu einem bunten Community-Picknick ein. Bring hierfür gerne eine Picknickdecke und Spiele sowie Speisen und Getränke mit. Bei schlechtem Wetter entfällt das Picknick.

    Lasst uns gemeinsam Solidarität zeigen und sichtbar für Vielfalt und Respekt einstehen.

    Wir danken der Wissenschaftsstadt Darmstadt für diese Kooperation und freuen uns auf euer aller Kommen!

    Fediverse-Reaktionen
  • PRESSEMITTEILUNG: vielbunt e.V. begrüßt parteiübergreifende Unterstützung für den CSD Darmstadt

    Darmstadt, 8. Mai 2026: Der Verein vielbunt e.V., der den Christopher Street Day (CSD) in Darmstadt veranstaltet, begrüßt die in der Stadtverordnetenversammlung bekräftige, breite Unterstützung der demokratischen Fraktionen für den CSD. Sowohl der ursprüngliche Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und Volt als auch der Änderungsantrag von SPD, CDU und FDP sprechen sich klar dafür aus, den CSD finanziell und organisatorisch abzusichern. Damit signalisieren die demokratischen Fraktionen über Parteigrenzen hinweg, dass der CSD Darmstadt Rückhalt aus der Mitte der Stadtgesellschaft verdient.

    Dass die demokratischen Fraktionen quer durch das politische Spektrum bereit sind, gemeinsam Verantwortung für den CSD zu übernehmen, ist ein starkes Signal. Gerade in einer Zeit, in der queere Menschen in Deutschland und Europa wieder unter wachsenden Druck geraten. Wir freuen uns sehr über die Bereitschaft, gemeinsam mit uns nach tragfähigen Lösungen zu suchen.

    Der CSD ist eine überparteiliche Demonstration für viele

    Der CSD Darmstadt ist eine überparteiliche Veranstaltung für Vielfalt, Gleichberechtigung und Demokratie. Er betrifft direkt mindestens jede*n zehnte*n Darmstädter*in. Also all jene, die selbst Teil der queeren Community sind, oder queere Angehörige, Freund*innen und Kolleg*innen haben. Darüber hinaus steht der CSD jedes Jahr für ein weltoffenes, solidarisches Darmstadt, das sich klar gegen Diskriminierung und Hass positioniert.

    Finanzierung trägt sich derzeit nur durch außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement bei einem hohen Spendenaufkommen

    Dass der CSD in seiner heutigen Form überhaupt stattfinden kann, ist dem überdurchschnittlichen Einsatz vieler Ehrenamtlicher zu verdanken: Zahlreiche Menschen bringen weit mehr Zeit, Energie und persönliche Mittel ein, als es im Vereinsleben üblich ist. Die Gesamtkosten der Veranstaltung (u.a. Sicherheit, Kulturprogramm, Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit) liegen bei fast 50.000 Euro pro Jahr. Diese Summe übersteigt die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen deutlich.

    In zahlreichen anderen Städten wird der CSD längst durch kommunale Föderungen mitgetragen, beispielsweise Wiesbaden mit 21.000 €, Mainz mit 7.000 € oder Frankfurt am Main mit 15.000 €. Darmstadt hat hier die Chance, ein klares und sichtbares Bekenntnis zu queerem Leben in der Stadt abzulegen.

    Bereit zum konstruktiven Dialog

    vielbunt e.V. nimmt die im Änderungsantrag formulierte Einladung zum Dialog ausdrücklich an. Wir stehen dem Magistrat und allen demokratischen Fraktionen jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um gemeinsam eine geordnete und nachhaltige Absicherung des CSD zu erarbeiten. Der CSD Darmstadt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir freuen uns, dass das in der Stadtverordnetenversammlung so deutlich zum Ausdruck kommt.

    Mit dem Beschluss verbindet vielbunt e.V. zugleich die klare Erwartung, dass aus der politischen Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung kein langwieriges administratives Verfahren wird. Die im Änderungsantrag vorgesehene gemeinsame Prüfung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, sondern muss zeitnah zu belastbaren Ergebnissen führen. Der CSD findet in wenigen Monaten statt. Planungssicherheit für ein ehrenamtlich getragenes Großereignis dieser Dimension lässt sich nicht über viele Monate hinweg vertagen. Der politische Wille, den heute die Fraktionen erkennbar gemacht haben, sollte sich daher zügig in einer konkreten Lösung wiederfinden.

    Über vielbunt e. V.:

    vielbunt e.V. ist mit über 450 Mitgliedern einer der größten queeren Vereine in Deutschland. Der Verein veranstaltet jährlich den Christopher Street Day in Darmstadt und setzt sich darüber hinaus für Sichtbarkeit, Vernetzung und Gleichberechtigung queerer Menschen in der Region ein.

    Bilder: Falk Fleischer

    Fediverse-Reaktionen
  • Queere Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

    Wir von vielbunt e.V. verstehen uns als Gestalter*innen queeren Lebens sowie als Ansprechpartner*innen und Sprachrohr für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter und queere Menschen (LSBT*IQ) in Darmstadt. Aus diesem Grund nehmen wir die anstehenden hessischen Kommunalwahlen am 15. März 2026 zum Anlass, elf queere Forderungen an die Stadtpolitik zu formulieren: https://darmstadt-waehlt-queer.de/

    Ab November haben wir diese an die Darmstädter Parteien versandt. Die Forderungen decken vielfältige Themenfelder ab: Von gezielten Hilfen für LSBT*IQ-Jugendliche, über umfassende Barrierefreiheit im Queeren Zentrum, bis hin zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für queere Menschen. Gemeinsam ist allen Forderungen das Ziel, dass sie die Lebensqualität für queere Menschen durch gute Kommunalpolitik erhöhen.

    Dabei sollte man nicht die Wirkung dieser Forderungen unterschätzen. Neben zahlreichen positiven Rückmeldungen, als wir 2016 und 2021 bereits Wahlprüfsteine aufstellten, zeigt unser Fazit, dass einige dieser Forderungen erfüllt worden sind: https://vielbunt.org/wahl-2021

    Auf unserer Internetseite darmstadt-waehlt-queer.de können die Antworten der einzelnen Parteien betrachtet werden. Wir haben diese jeweils bewertet, sodass eine übersichtliche Einordnung möglich ist, welche Parteien die vielbunten Forderungen an die Kommunalpolitik am ehesten unterstützen.

    Fediverse-Reaktionen
  • AIDS Gala mit Safersex Appeal sammelt 1871 Euro für die Aidshilfe Darmstadt

    Am 29. November 2025 luden vielbunt e.V. und die Aidshilfe Darmstadt e.V. zur „AIDS Gala mit Safersex Appeal“ ins Queere Zentrum Darmstadt ein. Die Benefizveranstaltung verband künstlerische Vielfalt mit einem klaren gesellschaftlichen Anliegen. Insgesamt kamen 1871 Euro an Spenden für die Arbeit der Aidshilfe Darmstadt zusammen. Durch den Abend führten Kitty Bambule und Koko von der Line.

    Auf der Bühne standen außerdem Igitte von Bingen, die Gaga Ladies, Sugabébés, Galaxy Diamond, Hoeratio Belvedere sowie Emm und Leni. Alle Künstler*innen traten ohne Gage auf und unterstützten die Gala damit ausdrücklich solidarisch.

    In ihrer Rede machte Patricia Wagner, Geschäftsführerin der Aidshilfe Darmstadt, deutlich, dass HIV und Aids auch heute noch zentrale Themen der Gesundheits- und Sozialarbeit sind. Steigende Neuinfektionen, unzureichender Zugang zu Prävention und Testangeboten sowie anhaltende Diskriminierung zeigten den weiterhin hohen Handlungsbedarf.

    In ihrer Rede sagte Wagner: „Die PrEP ist seit langem eine wissenschaftlich anerkannte und hoch wirksame Präventionsstrategie, die nachweislich vor einer Ansteckung mit HIV schützt. Fatal, dass dies nicht überall und für alle, die sie wollen und ein Infektionsrisiko haben, zur Verfügung steht. Auch der niedrigschwellige und ebenfalls flächendeckende Zugang zu Testmöglichkeiten von HIV und anderen STIs ist eine Forderung, die wir unbedingt unterstützen, um mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.“

    Die Aidshilfe Darmstadt bietet zweimal im Monat Testmöglichkeiten an, dank einer Projektförderung der Stadt Darmstadt.

    Die AIDS Gala ist eine Benefizveranstaltung zugunsten der Aidshilfe Darmstadt. Mit den Spenden in Höhe von 1871 Euro wird die Arbeit der Aidshilfe unterstützt. Ein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfer*innen, den auftretenden Künstler*innen, den Besucher*innen sowie allen Spender*innen. Fotos des Abends von Falk Fleischer sind online abrufbar.

  • RÜCKBLICK: Wie steht es um die Versprechen der Darmstädter Parteien?

    Im Jahr 2021 haben wir kurz vor den Kommunalwahlen in Darmstadt vielbunte Forderungen an die Kommunalpolitik gestellt, die auch von den Parteien beantwortet wurden. Doch inwiefern wurden die Versprechungen umgesetzt? Wir stellen sie auf den Prüfstand.

    ZUSAMMENFASSUNG:

    ✅ Erfüllt:

    • Inter* Sensibilisierung in der Kinderbetreuung
    • Unterstützung von LSBT*IQ Geflüchteten

    🟩 Teilweise umgesetzt:

    • Unisex-Toiletten und Unisex Einzelumkleiden

    🟨 Ansatzweise umgesetzt:

    • Hilfeangebote für LSBT*IQ Jugendliche
    • Diskriminierungsfreie Sprache in Verwaltung und Politik
    • Selbstverständnis zur Antidiskriminierung bei Städtepartnerschaften

    ❌ Nicht umgesetzt:

    • Queer-sensible Schulsozialarbeit
    • Barrierefreiheit im Queeren Zentrum

    Details

    Einige unserer Forderungen aus den Wahlprüfsteinen haben es ganz oder teilweise in den Koalitionsvertrag von Grünen, CDU und Volt geschafft. Auch die Umsetzung von Forderungen, die es nicht in den Koalitionsvertrag geschafft haben, haben wir betrachtet. Zuletzt haben wir die Wissenschaftsstadt Darmstadt um ihre eigene Perspektive auf die Umsetzung unserer kommunalpolitischen Forderungen gebeten. Dabei richtete sich unsere Anfrage an den Oberbürgermeister (SPD) und die Dezernent*innen Akdeniz (GRÜNE), Kolmer (GRÜNE), Schellenberg (CDU), Klötzner (VOLT) und Wandrey (CDU).

    Hinweis: Nach der Kommunalwahl im Jahr 2021 haben VOLT, CDU und GRÜNE in der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung eine Koalition gebildet. Außerdem gab es 2023 einen Wechsel von einem GRÜNEN- zu einem SPD-Oberbürgermeister.

    🟩 Unisex-Toiletten + Unisex-(Einzel-)Umkleiden

    Da das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass eine binäre Personenstandsregelung nicht der tatsächlichen Realität entspricht, und somit den Weg für einen dritten Geschlechtseintrag geebnet hat, forderten wir, dass in städtischen Gebäuden wie zum Beispiel Schulen, Bürgerhäusern und Sportstätten Alternativen zu binären Toiletten und Umkleideräumen eingerichtet werden.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢😃🟡🤨🟢😃🟢😃

    Umsetzung bis 2026

    Wir sehen Fortschritte im Angebot von Unisex-Toiletten + Unisex-(Einzel-)Umkleiden. Unser Wunsch liegt allgemein darin, dass diese tatsächlich so neutral wie möglich dargestellt und ausgeschildert werden. Ein gesamtstädtisches Konzept wäre wünschenswert.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort IDA Dez. IV: Für eine mögliche Umsetzung durch Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt IDA wird ein entsprechendes gesamtstädtisches Konzept mithilfe eines politischen Beschlusses benötigt.

    Sportamt Dez. I: In den Darmstädter Schwimmbädern gilt, dass der separate Sanitär und Umkleidebereich für Menschen mit Behinderung ausdrücklich auch von Personen genutzt werden kann, die sich in den geschlechtsspezifischen Bereichen nicht wohlfühlen. Das Personal stellt sicher, dass die Nutzung dieser Räume niemandem ohne triftigen Grund verwehrt wird. Gäste, die diese Räumlichkeiten nutzen möchten, werden dabei stets höflich und diskret unterstützt, ohne Nachfragen oder Kommentare.

    🟨 Hilfe für LSBT*IQ Jugendliche

    Wir forderten Hilfe für LSBT*IQ Jugendliche, die von zu Hause aufgrund von Diskriminierung seitens der eigenen Familie dazu gezwungen sind, auszuziehen. Insbesondere forderten wir eine feste Ansprechperson im Jugendamt für LSBT*IQ Jugendliche, die für jene Jugendliche auch eine sichere Unterkunft in Kooperation mit Einrichtungen bzw. Trägern der Erziehungsberatung oder Jugendhilfe bereithält.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢🙂🟢😃🟢🙂🟢😃

    Umsetzung bis 2026

    Die Forderung wurde nicht erfüllt. Es gibt keine feste Ansprechperson im Jugendamt für LSBT*IQ Jugendliche, die für jene Jugendliche auch eine sichere Unterkunft in Kooperation mit Einrichtungen bzw. Trägern der Erziehungsberatung oder Jugendhilfe bereithält. Es wurden auch keine städtischen Wohnangebote für queere Jugendliche gestellt. Lediglich der Träger PaSo gGmbH hat eine Jugend-WG mit drei Wohnplätzen für queere Jugendliche eingerichtet, die aber selbstverständlich sofort gefüllt war.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort Jugendamt Dez. II: Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bekennt sich zu einer diskriminierungsfreien und wertschätzenden Kinder und Jugendhilfe und unterstützt die Belange von LSBTIQ Jugendlichen ausdrücklich. Zuständig auf gesamtstädtischer Ebene ist die kommunale LSBTIQ koordinierende Person, die Vernetzungs und Sensibilisierungsarbeit leistet und Kontakte zu Beratungsstellen vermittelt. Diese ist im Dezernat I verortet und durch eine Entscheidung des Oberbürgermeisters Benz als Vollzeitstelle installiert.

    Innerhalb der Kinder und Jugendförderung werden Themen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt regelmäßig aufgegriffen etwa in Fortbildungen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden oder im Rahmen von Fachtagen zur Demokratiebildung und Minderheitenschutz. Allen Trägern und Fachkräften sind die Beratungsangebote von vielbunt e.V. bekannt, an die bei Bedarf verwiesen oder mit denen kooperiert wird.

    In Fällen, in denen junge Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung besonderen Schutzbedarf haben, werden individuelle Lösungen gemeinsam mit freien Trägern der Jugendhilfe gesucht. Die Stärkung von Diversität und Schutzkonzepten bleibt ein kontinuierlicher Schwerpunkt des gesamten Jugendamtes. Eine spezifische Unterkunft für LSBTIQ Jugendliche besteht derzeit nicht.

    ❌ Queer-Sensible Schulsozialarbeit

    An Schulen mangelt es an Ansprechpersonen für queere Themen. Wir forderten daher LSBT*IQ-qualifizierte Ansprechpersonen an Schulen. Um der Diskriminierung entgegenzuwirken, forderten wir ebenfalls eine hauptamtliche Stelle für das außerschulische Bildungsprojekt SCHLAU in Südhessen.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢😃🟡🤨🟡🤨🟢😃

    Umsetzung bis 2026

    Träger*innen sind eingebunden und Rahmenkonzepte existieren. Aber es fehlt der Nachweis einer verpflichtenden Zertifizierung/Fortbildung für die Fachkräfte. Die Qualität hängt stark vom individuellen Engagement von Träger*in/Sozialarbeiter*in ab: Um Ansprechpersonen kümmern sich die Schulen meist selbst und meistens gibt es deswegen auch keine. Außerdem wurde die hauptamtliche Stelle für das außerschulische Bildungsprojekt SCHLAU nicht geschaffen. Die Konsequenz ist, dass das Projekt auf wackelnden Beinen steht, weil Ehrenamtliche kaum nachrücken.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort Jugendamt Dez. II: Die Schulsozialarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist Teil der Jugendhilfe am Ort Schule und folgt dem Rahmenkonzept Schulsozialarbeit, das Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Schutz vor Diskriminierung als Leitlinien festschreibt. Die Fachkräfte stehen allen Schüler*innen als niedrigschwellige und vertrauliche Ansprechpersonen zur Verfügung auch für queere Jugendliche. Sie begleiten bei Diskriminierungserfahrungen, fördern Akzeptanz und vermitteln bei Bedarf an spezialisierte Beratungsstellen, insbesondere auch an vielbunt e.V.

    Die Benennung spezifisch qualifizierter Ansprechpartner*innen liegt in der Verantwortung der Schulen. Die Schulsozialarbeit kann hier unterstützend wirken, ist aber nicht als spezialisierte Fachstelle konzipiert. Themen wie geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung und Antidiskriminierung werden regelmäßig in Fortbildungen, Qualitätszirkeln und Fachaustauschen behandelt. Auch die Schulsozialberichterstattung berücksichtigt diese Aspekte, um Entwicklungen und Bedarfe sichtbar zu machen.

    Zur Frage der Förderung einer Hauptamtlichkeit bei SCHLAU fand bereits ein Austausch zwischen der Stadt, den Landkreisen Darmstadt Dieburg und Groß Gerau sowie vielbunt e.V. Ende 2023 statt. Angesichts der angespannten Haushaltslage ist eine kommunale Finanzierung einer hauptamtlichen Stelle derzeit nicht möglich. Die bestehende städtische Förderung von vielbunt e.V. bleibt davon unberührt. Die Stadt unterstützt ausdrücklich die Forderung nach einer dauerhaften Landesfinanzierung für diese wertvolle Bildungsarbeit.

    ✅ Inter* Sensibilisierung in der Kinderbetreuung

    Wir forderten Bildungsangebote für Mitarbeitende in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, um den Bedürfnissen von inter* und trans* Kindern gerecht zu werden.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢😃🟡🤨🟢😃🟢😃

    Umsetzung bis 2026

    Wir sehen starke Fortschritte in der fachlichen Auseinandersetzung sowie in der Umsetzung in der Praxis. Wir hoffen, dass diese Fortschritte bestehen bleiben und freuen uns über eine kontinuierliche Reflexion.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort Dez. II: Die Anregung zur weiteren Sensibilisierung im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt in Kindertageseinrichtungen begrüßen wir ausdrücklich. Die Themenbereiche Gender Vielfalt und gendersensible Pädagogik sind bereits fester Bestandteil der fachlichen Auseinandersetzung innerhalb der städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen und werden kontinuierlich reflektiert und in die pädagogische Praxis integriert.

    Im Rahmen der bisherigen Arbeit wurden insbesondere folgende Inhalte bearbeitet:

    Sensibilisierung und Reflexion im Umgang mit Gendervielfalt und gendersensibler Pädagogik

    Thematisierung verschiedener Familienkonzepte zum Beispiel Homosexualität, Adoption, künstliche Befruchtung in kindgerechter Form

    Förderung der Identitätsentwicklung und gezielter Abbau geschlechtsspezifischer Rollenklischees zum Beispiel geschlechterunabhängige Nutzung von Spiel und Bildungsangeboten

    Sensibilisierung von Familien im Hinblick auf kulturell oder religiös geprägte Geschlechterbilder

    Reflexion des Sprachverhaltens der pädagogischen Fachkräfte im Alltag zum Beispiel Vermeidung geschlechterstereotyper Formulierungen

    Diese Themen werden unter anderem mit zusätzlichen Sprachfachkräften erarbeitet und in die Teams der Kindertageseinrichtungen eingebracht. Die zusätzlichen Sprachfachkräfte unterstützen zudem bei Elterngesprächen sowie bei thematischen Angeboten im Elterncafé. Darüber hinaus werden Spielmaterialien und Bücher regelmäßig im Hinblick auf Vielfalt und Inklusion überprüft und angepasst.

    ✅ LSBT*IQ Flüchtlinge

    Wir forderten eine adäquate Unterbringung für LSBT*IQ Flüchtlinge und eine umfassende Sensibilisierung für alle städtischen Angestellten im Arbeitsbereich Asyl- und Ausländerwesen. Gerade im Sozialamt brauchte vielbunt eine Ansprechperson, um Anliegen queerer Flüchtlinge gemeinsam bearbeiten zu können.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢😃🟢😃🟡😐🟡😐

    Umsetzung bis 2026

    In einer aktuellen Ausschreibung für die Gemeinschaftsunterkunft Villa Tann finden sich die folgenden Anforderungen: 

    „Die Wissenschaftsstadt sucht einen Sozialdienst für die beratende Begleitung der im Erstwohnhaus „Villa Tann“ untergebrachten Menschen. Die Unterkunft „Villa Tann“ zeichnet sich dadurch aus, dass dort überwiegend Personen untergebracht werden, die der Gruppe der sogenannten Rainbow-Refugees angehören oder von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betroffen sind. (…)

    Demnach sucht die Wissenschaftsstadt Darmstadt einen Sozialdienstleister, der (…) über Expertise in der Beratung von Rainbow-Refugees sowie von FGM betroffenen Personen verfügt. „

    Eine ganztägige Veranstaltung „Sensibilisierung und Best Practice über die Bedarfe der vulnerablen Gruppe der LSBTIQ+-Geflüchteten für kommunale Strukturen“ der Koordinationsstelle LSBTIQ der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat am 17.05.2024 stattgefunden.

    Ein entsprechender Ansprechpartner für die Anliegen queerer Flüchtlinge ist benannt und für vielbunt erreichbar.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort Dez. II: Das Thema Rainbow Refugees ist in der täglichen Arbeit der Abteilung Unterbringungsmanagement und Soziale Hilfen für Geflüchtete und Wohnungslose im Amt für Soziales und Prävention deutlich präsent. Es ist in den Arbeitsalltag eingeflochten und findet regelmäßig in Netzwerktreffen, Jour fixe, einzelfallbezogenen Gesprächen und weiteren täglichen Abläufen Beachtung. Nicht zuletzt durch vermehrte Zuweisungen von Geflüchteten mit einem entsprechend ausgewiesenen Unterstützungsbedarf haben wir das Thema Unterbringung von LSBTIQ Personen in den letzten Jahren verstärkt in den Blick genommen.

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bringt geflüchtete Rainbow Refugees mit besonderen Schutzbedürfnissen in eine kleinere Unterkunft für geflüchtete Menschen unter, in der die Bedürfnisse queerer Menschen insbesondere auf diskriminierungsfreie Unterbringung adäquat erfüllt werden können. Der in der Unterkunft tätige Sozialdienst verfügt über Kenntnisse und mehrjährige Erfahrung in der Arbeit mit Rainbow Refugees. Die Einrichtung einer speziellen Unterkunft ausschließlich für queere Geflüchtete, wie es sie beispielsweise in größeren Großstädten wie Berlin, Köln oder Frankfurt gibt, ist für eine mittlere Großstadt wie Darmstadt nicht bedarfsgerecht abbildbar. Mit der aktuellen Vorgehensweise der Unterbringung in einer Unterkunft, deren räumliche Ausgestaltung die Schutzbedürfnisse queerer Geflüchteter berücksichtigt, wurden bisher gute Erfahrungen gemacht.

    Im Jahr 2022 wurde nach einem Austausch mit den stadtinternen Verantwortlichen durch das Sozialdezernat ein Projekt zum Thema Schutz vor Gewalt für LSBTIQ Personen in städtischen Asyl und Obdachlosenunterkünften initiiert, mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen zur Orientierung, Unterstützung, Schutz und zur Integration von LSBTIQ Personen zu erarbeiten. Diese sollen auch in die Weiterentwicklung des bereits seit Jahren bestehenden Gewaltschutzkonzeptes implementiert werden. Der Projektzeitraum 2023 2025 ist abgeschlossen und die Ergebnisse werden aktuell vorgestellt.

    Alle Mitarbeitenden in den Unterkünften sind zum Thema individuelle Bedarfe von Rainbow Refugees sensibilisiert. In regelmäßig stattfindenden Austauschen Trägertreffen zwischen Bürgermeisterin Barbara Akdeniz und den Geschäftsführenden der zur beratenden Begleitung in den Geflüchteten Unterkünften beauftragten Sozialdiensten und dem Amt für Soziales und Prävention wird das Thema Rainbow Refugees übergeordnet platziert. Darüber hinaus werden im stetigen Austausch auf Arbeitsebene zwischen der Abteilung Unterbringungsmanagement und Soziale Hilfen für Geflüchtete und Wohnungslose und den Teamleitungen der Unterkünfte Bedarfe für Einzelfälle abgestimmt, sodass seitens der Abteilung Unterbringungsmanagement und Soziale Hilfen für Geflüchtete und Wohnungslose lösungsorientierte Schritte zeitnah unter Einbeziehung aller am Prozess Beteiligten umgesetzt werden können. Als verantwortliche Ansprechperson im Amt für Soziales und Prävention ist für die Fragestellungen der Unterbringung von queeren Geflüchteten der Abteilungsleiter der Abteilung Unterbringungsmanagement und Soziale Hilfen für Geflüchtete und Wohnungslose seit vielen Jahren mit dem Verein vielbunt e.V. im Kontakt.

    ❌ Barrierefreiheit im Queeren Zentrum

    Wir forderten eine erweiterte Barrierefreiheit für das Queere Zentrum, mindestens durch einen rollstuhlgerechten Zugang und eine rollstuhlgerechte Toilette, ebenfalls aber durch das Hinzufügen eines taktilen Leitsystems, induktiven Höranlagen und sonstigen Einrichtungen.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢😃🟢😃🟢😃🟢😃

    Umsetzung bis 2026

    Zum 23. Januar 2026 wurde diese Forderung in keinem Punkt umgesezt. Es gab keine Umbauten und sämtliche Forderungen werden aufgrund des Denkmalschutzes immer wieder abgewiesen.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort IDA Dez. IV: Maßnahmen zur Barrierefreiheit sind im Rahmen eines Gesamtsanierungskonzepts umzusetzen, in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Dies muss entsprechend der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel für Sanierungsmaßnahmen priorisiert werden.

    🟨 Diskriminierungsfreie Sprache

    Wir forderten, dass die Stadt grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache anwendet, die Menschen aller Geschlechter einen Zugang schafft und anspricht.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢😃🔴☹️🟢😃🟢😃

    Umsetzung bis 2026

    Wir haben die Pressemitteilungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt seit 2021 sowie die im Netz verfügbaren Formulare analysiert. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass nicht-binäre Menschen in der Regel im Rahmen von Pressemitteilungen nicht angesprochen werden. In der absoluten Mehrzahl der Fälle findet eine binäre Nennung des weiblichen und männlichen Geschlecht statt (z.B. “Bürgerinnen und Bürger”).

    Wir nehmen allerdings auch wahr, dass vermehrt Neutralisierungen verwendet werden (z.B. “Interessierte”, “Pflegeeltern” oder “Lehrkräfte”). Dass damit nicht-binäre Menschen mitgemeint und inkludiert werden, loben wir ausdrücklich. 

    Wir haben die Vermutung, dass eine aktive Sichtbarmachung der Geschlechtervielfalt (bspw. durch “Gender-Sternchen”) aufgrund eines Verbots der hessischen Landesregierung aus CDU und SPD nicht stattfindet.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort Amt für Kommunikation Dez. I: Die Rundverfügung wird aktuell überarbeitet. Bis dahin gilt im amtlichen Schriftverkehr die Orientierung an den derzeit gültigen Regeln der deutschen Rechtschreibung. Genderzeichen sind darin bislang nicht verbindlich verankert, weshalb wir sie vorerst nicht nutzen. Uns ist dabei wichtig zu betonen, dass dies keine inhaltliche Positionierung gegen Vielfalt oder Sichtbarkeit ausdrückt.

    🟨 Selbstverständnis zur Antidiskriminierung bei Städtepartnerschaften

    Wir forderten die Formulierung eines Selbstverständnisses für den Umgang mit Fällen von politischer Diskriminierung von queeren Menschen auf lokaler Ebene in Partnerstädten und eine Zusammenarbeit mit diesen für eine diskriminierungsfreie Lebenssituation von queeren Menschen.

    Rückmeldung von 2021

    GRÜNECDUVOLTSPD
    🟢😃🔴😕🟢😃🟢😃

    Umsetzung bis 2026

    Ein konkreter Fall war der Umgang mit der polnischen Partnerstadt Płock in Zeiten der sogenannten „LGBT-Ideologie-freien Zonen“ in Polen. Darmstadt scheint sich in solchen Fällen eher auf Netzwerke, Gespräche und allgemeine Bekundungen zu berufen statt auf vertragliche Absicherungen. In diesem konkreten Fall hat das geklappt: Płock lehnte entsprechende diskriminierende Resolutionen ab. Ungelöst bleibt weiterhin die strukturelle Forderung nach einer Antidiskriminierungsklausel in Städtepartnerschaftsverträgen.

    Statement der Wissenschaftsstadt Darmstadt

    Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sagt dazu:

    Antwort Amt für Gremiendienste, Protokoll und Internationales Dez. I: Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt gehören Weltoffenheit, Vielfalt und Gleichberechtigung unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität oder Herkunft zum festen Selbstverständnis. Dementsprechend setzt sie sich klar für die Rechte und Gleichstellung von LSBTIQ Personen ein.

    Auch die Beziehungen zu den Partnerstädten basieren auf diesem Verständnis. Sollten dort Vorkommnisse auftreten, die diesem widersprechen, sucht Darmstadt das Gespräch.

    Die Partnerstädte Płock, Szeged und Gyönk liegen in Ländern, die aufgrund der Einschränkung von LSBTIQ Rechten international kritisiert wurden. Städtepartnerschaften bestehen jedoch unabhängig von nationaler Politik und können gerade in solchen Situationen den lokalen Dialog stärken.

    So war zum Beispiel Płock keine der Kommunen, die sich 2019 zu LGBT freien Zonen erklärten. Trotz politischer Spannungen fand dort 2019 ein Gleichberechtigungs Marsch statt, der vom Stadtpräsidenten unterstützt wurde zudem beteiligt sich Płock an einer europaweiten Regenbogenflaggen Initiative.

    Aus Szeged und Gyönk sind derzeit keine besonderen Vorkommnisse bekannt. In Szeged ist jedoch eine Organisation der Hungarian LGBT Alliance aktiv, die sich vor Ort für die LSBTIQ Community einsetzt.

  • Pressemitteilung: 15 Jahre vielbunt – Darmstadt feiert das Jubiläum seiner queeren Community und bedankt sich bei den Helfenden des CSD

    vielbunt – Queere Community Darmstadt e. V. hat am 28. November sein 15-jähriges Bestehen gefeiert. 15 Jahre nach der Gründung kamen ehemalige und aktuelle Ehrenamtliche, Unterstützende und zahlreiche Mitglieder zusammen. Das Jubiläum wurde in diesem Jahr mit dem Dankesfest für die Helfenden des Christopher Street Day kombiniert. Der CSD Darmstadt brachte nach Angaben der Polizei 2025 rund 7.000 Menschen auf die Straße.

    Durch den Abend führte Vorstandsmitglied Christian März. Als Grußrednerin war die Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz zu Gast. In ihrer Ansprache würdigte sie die Entwicklung des Vereins und blickte besonders auf die Jahre rund um die Eröffnung des Queeren Jugendzentrums zurück. Sie hob hervor, wie dieser Ort Jugendlichen und jungen Erwachsenen geholfen habe, einen sicheren Raum, Unterstützung und Orientierung zu finden: „Ich bin sehr froh, dass es in Darmstadt seit 15 Jahren einen so engagierten Verein wie vielbunt gibt. Mit dem queeren Zentrum haben wir gemeinsam einen Beratungs- und Begegnungsort geschaffen, der für die queere Community zu einem wichtigen Treffpunkt der Solidarität und Gemeinschaft geworden ist. Wichtig ist darüber hinaus, dass vielbunt e.V. immer wieder die Rechte der LSBT*IQ-Community einfordert und sich damit politisch positioniert. Ich danke allen Beteiligten für ihren kontinuierlichen Beitrag für die Stärkung unserer vielfältigen Stadtgesellschaft.“

    Einen warmen und auch humorvollen Rückblick boten anschließend Simone Koch und Jan Rothermel, die beide den Verein mitgründeten und zum Anfang im Vorstand aktiv waren. Sie erinnerten daran, wie vielbunt vor 15 Jahren begann: „Das war eine Zeit, in der ich – wie irgendwie alle im Verein – vieles zum ersten Mal gemacht habe. Vieles wussten wir einfach noch nicht. Doch wir hatten Mut.“ Gleichzeitig hoben sie hervor, wie aus einer kleinen Initiative ein Verein mit sichtbarer Wirkung weit über Darmstadt hinaus geworden ist. Ihr Appell lautete dabei auch: „Wir verändern die Welt nicht, wenn wir uns nur in den sicheren Räumen begegnen. Sondern wenn wir rausgehen, sichtbar bleiben, uns einmischen, diskutieren – und aushalten.“

    Zum Abschluss sprach Jan Bambach, der aktuelle erste Vorsitzende von vielbunt. Er ging auf den diesjährigen CSD ein und verband dies mit einem Appell an den Zusammenhalt. „Bei all den Herausforderungen ist es wichtig zu sehen, wie viele Menschen Herzblut und Zeit investieren, damit es queeren Menschen besser geht“, sagte er. Mit Blick auf politische Spaltungsversuche betonte er: „Sucht euch Verbündete, findet sie und behaltet sie. Zusammenhalt bleibt unser wichtigstes Werkzeug.“

    vielbunt dankt allen Aktiven, Mitwirkenden und Unterstützenden, die den Verein, den CSD und die Angebote des Queeren Zentrums möglich machen.

    Fediverse-Reaktionen
  • CSD Darmstadt 2025 setzt starkes Zeichen: Nie wieder still – ich l(i)eb’, wie ich will! 7.000 demonstrieren für Vielfalt, Selbstbestimmung und grundgesetzlichen Schutz

    Darmstadt, 16. August 2025. Laut, sichtbar und entschlossen: Unter dem Motto “Nie wieder still – ich l(i)eb’, wie ich will!” ist der Christopher Street Day (CSD) Darmstadt 2025 erfolgreich über die Bühne gegangen. Ab 12:00 Uhr startete auf dem Karolinenplatz die politische Auftaktkundgebung, im Anschluss legte die Demonstration eine Strecke von 3,3 Kilometer durch die Innenstadt zurück. Ab 15:00 Uhr wurde das Bühnenprogramm auf dem Karolinenplatz eröffnet. Der Tag endet mit der offiziellen CSD-Aftershowparty in der Centralstation.

    Bild: Falk Fleischer

    „‘Nie wieder still – ich l(i)eb’, wie ich will!’ ist für uns Versprechen und Forderung zugleich: Wir verteidigen unsere Errungenschaften und machen sichtbar, was queeres Leben braucht. Sicherheit, Räume, Rechte und Respekt“, sagt Christopher Januschkowetz, Leitung des CSD Darmstadt. „Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen, Initiativen, Künstler*innen, Sponsor*innen, den Einsatz- und Sanitätsdiensten sowie den vielen Menschen, die heute Haltung gezeigt haben. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sie ist Voraussetzung für Sicherheit, Teilhabe und gleiche Rechte.“

    Bild: Falk Fleischer

    „CSD ist mehr als ein Fest: Er ist ein politischer Auftrag“, betont Jan Bambach, 1. Vorsitzender von vielbunt e.V. „Wir fordern den grundgesetzlichen Schutz queerer Menschen durch die Ergänzung von Artikel 3 Absatz 3, nachhaltige und verlässliche Finanzierung sicherer Räume und Beratungsangebote – in Darmstadt, in Hessen und bundesweit – sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Hass und Hetze. Konkret brauchen wir in Darmstadt eine gesicherte Finanzierung unseres Queeren Zentrums; auf Landesebene stabile Mittel für LSBT*IQ-Netzwerkstellen, die AIDS-Hilfen und das Rainbow-Refugees-Programm.“

    POLITISCHE BILANZ UND FORDERUNGEN:

    • Grundgesetzlicher Schutz: Ergänzung des Art. 3 Abs. 3 um sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität.
    • Sichere Räume und Beratung: Nachhaltige Finanzierung des Queeren Zentrums Darmstadt sowie verlässliche Strukturen für LSBT*IQ-Netzwerkstellen, AIDS-Hilfen und Rainbow-Refugees-Programme in Hessen.
    • Konsequentes Vorgehen gegen Hass und Hetze: Effektive Strategien und klare Zuständigkeiten auf der Straße, im Netz und in den Parlamenten.
    • Intersektionale Verantwortung
    • Die moderne queere Befreiungsbewegung steht auf den Schultern vieler. Besonders von Schwarzen, Indigenen und People of Color. Marginalisierte Personen, darunter trans Frauen of Color, haben mit Mut und Widerstand, etwa in Stonewall, den Weg geebnet. Diese Geschichte verpflichtet: Ein intersektionaler Ansatz macht unseren Einsatz wirksamer, unsere Solidarität tiefer und unsere Community widerstandsfähiger.
    Bild: Falk Fleischer

    ZAHLEN:

    Teilnehmende an der Demonstration: 7.000 laut Polizeiangaben

    Beteiligte Gruppen/Initiativen/Stände: 28

    RÜCKBLICK AUF DEN TAG & WEITERE GEPLANTE PROGRAMMPUNKTE:

    • Politische Auftaktkundgebung mit Schirmherr Oberbürgermeister Hanno Benz.
      • “Wenn die Straftaten im Zusammenhang mit Queerfeindlichkeit seit 2010 sich verzehnfacht haben, dann ist es umso wichtiger, ein gemeinsames Zeichen zu setzen, Haltung zu zeigen und zu sagen: […] Wir hier in Darmstadt stehen zusammen.”
    • Grußwort der hessischen Staatsministerin Heike Hofmann.
      • “Der Pride an diesem zentralen Ort ist in Darmstadt auch eine Einladung an diese Stadt. An alle Neugierigen. An alle Allies. An alle, die wissen und erfahren wollen, welche Kraft in Vielfalt steckt!”
    • Zwei Podiumsdiskussionen: Landespolitik zu queerpolitischen Forderungen; Blick auf die Kommunalwahlen mit lokalen Politiker*innen.
      • Podiumsdiskussion zur Landespolitik mit Chardonnay von Tain als Moderation, MdL Andreas Ewald für die Grünen, MdL Peter Franz für die CDU, Viola Gebek für die FDP, MdL Bijan Kaffenberger für die SPD, Marcel Voges (Organisator des CSD Berlin) für die Community, Suse Umscheid für die Community.
      • Podiumsdiskussion zur Kommunalpolitik mit Chardonnay von Tain als Moderation, Leif Blum für die FDP, Philipp Wagner für die Grünen, Benedikt Freitag für die SPD, Frederik Jobst für Volt, Wolfgang Martin für Uffbasse, MdL Peter Franz für die CDU, Maria Stockhaus für die Linke, John Kortt für Die Partei.
    • Bühnenprogramm mit RawCat, Aron Pinter, Miss BunPun, Leo Yamane, Ariana Harmony, Dahlia Danger, Ember Remember, Kitty Bambule, Chardonnay von Tain, Lex Ferrari, Miss Anna Stood und Koko von der Line.
    • Offizielle Aftershowparty in der Centralstation mit DJane Käry, Leo Yamane, Emma McLellan und DJane Katrinity auf zwei Floors.
    Fediverse-Reaktionen
  • „Wähl Liebe“-Demonstration in Darmstadt: 2.500 Menschen setzen ein starkes Zeichen für Vielfalt und Demokratie

    Fotoalbum von Falk Fleischer

    Darmstadt, 15. Februar 2025 – Unter dem Motto „Wähl Liebe“ versammelten sich am Samstagvormittag rund 2.500 Menschen auf dem Friedensplatz in Darmstadt, um ein kraftvolles Signal gegen Hass und Hetze zu setzen. Die Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Aktion mit insgesamt 55 Demonstrationen in Deutschland und zusammengerechnet über 125.000 Teilnehmenden.

    Der Auftakt der Demonstration wurde von Jörg Ott moderiert, der die Teilnehmer*innen mit organisatorischen Hinweisen einstimmte. Anschließend ergriff Jan Bambach, Vorstandsmitglied von vielbunt e.V., das Wort und machte in seiner Rede deutlich, warum die Rechte queerer Menschen kein selbstverständliches Gut sind, sondern immer wieder verteidigt werden müssen.

    Ein bewegender Appell für Menschenrechte und Demokratie
    Jan Bambach erinnerte an die zunehmende Gewalt gegen queere Menschen und die wachsenden Bedrohungen durch rechtsextreme Strukturen. Er verwies auf die dramatischen Ereignisse beim letztjährigen CSD in Leipzig, bei dem Neonazis versuchten, die Veranstaltung zu stören. Die steigende Anzahl queerfeindlicher Angriffe sei ein alarmierendes Zeichen für die Gesellschaft. „Queere Rechte sind ein Gradmesser für Demokratie. Wer anfängt, Rechte abzubauen, trifft zuerst Minderheiten – und am Ende alle“, betonte Bambach.

    Drei zentrale Forderungen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung:

    1. Grundgesetzlicher Schutz queerer Menschen – Die Identität queerer Menschen muss explizit im Grundgesetz verankert werden.
    2. Sichere Räume für queere Menschen – Schutz- und Beratungsangebote sind essenziell und dürfen nicht weiter finanziellen Unsicherheiten ausgesetzt sein.
    3. Konsequentes Vorgehen gegen Hass und Hetze – Queerfeindliche Gewalt und Hetze müssen entschieden bekämpft werden.

    Demonstrationszug und Redebeiträge aus der Zivilgesellschaft
    Nach der Auftaktkundgebung setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Auf einer Route von etwa zwei Kilometern durch die Darmstädter Innenstadt machten die Teilnehmenden mit Schildern, Bannern und Sprechchören auf ihre Forderungen aufmerksam. Die Demonstration verlief größtenteils friedlich, vereinzelt wurden Teilnehmende jedoch angepöbelt.

    Nach der Rückkehr zum Friedensplatz folgten weitere eindrucksvolle Redebeiträge. Sam Gillessen von der DGB-Jugend Südhessen sprach über die Bedeutung von Freiheit und Sicherheit für alle Menschen und forderte, den Schutz queerer Menschen endlich im Artikel 3 des Grundgesetzes zu verankern. Sonja Götz, ebenfalls Vorstandsmitglied von vielbunt e.V., unterstrich die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung queerer Beratungsstellen und Schutzräume. Han Dittmar vom Gender_Queer-Netzwerk der TU Darmstadt machte auf die alarmierende Zunahme queerfeindlicher Gewalt aufmerksam und forderte entschlossene Maßnahmen gegen rechte Hetze.

    Bundesweite Mobilisierung: 55 Demonstrationen zeitgleich in Deutschland
    Die Veranstaltung in Darmstadt war Teil einer groß angelegten bundesweiten Mobilisierung. Zeitgleich fanden Demonstrationen in 55 Städten statt, bei denen insgesamt über 125.000 Menschen auf die Straße gingen, um sich gegen den Rechtsruck und für eine offene und demokratische Gesellschaft stark zu machen.

    Blick in die Zukunft: Wähl Liebe!
    Die Demonstration in Darmstadt war nicht nur ein Ausdruck des Widerstands gegen Diskriminierung und Hass, sondern auch ein Aufruf an die Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die Organisator*innen appellierten an alle Wahlberechtigten, sich aktiv an der Bundestagswahl am 23. Februar zu beteiligen und mit ihrer Stimme für eine inklusive und demokratische Gesellschaft einzutreten.

    Rede Jan Bambach

    Liebe Menschen. 28°, Sonnenschein, T-Shirt-Wetter und beste Laune. Das war der Samstag, 17. August 2024, während unseres Christopher Street Days in Darmstadt letztes Jahr.

    Während wir hier bunt und sicher standen, konnten wir für einen Augenblick vergessen, was alles aktuell in diesem Land abgeht. Wir hatten einen sicheren Raum für uns und konnten ungestört wir selbst sein. Die zahlreichen Bilder, die wir auch noch auf unserer Website haben, bezeugen das. Doch das waren nicht die, die wir im Anschluss im Spiegel, in der Zeit oder gar in der Tagesschau sahen.

    An diesem Tag fand zeitgleich der CSD in Leipzig statt. Hunderte Neonazis folgten dort dem Aufruf, den CSD zu stören. Teilnehmende pöbelten, brüllten queerfeindlich, zeigten NS-Symbolik und teilweise auch Hitlergrüße. Es lief uns eiskalt den Rücken herunter. Als ich hier auf dem Platz gegenüber vor einem halben Jahr noch zu Beginn des Tages Solidarität mit den Menschen unserer Community ausdrückte, wusste ich selber noch nicht, was sie da ertragen müssten.

    Eigentlich dürfte es uns nicht überraschen. Wir leben in einem Land, in dem queere Menschen über Jahrzehnte kriminalisiert wurden. In dem der § 175 mehr als 120 Jahre lang für Verhaftungen und gesellschaftliche Ächtung sorgte. In dem Schwule und Lesben noch in den 90ern mit „moralischen Bedenken“ aus ihren Jobs gedrängt wurden. Wer glaubt, dass die Rechte von queeren Menschen gesichert sind, weil es die Ehe für alle gibt oder das Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet wurde, übersieht die Realität. Hass und Hetze nehmen zu, queerfeindliche Gewalt steigt, und es gibt Parteien, die gezielt daran arbeiten, queere Errungenschaften wieder zurückzudrehen.

    Das macht zunächst hilflos. Doch nicht lange. Im Oktober haben sich alle CSD-Vereine in Deutschland in Nürnberg getroffen. Es ist etwas passiert, was noch nie zuvor passiert ist: Bei der Frage, ob man sich vereint für ein gemeinsames Slogan aller CSDs im Jahr 2025, gingen alle Hände nach oben.

    Wir stehen dieses Jahr vor einer Wahl:

    Nehmen wir es hin, wenn unsere Rechte nicht weiter ausgebaut oder nicht geschützt werden?

    Nehmen wir es hin, wenn unsere Identitäten durch Gender-Verbote unsichtbar gemacht werden?

    Nehmen wir es hin, wenn unser Schutz zur Verhandlungsmasse wird im Rahmen von Koalitionsgesprächen?

    Nehmen wir es hin, wenn man fordert, mehr Milei oder Musk zu wagen, wenn der eine Hassgewalt schützt und Demonstrationen zerschlagen lässt, der andere vielleicht Hitlergrüße zeigt, aber definitiv nicht nur das eigene trans Kind terrorisiert, sondern dabei hilft, die Rechte von trans Personen in einem ganzen Land wegzunehmen?

    Nehmen wir es hin, wenn man nachvollziehen kann, dass für die USA nur noch zwei von Geburt an gegebene Geschlechter existieren, dadurch nicht-binäre Personen ihre Pässe verlieren, von heute auf morgen möglicherweise nicht mehr ausreisen können, oder trans* Personen durch das Vorenthalten von medizinischer Hilfe gefährdet werden?

    Nehmen wir es hin, wenn ein Rückschritt, droht der mühsam erkämpfte Errungenschaften gefährdet?

    Wir haben in Nürnberg unsere Hand für eine gemeinsame Kampagne gehoben, weil das aufhören muss, sich gegenseitig bei der Menge der geforderten Grenzen und Einschränkungen für Minderheiten zu überbieten.

    Wir haben unsere Hand gehoben, weil das aufhören muss, sich gegenseitig bei der Anzahl der Geschlechter zu unterbieten und Selbstbestimmung einzuschränken.

    Wir haben unsere Hand gehoben, weil wir das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, auf gleiche Chancen, auf ein Leben ohne Angst fordern.

    Weil wir dort, wo andere nur schwarz-weiß sehen, den Regenbogen sehen.

    Weil wir sagen: wähl nicht Hass, sondern wähl Liebe.

    Liebe Menschen. 2°, bewölkt, Winterjackenwetter. Wir stehen trotzdem da und so werden wir den 15. Februar 2025 in Erinnerung behalten. Gemeinsam. Sicher. In 55 Städten in Deutschland gleichzeitig. In jeder Stadt aus demselben Grund. „Wähl Liebe.“ Seit wann spielt Liebe in der Politik eine Rolle? Seit immer! Einige Menschen sagen zu dieser „Liebe“ eben „Liebe“. Andere Menschen sagen dazu aber: „sozial“. Oder „Christlich“. Oder „grün“. Oder „liberal“. Oder „antifaschistisch“. In diese Reihe passt etwas, was sich als „Alternative“ zu diesen Dingen sieht, nicht rein. Denn das, was diese anderen Begriffe verbindet, ist die Liebe zur Demokratie.

    Haben wir nicht andere Probleme?

    Natürlich gibt es viele Themen, die uns bewegen: Wirtschaft, Außenpolitik, soziale Gerechtigkeit. Doch queere Rechte sind kein Luxusproblem. Sie sind ein Gradmesser für Demokratie. Wer anfängt, Rechte abzubauen, trifft zuerst Minderheiten – und am Ende alle. Wir wollen für diese Wahl drei Dinge:

    Wir wollen ein Grundgesetz, das schützt.

    Queere Menschen verdienen denselben Schutz wie alle anderen. Doch unsere Identität steht nicht im Grundgesetz. Das muss sich ändern – bevor es zu spät ist!

    Wir wollen sichere Räume, die Leben sichern.

    Jugendzentren, Beratungsstellen, Schutzräume – sie sind kein Lametta gegen Langeweile, sie unterstützen und retten Leben. Doch sie kämpfen ums Überleben. Wir fordern: stabile Finanzierung statt ständiger Existenzangst!

    Wir wollen Schluss mit Hass.

    Queerfeindliche Gewalt nimmt zu, Hetze wird salonfähig. Wer Menschen schützen will, muss Hetze stoppen. Wer mit Hass Politik macht, stellt sich gegen die Demokratie.

    Mit diesen drei Forderungen müssen wir die Mehrheitsgesellschaft erreichen! Wir dürfen nicht darauf hoffen, dass 40 oder 50 Prozent im Bundestag ausreichen – wir brauchen eine überwältigende Mehrheit, die für Demokratie, für Menschenrechte, für uns einsteht!

    Das bedeutet: Wir müssen aufeinander zugehen. Wir müssen reden. Nicht, um über unsere Rechte zu verhandeln – denn die sind nicht verhandelbar! Sondern, um klarzumachen, dass eine Gesellschaft, in der alle sicher sind, am Ende allen nutzt.

    Das ist nicht immer einfach. Es wird unangenehme Gespräche geben. Aber wir müssen sie führen – mit unseren Nachbar*innen, mit Freund*innen, mit unserer Familie. Wir müssen ihnen erklären, warum es nicht egal ist, ob und wo sie ihr Kreuz machen. Warum es nicht reicht, einfach nur „gegen etwas“ zu sein, sondern dass wir für etwas eintreten müssen: für eine Gesellschaft, die niemanden ausschließt! Für eine Zukunft, in der Menschenrechte nicht zur Diskussion stehen!

    Es geht dieses Jahr um mehr als zwei Kreuzchen. Die Bundestagswahl 2025 ist eine Richtungswahl: Werden die Rechte von LSBTIQ verteidigt oder zurückgedreht? Werden wir als gleichwertig anerkannt oder unsichtbar gemacht?

    Deshalb sagen wir: Wer Hass wählt, verliert Freiheit. Wer Angst sät, erntet Unsicherheit. Aber wer Liebe wählt, bekommt menschenfreundliche Politik, Sicherheit für alle und macht Schluss mit Hass. Wählt eine Zukunft, in der Vielfalt nicht verhandelt wird. Wählt eine Demokratie, die schützt! Wählt Liebe.

    Rede Sam Gillessen

    Liebe Kolleg*innen, liebe Freund*innen,

    es ist so wichtig, dass wir gerade hier stehen und ein Zeichen für eine vielfältige Gesellschaft setzen. Dass wir hier stehen, nachdem letzte und vorletzte Woche zwei Mal mehr als 10.000 Menschen in Darmstadt gegen rechte Hetze auf den Straßen waren, gibt mir Hoffnung.

    Eine der Forderungen, wegen der wir hier stehen, ist eine Gesellschaft, die Freiheit und Sicherheit für alle bietet. Mir fiel es etwas schwer, das greifbar zu machen, weil ich erstmal überlegen musste, was Freiheit und Sicherheit für mich bedeuten.

    Freiheit bedeutet in erster Linie, selbstbestimmt leben zu können. Ich konnte am 13.11.2024 endlich als nichtbinäre Person meinen Vornamen und Geschlechtseintrag ändern. Und das wurde verdammt nochmal endlich Zeit! Von Faschisten und ihren konservativen Freund*innen gibt es nun Rufe, das Selbstbestimmungsgesetz wieder abzuschaffen. Dazu sagen wir ganz klar: Angriffe auf unsere Selbstbestimmung nehmen wir nicht hin!

    Freiheit bedeutet nämlich auch die Wahrung der Grundrechte. Wenn wir uns die Gewalt gegen Demonstrierende in Riesa anschauen, muss ich an dieser Stelle betonen: Das gilt auch für das Recht auf Versammlungsfreiheit! Die Gewalt und Diskriminierung gegen uns als queere Menschen hat in den letzten Jahren zugenommen. Wenn wir wirklich die Grundrechte wahren wollen, muss endlich der Schutz von queeren Menschen ins Grundgesetz aufgenommen werden!

    Denn Freiheit bedeutet Freiheit von Diskriminierung. Mindestens 40% der in Studien befragten trans Menschen erleben regelmäßig Diskriminierung am Arbeitsplatz. Hier gibt es noch so verdammt viel zu tun! Wir müssen die betriebliche Mitbestimmung ausbauen, denn starke Betriebs- und Personalräte können bei Diskriminierung vor Ort unterstützen. Der Gesetzgeber muss Beschwerdestellen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz stärken, damit es direkte, geschulte Ansprechpersonen in den Betrieben gibt. Und insbesondere brauchen wir einen gesellschaftlichen Wandel zu einer vielfältigen Gesellschaft!

    Ich komm nun zum Thema Sicherheit.

    In München ist vorgestern ein Mann in eine gewerkschaftliche Streikdemo gefahren. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, Angehörigen und den Kolleg*innen vor Ort. Als Mitarbeiter*in des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist es schwer, mit anzusehen, wie diese Tat gerade für rassistische Sicherheitsdebatten instrumentalisiert wird. Rassistische Abschiebewettbewerbe bringen niemandem etwas und richten sich am Ende auch gegen uns, weil dadurch Faschisten gestärkt werden. 

    Gewalt gegen uns als queere Menschen geht vor allem von rechts aus. Das erleben wir doch alle tagtäglich, dass sich die Lage in den letzten Jahren durch rechte Diskurse verschlimmert hat. Und wir haben das auch bei den rechten Hetzkampagnen gegen die CSDs beispielsweise in Bautzen, Eisenach erlebt, aber auch bei den Angriffen auf die CSDs in Köln und Berlin. Diese Enthemmung wurde möglich durch die ständige Hetze, die vor allem durch die sogenannte AfD normalisiert wurde: Beatrix von Storch konstruiert eine angebliche Translobby und spricht bei geschlechtsangleichenden Behandlungen von Verstümmelung. Das ist widerlich! 

    Faschisten und ihre Verbündeten zu stärken, ist fatal!  Es darf keine Zusammenarbeit mit denen geben, die unsere Demokratie abschaffen wollen. Es darf keine Zusammenarbeit mit denen geben, die spalten, ausgrenzen und Menschen systematisch entrechten wollen! Ich zitiere dazu aus Qualityland von Marc-Uwe Kling: „Man besiegt die verdammten Wölfe nicht, indem man mit ihnen heult. Wir können die Rechten nicht schlagen, indem wir rechte Parolen grölen. […] Wenn die Leute Scheiße wählen wollen, werden sie immer die Original-Markenscheiße wählen und nicht die aufgewärmte Instant-Scheiße“.

    Wenn wir wirklich Sicherheit wollen, müssen wir rechte Akteur*innen konsequent bekämpfen. Und das erreichen wir eben durch SOZIALE Sicherheit! Rechte nutzen wirtschaftliche Unsicherheiten, um Sündenböcke zu schaffen. Wenn wir den Faschisten ihren Nährboden für ihre Hetze entziehen wollen, brauchen wir sichere Arbeit, gute Löhne, starke Tarifverträge, betriebliche Mitbestimmung und verdammt nochmal Umverteilung! Dafür kämpfen wir gemeinsam, in Schulen, Betrieben und Unis.

    Wählen ist wichtig, setzt euer Kreuz am 23. Februar an der richtigen Stelle! Aber das reicht nicht: engagiert euch weiterhin, egal ob in Gewerkschaften, Parteien, Vereinen oder sozialen Bewegungen! Lasst uns gemeinsam zeigen: Wir stehen GEMEINSAM und entschlossen für eine bessere Welt!

    Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov –  so hießen die Menschen, die bei dem rassistischen Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 ermordet wurden. Heute findet dazu die zentrale Kundgebung in Hanau ab 16 Uhr statt. Wir reisen gemeinsam ab 14:15 Uhr vom Hauptbahnhof an: schließt euch uns an und zeigt, dass wir uns nicht spalten lassen, dass wir gemeinsam gegen rechte Gewalt und an der Seite von Betroffenen stehen. Danke!

    Rede Sonja Götz

    “Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.”

    Dieses Zitat stammt von Gustav Heinemann, dem dritten Bundespräsidenten Deutschlands, der die CDU mitbegründete und sich später der SPD anschloß. Heinemann setzte sich für sozial Ausgegrenzte ein und trug mit dazu bei, dass der Paragraph 175 abgeschafft wurde, der Ehebruch und männliche Homosexualität zu einer Straftat machten.

    Dass wir uns heute hier versammeln müssen, zeigt deutlich, wie es um den Wert, die Menschlichkeit unserer Gesellschaft bestellt ist. 

    Denn leider sind es auch die schwächsten Glieder einer Gesellschaft, bei denen sich Hass und Gewalt entladen. In Zeiten gesellschaftlicher Spannungen trifft es zuerst die, die sich am wenigsten wehren können. Das war unter den alten Nazis so, und es ist bei den neuen nicht anders.

    In der Praxis sieht das so aus, dass Menschen und ganze Menschengruppen zu Zielscheiben gemacht werden. Allerdings nicht diejenigen, die für die Spannungen verantwortlich sind, sondern jene, die sich am wenigsten wehren können. Die sich eignen, um von den eigentlichen Missständen abzulenken, um als Ventil zu dienen, als Blitzableiter, bei dem sich der aufgestaute Hass entladen kann.

    Wir sehen das bei Menschen mit Migrationshintergrund und bei queeren Menschen, insbesondere Transpersonen. 

    Die CDU will das hart erkämpfte Selbstbestimmungsgesetz kippen, die AfD Unterstützung für trans Jugendliche kriminalisieren und die Ehe für alle wieder abschaffen, AfD und CDU gehen gegen das Gender vor – nur, welche gesellschaftlichen Probleme werden damit gelöst? Keines. Absolut keines.

    Aber wir sind eine bequeme Projektionsfläche. Wir sind nicht viele, laut Statistischem Bundesamt stellen queere Menschen 3-5% der Wahlberechtigung. Und queer zu sein, kann auch viel Kraft kosten, Kraft die wir dann nicht haben, um uns auch noch gegen Hetze und Gewalt von rechts zu verteidigen. Genau deshalb braucht es Akteure wie Vielbunt. Wir schaffen Strukturen, die Halt geben, Räume, die Schutz bieten, die zeigen: Du bist nicht allein. 

    Wir helfen, so gut wir können, mit den Herausforderungen umzugehen, die ein queeres Leben mit sich bringen kann, und das können einige sein.

    Nicht-binäre Menschen sehen sich mit starren Geschlechterrollen konfrontiert und einer Sprache, die für sie noch keine Pronomen kennt. Stichwort Gendern.

    Bisexuelle Personen müssen sich immer wieder anhören, sie könnten sich nicht entscheiden.

    Transpersonen mussten, als es das Selbstbestimmungsgesetz noch nicht gab, teure Gutachten und Gerichtsverfahren hinter sich bringen, bis 2011 wurden wir gezwungen, uns sterilisieren zu lassen, wenn wir unseren Personenstand ändern lassen wollten.

    Der Paragraph 175, der ab 1871 Homosexualität unter Männern zu einer Straftat machte, wurde erst 1994 abgeschafft, erst 2004 wurde laut Hessenschau der letzte “175er” aus dem Gefängnis entlassen, und “das ist ja schwul” wird auch heute noch abwertend verwendet.

    Das sind nur ein paar Beispiele für Themen, mit denen sich queere Menschen beschäftigen müssen und für deren Verbesserung wir uns einsetzen.

    Unsere Räume sind deshalb viel mehr als ein Ort mit vier Wänden. Für queere Menschen aller Altersstufen sind sie Orte des Ankommens, des Verstehens, der Sicherheit und des Austauschs. Und dieser Austausch ist wichtig, denn es ist eben keine Selbstverständlichkeit, dass Männer heute Männer lieben und heiraten dürfen. Dass Menschen sich nicht mehr sterilisieren lassen müssen, damit sie ihren Namen ändern dürfen. 

    Diese Dinge, die selbstverständlich sein sollten, mussten erkämpft werden. 

    Und auch diese Räume zu schaffen und zu verankern, in unseren Städten, in unserer Gesellschaft, in unseren Rechten, auch das ist ein Kampf.

    Obwohl es Aufgabe der Regierung ist, für den Schutz von Minderheiten zu sorgen, entzieht sie sich seit Jahrzehnten mehr und mehr dieser Verantwortung. Immer mehr Last wird von Menschen im Ehrenamt geschultert, wenn Gelder gestrichen werden, bleiben oft nur noch Spenden oder die Mitgliedsbeiträge, um Angebote finanzieren zu können.

    Es braucht also dringend wieder verlässliche, nachhaltige Konzepte, wie unsere Angebote finanziert werden können. Gerade bei Projekten, die Menschen Schutz, Sicherheit und Halt geben, ist es fatal, wenn aufgrund unsicherer Finanzierung die Angebote plötzlich wegbrechen. Dabei liegt noch ein weiter Weg vor uns!

    Paragraph 175 wurde zwar abgeschafft, es gibt im Moment die Ehe für Alle und das Selbstbestimmungsgesetz, aber ich sage bewusst “im Moment”.

    Denn alles, was wir erreicht haben, kann uns auch wieder genommen werden.

    In mehreren Bundesländern wurde ein Verbot der gendergerechten Sprache angekündigt, in Bayern und auch in Hessen ist es inzwischen in Kraft.

    Dass die Antidiskriminierungsstelle das als verfassungsrechtlich problematisch sieht, scheint egal zu sein.

    Zitat von Ferda Atama, Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung im ZDF:

    “Menschen zu verbieten, inklusive Sprache zu verwenden, ist ein Rückschritt ins letzte Jahrhundert. Der Staat sollte Respekt und Toleranz fördern, nicht verbieten.

    Aber was Ferda Atama zu Recht als Rückschritt anprangert, bezeichnen andere als Fortschritt.

    Vor zwei Jahren wurde in den USA das Recht auf Abtreibung aufgehoben, die Säuglingssterblichkeit stieg danach um bis zu 7%.

    Der neue Präsident der Vereinigten Staaten hat Transpersonen bereits an seinem ersten Tag im Amt die Daseinsberechtigung abgesprochen, die Ehe wird als Verbindung von Mann und Frau definiert. Sein Schattenpräsident Elon Musk sympathisiert ganz unverhohlen mit Alice Weidel von der AfD.

    Die AfD, die bereits 2018 versucht hat, die Ehe für Alle wieder abzuschaffen und auch jetzt mit diesem Vorhaben wieder in den Wahlkampf zieht. 

    Die AfD, die mit Hetze gegen Transpersonen erfolgreich auf Stimmenfang geht, wie die Wahlergebnisse und die zunehmende Gewalt gegen Transpersonen auf brutale Weise zeigen.

    Aber wir wehren uns! Wir lassen uns nicht mundtot machen und wir geben nicht kampflos all das auf, wofür so lange und so hart gekämpft wurde!

    Wir lassen uns nicht als Blitzableiter missbrauchen, an dem sich gesellschaftlicher Frust entlädt, während die Probleme ungelöst bleiben.

    Auch deshalb ist unser Widerstand so wichtig, denn er zwingt die Verantwortlichen, Farbe zu bekennen.

    Wir machen deutlich: Es geht den Faschisten nicht um Lösungen. Sie wollen eine Gesellschaft, die ihrer konservativen Ideologie entspricht – und dafür sind sie bereit, über Leichen zu gehen. Und das ist nicht nur eine Redewendung: Körperliche und seelische Gesundheit queerer Menschen, vor allem Jugendlicher, leiden unter der Gewalt, mit fatalen  Folgen. Eine Studie in der Schweiz kam zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Suizid zu begehen, bei queeren Menschen 4mal höher ist als beim Rest der Bevölkerung. Jede Form von Unterstützung – sei es medizinische Hilfe, Beratungsangebote oder eben auch Schutzräume – wirkt dem entgegen, sie rettet Leben. Wer uns diese Unterstützung nehmen will, sagt also ganz klar: Ein Recht auf Leben hat nur, wer in mein Weltbild passt. 

    Aber das ist keine Politik. Das ist Menschenverachtung. Wer Menschen ihre Rechte entzieht, wer sie entmenschlicht, gibt sie der Vernichtung preis. Und es ist keine hundert Jahre her, da wurde schon einmal von “lebensunwertem Leben” gesprochen und am Ende hatten Millionen ihr Leben verloren.

    Aber Geschichte muss sich nicht wiederholen!

    Wir können, wir müssen uns dem entgegenstellen!

    Deshalb sind wir heute auf der Straße. Wir zeigen, es gibt eine echte Alternative!

    Wir wählen nicht den Hass – wir wählen Liebe! Wir wählen Solidarität! Wir stehen zusammen, wir kämpfen füreinander, wir schützen einander! Denn nur, wenn wir uns gegenseitig stärken, entziehen wir dem Hass seinen Nährboden. Und nur gemeinsam können wir eine Zukunft bauen, in der alle Menschen – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft, Identität oder Liebe – frei und sicher leben können.

    Dafür fordern wir das Ende der Gewalt. Wir fordern einen entschlossenen Kampf gegen rechts und all jene, die unsere demokratische Gesellschaft zerstören wollen. 

    Wir fordern ein klares Bekenntnis zu den Werten, die unsere Gesellschaft stark machen: Menschlichkeit, Vielfalt, Respekt, Schutz von Minderheiten. Und diese Forderung geht an alle Parteien, die sich demokratisch nennen, nicht nur an die CDU.

    Denn für eine demokratische Regierung wird es ein breites Bündnis brauchen. Entsprechend sind alle Parteien gefordert, sich bei den entsprechenden Verhandlungen von der Menschlichkeit leiten zu lassen.

    Auch SPD und Grüne haben in der Vergangenheit leider immer wieder gezeigt, dass der Kampf für queere Rechte an Wichtigkeit verliert, wenn es um Koalitionen geht.

    Dafür haben 2018, als die AfD versuchte, die Ehe für Alle wieder abzuschaffen, 75 Abgeordnete der CDU FÜR eine Öffnung der Ehe gestimmt! 

    Hier auch noch einmal als Erinnerung, im Artikel 38 steht (leider noch ungegendert) zu unseren Abgeordneten:”Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.”

    Gewissen statt Fraktionszwang. Menschlichkeit statt Machtpolitik!

    Lasst uns das fordern, laut und sichtbar! Und lasst uns niemals aufhören, füreinander einzustehen!

    Rede Han Dittmar

    Auch diese Rede wird leider schmerzhaft. Bestimmt gibt es unter uns solche, die gerade nicht noch eine Erinnerung an die vielen Schläge der letzten Jahre gegen unsere Demokratie und die queere Community verkraften wollen. Euch möchte ich den Raum geben, auch hier auf der Demo auf euch aufzupassen und lieber erst dann wieder zuzuhören, wenn wir gemeinsam laut werden und Hoffnung tragen.

    Mir ist nur zu bewusst, dass viele diese Wahl nicht immer haben, dass wir uns im Alltag nicht immer aussuchen können, ob wir uns mit Hass auf unsere Lebensweisen auseinandersetzen wollen oder nicht. Manche von uns können closeted bleiben, halten es in bestimmten Situationen aus, nicht mit anderen darüber zu reden, wie sie fühlen. Andere würden sich damit zu viel Gewalt antun, tragen ihre Queerness schon notgedrungen nach außen, unabhängig davon, dass sie es den Hatern vielleicht auch einfach nicht gönnen, sich deretwegen zu verstecken. Viele von uns haben das lang und sehnlich erwartete Selbstbestimmungsgesetz genutzt. Bei aller Freude über den Rahmen für mehr Authentizität führt das in Situationen von Ausweiskontrollen, bei Reiseplänen ins Ausland, bei Ärzt*innen oder bei der Beantragung neuer Dokumente potentiell auch zu Schwierigkeiten und lässt Leuten nicht mehr die Wahl, sich als cis-geschlechtliche Bürgis lesen zu lassen. Und viele weitere von uns hatten nie die Möglichkeit überhaupt eine Abwägung zu treffen, weil sie nicht nur queer sind, sondern zum Beispiel auch sichtbar oder unsichtbar behindert, weil sie Unterstützung nutzen und dabei darauf angewiesen sind, in ihren Bedürfnissen für voll genommen zu werden, das aber leider viel zu oft nicht werden. Viele hatten nicht die Möglichkeit, Einfluss darauf zu nehmen, wie Menschen sie lesen, weil sie rassifiziert werden und damit in einer rassistischen Gesellschaft immer als „Andere“ aufgefasst werden, selbst wenn sie vielleicht willens wären, sich an cis-hetero-Normen anzupassen, oder weil sie auf der Flucht sind und einem rassistischen Staat erstmal beweisen müssen, dass sie queer genug sind, um bleiben zu dürfen, dass die vielschichtige Gewalt, die ihnen hier droht, weniger schlimm ist als die, die sie oder ihre Angehörigen in ihrem Herkunftsland erfahren haben.

    In dieser Einleitung sehen wir sofort, wie vielschichtig das Thema von queerfeindlicher Gewalt ist.

    Auch wenn zumindest Diskriminierung aufgrund des Geschlechts bereits im Grundgesetz verboten ist und die Verfolgung queerer Menschen theoretisch ein anerkannter Fluchtgrund ist, heißt das nicht, dass der Staat nicht selbst daran teil hätte, uns Gewalt anzutun. Expert*innen gehen davon aus, dass 90 % der queerfeindlichen Hasskriminalität gar nicht erst statistisch erfasst werden können. Ein Grund dafür ist, dass viele Queers sich gar nicht trauen, mit Gewalterfahrungen zur Polizei zu gehen, weil wir damit rechnen müssen, dass viele Polizist*innen Teil des Problems sind.

    Und trotz dieser Einschätzung sind die Zahlen viel zu hoch und steigen bisher unaufhörlich. 2023 – für letztes Jahr habe ich noch keine Statistik gefunden – sind in Deutschland 1785 Straftaten gegen LSBTIQ* Personen begangen worden. Das sind 50 % mehr als im Jahr davor. Am häufigsten sind wir Beleidigungen, Gewalttaten, Volksverhetzung, Nötigung und Bedrohungen ausgesetzt. Bei den Gewalttaten wurden 212 Opfer festgestellt, mehr als eines alle zwei Tage! Allein in Hessen ist die Zahl der Vorfälle zwischen 2022 und 2023 um 66 % gestiegen, 42 % der Fälle sind Körperverletzungen. Und das sind eben nur die Zahlen ohne Dunkelziffer.

    Berlin hat im Dezember den dritten Monitoringbericht zu queerfeindlicher Gewalt vorlegt. In einer Gesellschaft, die uns konstant kleinredet, zu einer Minderheit macht, die zu berücksichtigen den Aufwand nicht wert ist, sind solche Instrumente enorm wichtig. Sie machen eine abstrakte Zahl von Übergriffen verständlich. Sie zeigen den Verantwortlichen, diese Zahlen sind die Menschen, für die du zuständig bist und die deine Politik betrifft. Wenn wir durch ausführliche Berichte verstehen, in welchem Kontext Übergriffe stattfinden, wer dabei auf wen abzielt, ob und wie Taten verfolgt werden, können wir Konzepte erarbeiten, um einen besseren Schutz von Betroffenen zu erreichen.

    Berlin ist das einzige Bundesland, das so ein Instrument hat.

    Der Schutz von queeren Menschen darf nicht Ländersache bleiben. So gern ich mir ein queeres Utopia vorstelle, kann es nicht angehen, dass Queers bereits abwägen müssen, in welchem Bundesland sie sich sicher genug fühlen, um dort leben zu wollen. Es kann nicht sein, dass Bundesländer, die nicht mehr zu unserem Schutz beitragen, damit „belohnt werden“, dass wir Queers uns selbstständig zurückziehen und den Leuten, die im Land bleiben,  die Chance entziehen, mit uns zu leben und Vorurteile abzubauen. Gefahr für Leib und Leben darf nicht dazu beitragen, dass wir auch räumlich gespalten werden, wenn wir es politisch bereits in erschreckendem Ausmaß sind.

    Wir haben bei den letztjährigen CSDs bereits gesehen, wie sich diese räumliche Trennung auswirkt. Viele CSDs, gerade in kleineren Städten, waren überschattet davon, dass Menschen besorgt waren, durch die Sichtbarkeit noch angreifbarer zu werden; nicht nur bei der Pride Parade, sondern auch danach, wenn sie sich dort mindestens als Sympathisant*in gezeigt haben und nicht mehr von der Menge geschützt werden.

    Die rechten Kräfte wissen, wie die Kräfteverhältnisse vor Ort liegen und dass sie wenig dafür zu befürchten haben, wenn sie ihren Hass auf die Straßen tragen, nur weil wir frei sein wollen. Solange die Lage so prekär ist, müssen wir zusammen halten, solidarisch miteinander sein, Gegenmacht aufbauen.

    Ich sage „solange“, nicht weil ich denke, dass das jetzt nur mal kurz so ist, dass früher alles besser gewesen sei oder dass sich das bald wieder hat. Sondern weil ich daran glauben will und muss, dass irgendwann alles, was wir uns erkämpft haben, nicht mehr mit so vielen Rückschritten einher geht und dass Liebe gegen Hass gewinnt.

    Das ist aber kein Kampf, den wir alleine führen können oder müssen sollten.

    Wir fordern dabei Unterstützung von der Politik, nicht nur auf der Länderebene, sondern auch auf der Kommunalebene, indem unsere queeren Zentren und Initiativen erhalten bleiben und weiterhin finanzielle Förderung bekommen. Und indem queere Lebensrealitäten auch in der Pflege, im Sport und in der Bildung und Beratung berücksichtigt werden und solche Angebote allen zugänglich gemacht werden, ob in der Stadt oder auf dem Land.

    Wir fordern Support auch im digitalen Raum, wo seit Jahren Rechte über Zensur krähen, aber zunehmend linke und queere Inhalte „aus Versehen“ gesperrt, unbegründet gelöscht oder sogar offen verboten werden, während Hasskriminalität im Netz selbst unter Klarnamen in aller Regel folgenlos bleibt. Wir fordern die Zugänglichkeit von queeren Inhalten, gerade auch für junge Menschen, die sich damit selbst erkunden. Und dabei einen besseren Schutz vor Hassrede und Falschinformation durch eine konsequente Umsetzung des Digital Services Act.

    Wir fordern Unterstützung auch auf internationaler Ebene, indem nicht Staaten zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden, nur weil sich dort ein neues illegitimes Regime stabilisiert, sondern die Schutzbedürftigkeit von queeren Geflüchteten anerkannt wird und Politiker*innen sich auch gegenüber anderen Staaten und in der Entwicklungszusammenarbeit proaktiv klar zum Schutz von LGBTQIA+ bekennen.

    Wir fordern Rückhalt auf der Bundesebene, wo unser Existenzrecht nicht zur Debatte stehen, sondern unbedingt geschützt werden muss und wo Leute nicht darüber nachdenken sollten, wie man die Rechten durch Einschränkungen des SBGG und eine potentielle Neuauflage der Rosa Listen aus der NS-Zeit vielleicht ein bisschen glücklicher machen kann, sondern lieber darüber, wie sie queerfeindliche Einstellungen in der Bevölkerung abbauen können, wie sie es hasserfüllten Menschen erschweren, an Waffen zu kommen und wie sie dafür sorgen können, dass die Sicherheitsbehörden unser Vertrauen verdienen.

    Um eine Chance zu haben, dass all diese Forderungen umgesetzt werden, sind wir darauf angewiesen, dass Parteien regieren, denen queeres Leben kein Dorn im Auge ist und denen etwas am Erhalt und der Förderung einer demokratischen Rechtsstaatlichkeit liegt. Dafür müssen wir uns auch innerhalb der queeren Community und mit unserem Umfeld zusammenraufen und aktiv für Parteien eintreten, die unser aller Freiheit wahren wollen. Und wenn es nur im eigenen Interesse ist, weil wir beobachten können, wie nach den Rechten der am prekärsten Lebenden nach und nach auch immer mehr Rechte von weiteren Bevölkerungsgruppen einkassiert werden:

    Wenn ich selbst nicht schwanger werden kann, darf es mir nicht egal sein, wenn Parteien am Straftatbestand Schwangerschaftsabbruch festhalten. Wenn ich mir keine Kinder wünsche, darf es mir nicht egal sein, wenn Parteien queeren Familien die Anerkennung ihrer Verwandtschaft verwehren. Wenn ich lesbisch bin, darf es mir nicht egal sein, wenn Parteien transfeindliche Standpunkte vertreten. Wenn ich mich als trans-Mann identifiziere, darf es mir nicht egal sein, wenn Friedrich Merz Donald Trump „verstehen kann“, wenn der nur zwei Geschlechter anerkennt.

    Wir alle tragen Verantwortung füreinander, betroffen oder nicht, wenn wir nächste Woche wählen gehen und damit der Politik sagen, was und wer uns wichtig ist.

    Lasst uns diese Entscheidung bewusst treffen!

    Lasst uns mit unserem Kreuz auf dem Wahlzettel ein Zeichen gegen Hass und Hetze und für die Liebe setzen!

    Und lasst uns nach der Wahl zusammenkommen, und uns, egal was dabei rauskommt, gegenseitig stützen.

    Danke.

    Fotos von Falk Fleischer

  • Aufruf zur Demonstration am 15. Februar in Darmstadt: Wähl Liebe!

    Pressematerial

    Es ist fünf vor zwölf. Unsere Demokratie wird von zu vielen Menschen als selbstverständlich wahrgenommen oder sogar gefährdet. Der gesellschaftliche Frieden und die Sicherheit von Minderheiten stehen auf dem Spiel. Schwule, lesbische, bisexuelle, trans, inter und/oder queere Menschen sehen sich zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt, und der Ton gegen unsere Community wird rauer. Doch wir lassen uns nicht entmutigen:

    Am 15. Februar 2025 um fünf vor zwölf (11:55 Uhr) auf dem Darmstädter Friedensplatz ruft der CSD Darmstadt, organisiert von vielbunt e. V., zu einer bunten Demonstration auf. Diese Aktion, eine Woche vor der kommenden Bundestagswahl, steht unter dem Motto: “Wähl Liebe!”. Sie ist Teil einer bundesweiten Kampagne der CSD-Bewegung in Deutschland

    Jetzt ist die Zeit, unsere Stimmen zu erheben und zugunsten unserer Vielfalt für Demokratie und Menschlichkeit einzustehen! Wir sagen klar: Das geht bei der kommenden Bundestagswahl nur mit einem Kreuz bei einer demokratischen Partei.

    Was wollen wir?

    • Eine Gesellschaft, die Freiheit und Sicherheit für alle bietet: Niemand sollte in Angst leben müssen. Wir stehen für Vielfalt und Selbstbestimmung jedes Einzelnen. Das muss auch endlich im Artikel 3 des Grundgesetzes explizit für queere Menschen gelten!
    • Den Schutz queerer Räume, Strukturen und Rechte: Queere Menschen finden in allen Altersstufen vor allem in unseren eigenen und oft ehrenamtlich organisierten Strukturen Beratung und erste Anlaufpunkte. Die Finanzierung dieser Strukturen muss zukunftsfähig gestaltet werden. Ebenso müssen unsere hart erkämpften Rechte wie das Selbstbestimmungsgesetz oder die Ehe für Alle geschützt werden!
    • Gegen Hass und Hetze stehen: Die zunehmende Hassgewalt gegen queere Menschen und andere Minderheiten verlangt nach klarer Haltung und entschiedenem Handeln. Wir fordern eine sinnvolle Strategie von der kommenden Bundesregierung!

    Gemeinsam sind wir stärker!

    Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr bei den Gruppierungen und Vereinen, die ihre Unterstützung für uns ausgedrückt haben und dabei sein werden. Das sind unter anderem: DGB Südhessen, AStA TU Darmstadt, Der Paritätische – Hessen – Regionalgeschäftsstelle Darmstadt, Stabsbereich Chancengleichheit EKHN, DGB Jugend Südhessen, Fabian Salars Erbe- für Toleranz & Zivilcourage e. V., AStA Hochschule Darmstadt, Amnesty International Darmstadt, AWO Darmstadt, Jugendring Darmstadt, ver.di Regenbogen, Bund der Deutschen Katholischen Jugend – Bergstraße, Schlosskeller Darmstadt, AStA Evangelische Hochschule Darmstadt, pro familia Darmstadt, Theater Moller Haus, HUK Darmstadt, Omas gegen Rechts Darmstadt, Aids-Hilfe Darmstadt, Initiative: Vielfalt, jetzt!, Antidiskriminierungsnetzwerk Südhessen, Fridays for Future Bensheim, Eltern gegen Rechts, Migrastreik, Welcome to Bensheim.

    Ebenfalls haben wir im Vorfeld Unterstützung zugesagt bekommen von folgenden politischen Gruppen: Jusos Darmstadt, Grüne Darmstadt, SPD Darmstadt, DIE LINKE. Darmstadt, Grüne Jugend Darmstadt, FDP Darmstadt, Junge Liberale Darmstadt, UFFBASSE! – Fraktion Darmstadt, Volt Darmstadt und CDU Darmstadt.

    Wir laden euch alle ein, mitzumachen – als Mitglieder der queeren Community, als Verbündete oder einfach als Menschen, denen Vielfalt, Zusammenhalt und Solidarität am Herzen liegt. Wir werden uns am 15. Februar auf dem Friedensplatz versammeln, durch die Straßen gehen und eine Kundgebung mit diversen Reden abhalten.

    Lasst uns laut, bunt und solidarisch sein. Zeigt eure Unterstützung und bringt eure Freund*innen, Familien und Kolleg*innen mit. Denn nur gemeinsam können wir zeigen: Liebe ist stärker als Hass!

  • Aufruf zur Demonstration am 15. Februar in Darmstadt: Wähl Liebe!

    Am 15. Februar 2025 um fünf vor zwölf (11:55 Uhr) auf dem Darmstädter Friedensplatz ruft der CSD Darmstadt, organisiert von vielbunt, zu einer bunten Demonstration auf. Diese Aktion, eine Woche vor der kommenden Bundestagswahl, steht unter dem Motto: „Wähl Liebe!“. Sie ist Teil einer bundesweiten Kampagne der CSD-Bewegung in Deutschland

    Der gesellschaftliche Frieden und die Sicherheit von Minderheiten stehen auf dem Spiel. Schwule, lesbische, bisexuelle, trans, inter und/oder queere Menschen sehen sich zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt, und der Ton gegen unsere Community wird rauer. Doch wir lassen uns nicht entmutigen. Jetzt ist die Zeit, unsere Stimmen zu erheben und zugunsten unserer Vielfalt für Demokratie und Menschlichkeit einzustehen! Das geht nur mit einem Kreuz bei einer demokratischen Partei.

    Warum diese Demonstration?

    • Für eine Gesellschaft, die Freiheit und Sicherheit für alle bietet: Niemand sollte in Angst leben müssen. Wir stehen für Vielfalt und Selbstbestimmung jedes Einzelnen. Das muss auch endlich im Artikel 3 des Grundgesetzes explizit für queere Menschen gelten!
    • Für den Schutz queerer Räume, Strukturen und Rechte: Queere Menschen finden in allen Altersstufen vor allem in unseren eigenen und oft ehrenamtlich organisierten Strukturen Beratung und erste Anlaufpunkte. Die Finanzierung dieser Strukturen muss zukunftsfähig gestaltet werden. Ebenso müssen unsere hart erkämpften Rechte wie das Selbstbestimmungsgesetz oder die Ehe für Alle geschützt werden!
    • Gegen Hass und Hetze: Die zunehmende Hassgewalt gegen queere Menschen und andere Minderheiten verlangt nach klarer Haltung und entschiedenem Handeln. Wir fordern eine sinnvolle Strategie von der kommenden Bundesregierung!

    Gemeinsam sind wir stärker!

    Wir laden euch alle ein, mitzumachen – als Mitglieder der queeren Community, als Verbündete oder einfach als Menschen, denen Vielfalt, Zusammenhalt und Solidarität am Herzen liegt. Wir werden uns am 15. Februar auf dem Friedensplatz versammeln, durch die Straßen gehen und eine Kundgebung mit diversen Reden abhalten.

    Lasst uns laut, bunt und solidarisch sein. Zeigt eure Unterstützung und bringt eure Freund*innen, Familien und Kolleg*innen mit. Denn nur gemeinsam können wir zeigen: Liebe ist stärker als Hass!

  • LSBT*IQ-Flüchtlingsarbeit: Projekt Rainbow Refugees steht vor dem Aus.

    vielbunt e.V. und die AIDS-Hilfe Darmstadt e.V. unterstützen mit dem Projekt “Rainbow Refugees Darmstadt” seit 2015 LSBT*IQ Flüchtlinge in Darmstadt und den umliegenden Landkreisen. Dies betrifft auch Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen und in der Abschiebungshafteinrichtung Darmstadt-Eberstadt.

    Gemeinsam mit AIDS-Hilfen in anderen Städten wird so die flächendeckende Beratung und Begleitung von LSBT*IQ Flüchtlingen in ganz Hessen gewährleistet. Bieten psychosoziale Beratung, helfen bei Behördengängen, vermitteln rechtlichen Beistand, medizinische und psychotherapeutische Versorgung und ermöglichen den Zugang zur LSBT*IQ-Community. Darüber hinaus werden Asylsuchende im schwierigen Prozess des Asylverfahrens bei der Bearbeitung und Verarbeitung ihrer Fluchtgründe unterstützt. Trägern und Behörden im Asylbereich steht das Projekt als Partner zur Verfügung.  

    Diese dringend notwendige Arbeit wurde in den vergangenen Jahren vom Land Hessen gefördert.

    Gestern teilte der Landesverband der AIDS-Hilfe Hessen mit, dass das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege die Förderung im kommenden Jahr komplett streicht.

    Somit lässt sich unsere Arbeit nicht mehr fortsetzen. Geflüchtete, die lesbisch, schwul, bi, trans und/oder queer sind, werden ab dem kommenden Jahr auf sich gestellt sein, wenn es um LSBT*IQ-spezifische Probleme und Fragen geht. Neue Asylsuchende, die vor Homofeindlichkeit und Transfeindlichkeit aus ihren Herkunftsländern geflüchtet sind, werden keine LSBT*IQ-Ansprechpersonen vorfinden, an die sie sich vertrauensvoll wenden können.

    Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD heißt es: “Wir wollen Einrichtungen und Projekte fördern und stärken, die […] durch Beratung, Aufklärung und Opferhilfe einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Diskriminierung leisten. Ein Augenmerk gilt auch der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und der LSBTIQ*-Community sowie Hassgewalt gegen diese.” – diese Worte passen nicht zum aktuellen Handeln der Landesregierung.

    Der queerpolitische Sprecher der SPD-Fraktion hat sich vor wenigen Tagen noch in Frankfurt davon überzeugt, wie bedeutsam die Arbeit für Rainbow Refugees ist. Besonders beunruhigend ist das Streichen dieser Unterstützungen, weil queere Geflüchtete von der im Koalitionsvertrag beschriebenen „echten Rückführungsoffensive“ nun umso härter betroffen sein werden. Obwohl sie in ihren Herkunftsländern unter Repressalien leiden und nicht selten vom Tode bedroht sind.
    Wir verurteilen diese Entscheidung sehr und blicken mit viel Sorge auf die Zukunft der Betroffenen. Weitere Informationen befinden sich in der Pressemitteilung der AIDS-Hilfe Hessen: https://www.aids-hilfe-hessen.de/de/nachricht/hessische-landesregierung-streicht-gelder-fuer-rainbow-refugee-support

  • CSD Darmstadt 2024 – Der Trailer zur Veranstaltung

    Am 17. August 2024 werden Darmstadts Straßen wieder farbenfroh. Im Rahmen des Christopher Street Day – veranstaltet von vielbunt e.V. – gibt es ab 12:00 Uhr eine Demonstration und ein anschließendes Fest unter dem Motto “Schillernd gegen Schund – Darmstadt bleibt bunt!”. Es erwartet euch eine spannende politische Podiumsdiskussion, Live-Musik, Redebeiträge aus der Community, Stände von Organisationen und Parteien sowie eine Drag-Queen-Show.

    Unser Mottotext unterstreicht, wie wir uns gegen den immer sichtbarer werdenden Rechtsruck wehren: Wir fordern eine politische Landschaft, die sich mit den drängenden Problemen unserer Zeit beschäftigt, statt durch Diskriminierung von Minderheiten ablenkt. Auch die Gesellschaft muss lernen, Populismus abzulehnen.

    Doch woran lassen sich die populistischen Instrumente der Demokratiefeinde erkennen? In unserem diesjährigen CSD-Trailer zeigen wir euch das! Aurora und Effi erklären darin auf eine unterhaltsame und aufklärerische Art, woran wir Spaltung, Kulturkämpfe, Einschränkungen von Sichtbarkeit und Propaganda erkennen können:

  • Ministerpräsident Boris Rhein muss die verbalen Angriffe auf LSBT*IQ Menschen stoppen!

    In den letzten Monaten spürten lesbische, schwule, bisexuelle, trans und/oder sonstige queere Menschen (LSBT*IQ) in Hessen, dass sich die Zeiten für sie geändert haben. Schon vor der Wahl hat die CDU vielen wichtigen Forderungen der LSBT*IQ Community eine Absage erteilt. Außerdem sprach der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein gar von einer “Überrepräsentation” von Minderheiten und hat bislang öffentlichkeitswirksam als einzige Maßnahme, die queere Menschen betrifft, ein Gender-Verbot vorgestellt. Mit Blick auf die steigenden Zahlen von Hassgewalt gegen LSBT*IQ Menschen ist es ein fatales Zeichen, dass der Regierungschef eines Bundeslandes Öl ins Feuer gießt.

    Bereits im November haben wir, 29 hessische Organisationen, gemeinsam als Bündnis “Vielfalt für ein starkes Hessen” deshalb gemahnt: Der derzeitige raue Umgangston gegenüber Minderheiten muss beendet werden um zu einem konstruktiven, inklusiven Dialog mit Vertreter*innen der LSBT*IQ Gemeinschaft zurückzukommen. Wir stellen fest, dass gerade das absolute Gegenteil getan wird und jüngst die verbale Brandmauer zur AfD durchbrochen wurde.

    Beim Bundesparteitag der CDU in Berlin am 6. Mai blickten viele Augen und Kameras auf Boris Rhein in der Rolle als Hessischer Ministerpräsident, der ein Ministerpräsident für alle sein sollte. Bevor er stolz vom “härtesten Gender-Verbot in Deutschland” erzählte, warf er anderen Parteien vor, Menschen mit Verboten und Bevormundung zu überfordern. Dies war für uns ein Zeichen, dass die folgenden Worte vermutlich vom Wahlkampf geprägt sein werden, und wir sollten Recht behalten. Der Satz “Die Menschen jedenfalls haben die Nase voll von Genderwahnsinn.” war jedoch selbst neben dem bislang harten Tonfall schockierend für uns. Hessen hat somit zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten, der unreflektiert das antifeministische und queerfeindliche Narrativ des “Genderwahnsinn” übernimmt.

    Der Hintergrund dieses Begriffs dürfte Rhein möglicherweise bekannt sein. Er wurde hier in Deutschland gemeinsam mit der Gründung der Alternative für Deutschland (AfD) etabliert. Der Begriff “Genderwahn(sinn)” soll sämtliche inklusive Bestrebungen wie die Ehe für Alle, geschlechtergerechte Sprache, Anerkennung von trans* Personen und die Aufklärung an Schulen über LSBT*IQ Lebensrealitäten diffamieren.

    Die Äußerungen der AfD aus den letzten 10 Jahren zeichnen eine unmissverständliche Chronik: Dabei wird der Kampf um geschlechtliche Selbstbestimmung mit dem Begriff des “Genderwahns” schrittweise reduziert auf das sogenannte Gendersternchen. Dies funktioniert mutmaßlich so hervorragend, weil das Unsichtbarmachen von Menschen abseits von “männlich” oder “weiblich” noch harmloser wirkt, als ihnen direkt ihre Identität abzusprechen.

    Dieser Begriff ist eine Vorstufe in einem Kampf gegen queere Menschen und Rhein hat ihn öffentlichkeitswirksam genutzt. Für queere Menschen in Hessen und in Deutschland ist dies ein alarmierendes Zeichen.

    Es gibt zwei Arten, dem Rechtsruck zu entgegnen: entweder, man kopiert die Argumente von Rechtsextremist*innen, oder man setzt ihnen antidiskriminierende und demokratische Politik für alle entgegen. In Hessen zeigt sich, dass Rhein und seine Kolleg*innen aus der CDU systematisch eben jene Narrative der AfD kopieren, die der queeren Gemeinschaft schaden. Eine Ankündigung auf CDU-Kanälen verwies auf die BILD-Zeitung und sprach herablassend von einem “Irrsinn von Genderstern”. Auch CDU-Minister Manfred Pentz kopiert einen Kampfbegriff der AfD, wenn er “Wir wollen keine Sprachpolizei” sagt. Eine politikwissenschaftliche Analyse zeigt, dass das Kopieren von AfD-Forderungen in erster Linie nicht die AfD schwächt, sondern sie stärkt und die Brandmauer gegen Rechtsextremismus zerstört.

    Wir fordern Boris Rhein deshalb auf: Stoppen Sie die verbalen Angriffe auf LSBT*IQ Menschen! Wenn Sie wirklich eine Politik “für Alle” haben möchten, die “die gesellschaftliche Mehrheit stärkt und gleichzeitig die Rechte von Minderheiten schützt”, können Sie diese Hetze nicht weiter auf dem Rücken von queeren Menschen betreiben. 

    – Bündnis “Vielfalt für ein starkes Hessen”

    Bündnispartner*innen:

    • AIDS-Hilfe Offenbach e.V.
    • Autonomes queer-feministisches Frauen||referat im AStA der Justus-Liebig-Universität
    • Broken Rainbow e.V.
    • Colorful e.V.
    • CSD Darmstadt
    • CSD-Wiesbaden
    • DGB-Jugend Südhessen
    • dgti e.V.
    • Evangelisches Stadtjugendpfarramt Wiesbaden
    • FLC – Frankfurter Leder Club e.V.
    • Goluboy Wagon e.V.
    • KANA Jugendkirche
    • LandesFrauenRat Hessen (LFR Hessen)
    • LIBS e.V. – Lesben Informations- und Beratungsstelle
    • LimBUNT e.V.
    • LLL – Lebendiges Lesben Leben e.V. (Trägerverein des Queeren Kulturhaus LSKH Frankfurt am Main)
    • LSVD Hessen e.V.
    • Luckys FFM
    • OFfen Queer
    • pro familia Hessen gGmbH
    • PROUT AT WORK-Foundation
    • Queer in Stadt und Kreis Offenbach
    • Queeres Zentrum Wiesbaden e.V.
    • queerformat – pro familia Kreis Groß-Gerau
    • The Vegan Rainbow Project
    • VelsPol Hessen e.V. – das queere Netzwerk für Polizei, Justiz und Zoll in Hessen
    • ver.di Regenbogen LAK Hessen
    • vielbunt e.V.
    • Warmes Wiesbaden e.V.

    Unterzeichner*innen:

    • Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
    • Fabian Salars Erbe e.V. – für Toleranz und Zivilcourage
    • Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V., Regionalgruppe Darmstadt
  • Verdrehte Fakten in den Begründungen für Hessens Gender-Verbote

    Wir, das Bündnis „Vielfalt für ein starkes Hessen“, mit 29 queeren Organisationen, und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sind irritiert von den aktuellen Entwicklungen in Hessen. Aufgrund des Gender-Verbots für Schüler*innen hat das Bündnis letzte Woche erneut ein Gesprächsangebot an die Hessische Landesregierung gestellt. Einen Tag später legte sie weiter nach. Nun wird auch den Minister*innen das Gendern mit Sonderzeichen verboten. Eine Ankündigung auf CDU-Kanälen verweist auf die BILD-Zeitung und spricht herablassend von einem “Irrsinn von Genderstern”.

    Diese Art der Sprache erinnert uns sehr stark an das antifeministische und bei der rechtsextremen AfD beliebte Narrativ des sogenannten Genderwahns. Auch CDU-Minister Manfred Pentz kopiert einen Kampfbegriff der AfD, wenn er “Wir wollen keine Sprachpolizei” sagt. Paradoxerweise, während er durch das Unterzeichnen eines Gender-Verbots selber als Sprachpolizei agiert. In einem inzwischen gelöschten (aber im Internet archivierten) vorherigen Posting der CDU Hessen zeigt die Aussage “CDU-Politiker verbietet SPD-Ministerien das Gendern”, dass es neben eines populistischen Kulturkampfes auch um Machtspiele geht. Beides darf nicht auf dem Rücken von queeren Menschen ausgetragen werden.

    Während eine Übernahme von solchen antifeministischen und antiqueeren Narrativen durch konservative Parteien nicht neu ist, sind wir irritiert davon, dass die SPD dies ebenfalls mitträgt. Insbesondere, nachdem sie der queeren Community im Wahl-O-Mat Hessen vor der Wahl die gegenteilige Position versprach. Dabei werden im öffentlichen Diskurs außerdem viele Fakten verdreht oder weggelassen, was zu Irrtümern führt. Diese möchten wir hier gerne klarstellen.

    Irrtum 1: Der Rat der deutschen Rechtschreibung bestimmt die Gender-Verbote.

    Das wurde so von der Hessischen Landesregierung bereits beim Gender-Verbot für Schüler*innen dadurch suggeriert, dass mit der “Positionierung des Rats für deutsche Rechtschreibung” argumentiert wurde. Fakt ist jedoch, dass der Rechtschreibrat in seiner Pressemitteilung vom 15. Dezember 2023 schrieb:

    “Vorgaben für die Bewertungspraxis liegen in der Zuständigkeit der Schulpolitik und obliegen nicht dem Rat für deutsche Rechtschreibung.”

    Das bedeutet im Klartext, dass aus der Beobachtung vom Rechtschreibrat, dass Gendersterne noch nicht “zum Kernbestand der deutschen Orthographie“ gehören, nicht ein Gender-Verbot folgt. Im Gegenteil wird in der Pressemitteilung vom Rechtschreibrat sogar die Option erwähnt, dass eine “rezeptive Toleranz” von Gendersternen eine Option wäre.

    Dass man für ein Gender-Verbot kämpft, ist also eine politische Entscheidung, die nicht beim Rat der deutschen Rechtschreibung lag. Aus unserer Sicht wird hier der Standpunkt des Rechtschreibrats von der Hessischen Landesregierung verzerrt und instrumentalisiert. Ironischerweise führt nun ausgerechnet federführend die CDU, die gegen einen von niemandem geforderten Gender-Zwang wetterte, einen Zwang zum Nicht-Gendern ein.

    Irrtum 2: Die Gender-Verbote sollen für ein einfacheres Textverständnis sorgen.

    Das Wirtschaftsministerium kommunizierte laut hr als Begründung des Gender-Verbots: „Zu einer bürgernahen Verwaltung gehört auch eine einheitliche und verständliche Sprache.” Fakt ist, dass es Untersuchungen zum Textverständnis bei Benutzung des Genderssterns gibt. Die TU Braunschweig fasst die Untersuchung zusammen mit:

    “Insgesamt spricht die Forschung zu geschlechtergerechter Sprache und Textverständlichkeit dafür, dass geschlechtergerechte Sprache die Verständlichkeit nicht beeinträchtigt, solange die geschlechtergerechten Formen den gewohnten Formen ähnlich sind.”

    Sonderzeichen seien laut dem hessischen Wissenschaftsminister “gerade für Menschen mit einer Lern-, Seh- oder Hörbeeinträchtigung ein großes Hemmnis”. Es gibt die “leichte Sprache”, die in solchen Fällen deutlich zielführender wäre. Die Tatsache, dass das eigene Angebot der hessischen Regierung in leichter Sprache stark vernachlässigt wird, zeigt jedoch, dass dieses Argument eher eine Ausrede ist. Ebenfalls gilt für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung laut der Uni Marburg:

    “Personen, welche Texte mit einem Screenreader auslesen, können durch Einstellungen weitgehend selbst bestimmen ob Genderzeichen gar nicht vorgelesen, teilweise vorgelesen oder vollständig vorgelesen werden.”

    Irrtum 3: Gendern funktioniert auch ohne Sonderzeichen.

    Laut Hessenschau besagt die neueste Anweisung mit dem Gender-Verbot für Minister*innen, dass “geschlechtsneutrale Formulierungen oder die männliche und die weibliche Form verwendet werden” sollen. Doch das geht nur bedingt.

    Geschlechtsneutral zu formulieren ist in vielen Fällen mit Genderstern deutlich einfacher als ohne. Als Beispiel kann das Wort “Opportunist*in” betrachtet werden, welches deutlich leichter und schneller zu lesen ist als die Formulierung “eine die Gelegenheit ergreifende Person”. Das Verwenden der weiblichen und männlichen Form verlängert Texte nicht nur, sondern blendet auch Menschen aus, die sich nicht den beiden Geschlechtern zuordnen lassen.

    Irrtum 4: Es soll kein Kulturkampf um das Gendern geführt werden.

    Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) erklärte laut Hessenschau im Februar vor dem Landtag, dass er keinen „Kulturkampf“ um das Gendern führen wolle. Inzwischen lenkt die Hessische Landesregierung fast wöchentlich mit dem Thema Gendern ab. Ihr Kampf spiegelt einen Konflikt zwischen traditionellen und modernen Ansichten über Sprache und Gleichberechtigung wider. Das ist per Definition also ein Kulturkampf um das Gendern, welcher Ministerpräsident Boris Rhein führt. Ein sehr unnötiger Kulturkampf, zu Lasten von queeren Menschen, der zudem auch noch von den wichtigen Forderungen der queeren Community ablenkt.

    – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

    Bündnis „Vielfalt für ein starkes Hessen“

    Bündnispartner*innen:

    • AIDS-Hilfe Offenbach e.V.
    • Autonomes queer-feministisches Frauen||referat im AStA der Justus-Liebig-Universität
    • Broken Rainbow e.V.
    • Colorful e.V.
    • CSD Darmstadt
    • CSD-Wiesbaden
    • DGB-Jugend Südhessen
    • dgti e.V.
    • Evangelisches Stadtjugendpfarramt Wiesbaden
    • FLC – Frankfurter Leder Club e.V.
    • Goluboy Wagon e.V.
    • KANA Jugendkirche
    • LAK ver.di Regenbogen Hessen
    • LandesFrauenRat Hessen (LFR Hessen)
    • LIBS e.V. – Lesben Informations- und Beratungsstelle
    • LimBUNT e.V.
    • LSVD Hessen e.V.
    • Luckys FFM
    • OFfen Queer
    • pro familia Hessen gGmbH
    • PROUT AT WORK-Foundation
    • Queer in Stadt und Kreis Offenbach
    • Queeres Zentrum Wiesbaden e.V.
    • queerformat – pro familia Kreis Groß-Gerau
    • T*räumchen Kassel/AIDS-Hilfe Kassel e.V.
    • The Vegan Rainbow Project
    • VelsPol Hessen e.V. – das queere Netzwerk für Polizei, Justiz und Zoll in Hessen
    • Warmes Wiesbaden e.V.
    • vielbunt e.V.