Pressemitteilungen

Zu den aktuellen Querdenker-Demonstrationen in Darmstadt

Es geht um uns alle:

Pressemitteilung Darmstadt 14.01.2022
Eine sehr laute, radikalisierte Minderheit geht momentan immer wieder in Darmstadt auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Sie nennen das Meinungsfreiheit und berufen sich auf ihre Bürger*innenrechte — wir nennen diesen Aufmarsch rücksichtslos und gefährlich!

Als queere Community Darmstadt sind wir auf geschützte Räume angewiesen. Zu uns kommen Menschen, die in der Familie, im Berufsleben und anderen Bereichen Diskriminierung erfahren. Sie finden bei uns Schutz und können in unseren Räumen ihre sexuelle und/oder geschlechtliche Identität angstfrei ausleben. Für uns ist es von höchster Bedeutung, dass unsere Räume auch physisch betreten werden können.

Während der Corona-Pandemie mussten viele unserer Präsenzveranstaltungen abgesagt werden. Wir waren durch Abstand solidarisch. Diese Absagen haben uns weh getan, für viele bedeuten sie Belastung und Leid. Aber die Absagen waren richtig und wichtig — weil unsere Community solidarisch ist und wir als Gesellschaft gemeinsam durch diese Pandemie gehen müssen.

Wer aktuell auf die Straße geht, um gegen diese notwendigen Maßnahmen zu demonstrieren, relativiert die Gefahr durch das Virus und beteiligt sich am Verbreiten von Falschinformationen. “Querdenkende Spaziergänge” sind kein Ausdruck von Meinungsfreiheit — sie sind vor allem ein Angriff auf unsere Gesellschaft und im Speziellen auf die queere Community.

Wir als vielbunt e. V. Darmstadt rufen zu Solidarität und Zusammenhalt auf. Mit der Schutzimpfung gegen das Coronavirus haben wir das Privileg, uns selbst sowie unsere Mitmenschen zu schützen. Deshalb der klare Aufruf: Schützt euch und andere, indem ihr euch impfen lasst. Nur so kann unsere Community wieder physisch zusammenfinden.

Mit bunten Grüßen aus Darmstadt

vielbunt e.V.

Solidarität mit verfolgten queeren Aktivist*innen
in unserer polnischen Partnerstadt Płock

Deutsch

Sehr geehrte Damen_Herren,

wir von vielbunt e.V. sehen uns als Gestalter_innen queeren Lebens sowie als Ansprechpartner_innen und Sprachrohr für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter und queere Menschen (LSBT*IQ) in Darmstadt. Unsere Solidarität endet jedoch nicht an der Stadtgrenze – in diesen Tagen schauten wir insbesondere auf unsere polnische Partnerstadt Płock.

Nachdem dort eine Kirche in einer Kunstinstallation zum Osterfest im Jahr 2019 „Homosexualität“ als Sünde darstellte, ließen das drei queere Aktivistinnen nicht unkommentiert. Sie teilten aus Protest eine Fotomontage, die ein Regenbogen auf einem Marienbild zeigt – und standen deshalb in Płock vor Gericht.

Wir finden, dass ein Regenbogen kein Verbrechen ist und dass die Verfolgung von Regenbogensymbolen, die an die Illegalität von Regenbogenflaggen in der Öffentlichkeit in Russland erinnert, so nicht passieren darf. Aus diesem Grund nahmen wir das zum Anlass, unsere Solidarität auszudrücken, zum Handeln aufzufordern und den aktuellen Stand zusammenzufassen: https://www.vielbunt.org/news/aktuelles/solidaritaet-mit-verfolgten-queeren-aktivistinnen-in-unserer-polnischen-partnerstadt-plock/

Mit dem noch nicht rechtskräftigen Urteil am 2. März steht nun fest, dass die drei Aktivistinnen unschuldig sind. Während dies erfreulich ist, ändert das leider wenig an den bestehenden sogenannten “LGBT-ideologiefreien Zonen” in Polen und der durch diesen Prozess weiter vorangetriebenen Spaltung der Gesellschaft in der Frage, ob queere Menschen akzeptiert werden sollen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn dieser Umstand in Darmstadts Partnerstadt Płock und der Umgebung im Rahmen Ihrer Berichterstattung Aufmerksamkeit bekommen könnte. Bitte lassen Sie uns wissen, falls Sie dafür noch weitere Informationen benötigen.

Mit bunten Grüßen aus Darmstadt

English

Dear Ladies_Gentlemen,

we at vielbunt e.V. see ourselves as shapers of queer life and as contact persons for lesbian, gay, bisexual, trans*, inter and queer people (LGBT*IQ) in Darmstadt. However, our solidarity does not end at the city limits – these days we are looking in particular at our Polish partner city of Płock. 

After a church there depicted „homosexuality“ as a sin in an art installation for Easter in 2019, three queer activists did not let this go uncommented. In protest, they shared a photo montage showing a rainbow on an image of the Virgin Mary – and stood trial in Płock because of it.

We insist that a rainbow is not a crime and that the persecution of rainbow symbols, reminiscent of the illegality of rainbow flags in public in Russia, should not take place. For this reason, we took this as an opportunity to express our solidarity, call for action, and summarize the current situation: https://www.vielbunt.org/news/aktuelles/solidaritaet-mit-verfolgten-queeren-aktivistinnen-in-unserer-polnischen-partnerstadt-plock/

The verdict of March 2 not yet legally binding proclaims that the three activists are not guilty. While this is worth gladness, it changes unfortunately little about the so-called the established “LGBT ideology-free zones” in Poland as well as the continuously growing split in the society over the question whether queer persons should be accepted.

We would be very pleased if this occasion in Darmstadt’s twin city Płock and its neighbourhood could get attention in the context of your reporting. Please let us know if you need any further information for this.

With colorful greetings from Darmstadt

Polski

Szanowni Państwo,

my z vielbunt e.V. uważamy siebie za organizatorów queer życia, a także osób kontaktowych i rzeczników  dla ludzi homoseksualne, biseksualne, trans*, inter oraz queer w Darmstadtu. Nasza solidarność, jednak, nie jest ograniczona naszym miastem – w te dni spoglądamy zwłaszcza nasze polskie miasto partnerskie Płock.

Po tym jak kościół tam przedstawił w instalacje na wielkanoc „homoseksualność“ jak grzech, trzy aktywistki nie zostawili to tak. Na protest one rozpowszechniły fotomontaż, w jakim Matka Boska z Częstochowa ma tęczową aureolą – i za to stojały przed sądem w Płocku.

My uważamy, że tęcza nie jest przestępstwom oraz że prześladowanie symbolów tęczowych przypomina o zakazu na pokaz publiczny symbolów tęczowych w Rosji i nie powinno się odbywać. Dlatego z takiej okazji wyrażamy swoją solidarność, zew do działania, oraz podsumujemy stanowisko aktualne:

https://www.vielbunt.org/news/aktuelles/solidaritaet-mit-verfolgten-queeren-aktivistinnen-in-unserer-polnischen-partnerstadt-plock/

Wyrok od 2. marca jeszcze nie ostateczno prowadzony wyznaje trzech aktywistek niewinnymi. Chocz to jest naprawdę radosno, mienia to, na żal, niewiele, kiedy chodzi o istniejące t. zw. “zony wolne od LGBT ideologii” czyli rozłam społeczny dookoła tego czy osoby queer mają być zaakceptowane.

Bylibyśmy wdzięczni gdyby ta sytuacja w naszem miastu partnerskim i jego okolicach otrzymała uwagą przez waszą komunikacją. Prosimy powiedzieć jeśli potrzebujecie więcej informacji o tym.

Z wielobarwnym poważaniem z Darmstadtu

10 Jahre vielbunt

Eigentlich hätte heute eine große Feier mit vielen Freund_innen und Unterstützer_innen von vielbunt im Queeren Zentrum stattfinden sollen, aber wie viele andere Geburtstagsfeiern in diesem Jahr muss das aufs nächste Jahr verschoben werden. Älter wird vielbunt dennoch und die runde Zahl 10 bietet einen schönen Anlass kurz zurückzublicken, Danke zu sagen und einen kleinen Ausblick in die Zukunft zu wagen. 

In den vergangenen Jahren hat unser Verein eine beachtliche Entwicklung genommen. Aus einer kleinen Gruppe LSBT*Q- Aktivist_innen die vielbunt damals gegründet hatte, ist mittlerweile ein Verein mit über 300 Mitgliedern, 10 verschiedenen Arbeitsgruppen, einem Queeren Zentrum und 3 hauptamtlichen Mitarbeiter_innen geworden. Dass dies so möglich war, ist in erster Linien den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen zu verdanken, die unzähligen Stunden an Zeit und Herzblut in vielbunt gesteckt haben und dies auch weiterhin tun. Ganz allein geht es auch nicht, ohne viele Freund_innen, Sponsor_innen und auch politische Unterstützer_innen wäre vieles von dem was heute da ist in dieser Form nicht möglich gewesen. vielbunt und die gesamte Community in Darmstadt werden das nicht vergessen.

vielbunt hat in den letzten Jahren einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen  sowie trans, inter und queere Personen vor allem in Darmstadt, aber auch darüber hinaus geleistet. Natürlich fällt da zuerst der CSD ein, aber auch die Kundgebungen zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17.Mai, der regelmäßige Stammtisch, der mittlerweile in fast jedem Restaurant der Stadt war, die spontane Demo zur „Ehe-für-Alle“, die queeren Angebote auf dem Weihnachtsmarkt und das vorhandensein des Queeren Zentrums können hier stellvertretend für jedes Angebot des Vereins genannt werden.

Der Verein hat schon immer klare Kante gezeigt, nicht nur gegen Homo- und Transphobie, sondern gegen jede Form der Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit. Aufruf und Teilnahme an Gegendemonstrationen gegen Rechte und Nazis sind für vielbunt ebenso selbstverständlich und notwendig, wie die Kundgebungen nach dem Attentat von Orlando oder zur Situation in Tschetschenien und auch Reisen nach Stuttgart oder Wiesbaden gegen Kundgebungen der sogenannten Demo für alle.

Es waren intensive erste 10 Jahre für vielbunt und so ist es irgendwie auch nicht verwunderlich, dass dieser besondere Geburtstag in Zeiten einer besonderen Herausforderung stattfindet. Neben der Frage wie es ein Verein schafft den Zusammenhalt auch in Lockdown-Zeiten zu sichern und Austausch und Begegnungen weiterhin zu ermöglichen, gilt es auch den Blick in die Zukunft zu richten und den Verein für die nächsten 10 Jahre gut aufzustellen. 

Um die Wichtigkeit der Angebote und Community steht auch am heutigen Tag mit zwei digitalen Veranstaltungen im Mittelpunkt des Geburtstags am Nachmittag findet der Online-Talk „Queere Räume – Queere Krisen“ statt und am Abend lädt vielbunt gemeinsam mit der AIDS-Hilfe Darmstadt zur „Onlinsten AIDS-Gala der Welt“ ein. 

Pressemitteilung: Die Onlineste AIDS-Gala der Welt

vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt veranstalten am Samstag, den 28.11.2020 zum neunten Mal gemeinsam eine etwas andere AIDS-Gala

Was als „Kleinste AIDS-Gala der Welt“ begann und sich über die Jahre immer wieder durch alternative Konzepte auszeichnete, wird auch während der Pandemie wieder neue Wege beschreiten: Statt der „Kleinsten AIDS-Gala der Welt“ findet zum Welt-AIDS-Tag die „Onlineste AIDS-Gala der Welt“ statt

Wie jedes Jahr organisieren vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt gemeinsam eine außergewöhnliche Spenden-Gala zum Welt-AIDS-Tag. Bekannte Künstler_innen und neue Talente treten diesmal im Online-Stream für den guten Zweck auf. Die Veranstalter_innen bleiben dem alternativen Charakter der letzten Jahre treu und versprechen einen vielfältigen Abend: Verstörung, Verzauberung, Chic und Rebellion werden direkt auf die Bildschirme zuhause übertragen. Nicht zuletzt verkörpert durch die schonungslose Moderatorin: Drag Queen und Polit-Tunte Rosa Opossum lädt in ihr Schlafzimmer ein und freut sich auf ein volles virtuelles Haus: „Menschen mit HIV sind ein selbstverständlicher Teil unserer Community und unserer Gesellschaft. Wir wollen auch während der aktuellen Lage Solidarität zeigen und hoffen auf viele Spenden!“ Die Veranstaltung bietet den Gästen ein abwechslungsreiches Programm und stellt sich auf die Seite von Menschen, die von HIV oder AIDS betroffen sind. Eine HIV-Infektion bedeutet auch heute noch zu oft, dass Menschen an den Rand der Gesellschaft und in Armut gedrängt werden. Patricia Wagner von der AIDS-Hilfe Darmstadt: „Wir sind sehr froh und dankbar, dass auch in diesem Jahr wenigstens die gute Tradition der AIDS-Gala aufrechterhalten werden kann und freuen uns, wenn möglichst viele Menschen sich auf diese Weise solidarisch mit uns zeigen. Und natürlich freuen wir uns über möglichst viel Spenden, die unmittelbar für die Unterstützung unserer Klient_innen eingesetzt werden.

Die „Onlineste AIDS-Gala der Welt“ findet im Rahmen des Welt-AIDS-Tages statt. Weltweit wird jährlich am 1. Dezember an das Thema HIV/AIDS erinnert und zu Solidarität mit HIV-Infizierten, an AIDS Erkrankten und ihnen nahestehenden Menschen aufgerufen.

Onlineste AIDS-Gala der Welt
Datum: 28.11.2020
Beginn 21.00 Uhr

Die Links zu den Streams werden auf vielbunt.org und facebook.com/vielbunt veröffentlicht.

Facebook Event: https://www.facebook.com/events/648475095848749

Vor während und nach der Show kann direkt über PayPal oder Überweisung an die AIDS-Hilfe gespendet werden.

Kontakt für Rückfragen:

stefan.kraeh@vielbunt.org
Telefon: 06151-3534346

Achtkleinste AIDS-Gala der Welt

vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt veranstalten am Samstag, den 30.11.2019 zum achten Mal gemeinsam eine etwas andere AIDS-Gala.

Die Achtkleinste AIDS-Gala der Welt präsentiert bekannte Künstler_innen und neue Talente verschiedenster Genres für den guten Zweck im Queeren Zentrum. Wie auch in den vergangenen Jahren organisieren vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt gemeinsam eine außergewöhnliche Spenden-Gala zum Welt-AIDS-Tag. Die Veranstalter_innen bleiben dem alternativen Charakter der letzten Jahre treu: Professionelle Bands und Newcomer_innen wechseln sich im Programm ab und versprechen einen vielfältigen Abend für den guten Zweck. Verstörung, Verzauberung, Chic und Rebellion treffen an diesem Abend aufeinander. Nicht zuletzt verkörpert durch die schonungslose Moderatorin des Abends: Drag Queen und Polit-Tunte Rosa Opossum freut sich wieder auf ein volles Haus und ein wie immer spendables Publikum: „Menschen mit HIV sind ein selbstverständlicher Teil unserer Community und unserer Gesellschaft. Wir wollen am Welt-AIDS-Tag Solidarität zeigen, in Form eines schönen Abends mit vielfältigem Programm und einer Menge Spenden!“

Die Veranstaltung bietet den Gästen einen abwechslungsreichen Abend und stellt sich gleichzeitig gegen die Stigmatisierung von Menschen, die von HIV oder AIDS betroffen sind. Eine HIV-Infektion bedeutet zu oft noch, dass Menschen an den Rand der Gesellschaft und in Armut gedrängt werden. Die eingenommenen Spenden werden unmittelbar für die Unterstützung der Klientinnen und Klienten der AIDS-Hilfe Darmstadt eingesetzt. Die Organisator_innen versprechen Live-Musik, Travestie, Kabarett und Anarchie für den guten Zweck.

Achtkleinste AIDS-Gala

Die Achtkleinste AIDS-Gala der Welt findet im Rahmen desWelt-AIDS-Tagesstatt. Weltweit erinnern jährlich am 1. Dezember verschiedenste Organisationen an das Thema HIV/AIDS und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit HIV-Infizierten, an AIDS Erkrankten und ihnen nahestehenden Menschen zu zeigen.

Achtkleinste AIDS-Gala der Welt
30.11.2019/ 19.00 Uhr
Queeres Zentrum

Kranichsteiner Str. 81
64289 Darmstadt
Eintritt: gegen Spende
hier gehts zum Event bei facebook

Pressenanfragen: stefan.kraeh@vielbunt.org / 0176-62573994

Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt

vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt veranstalten am Samstag, dem 01.12.2018 zum siebten Mal gemeinsam eine etwas andere AIDS-Gala

Die Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt präsentiert bekannte Künstler_innen und neue Talente verschiedenster Genres für den guten Zweck im Queeren Zentrum.
Wie auch in den vergangenen Jahren organisieren vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt gemeinsam eine außergewöhnliche Spenden-Gala zum Welt-AIDS-Tag.

Die Veranstalter_innen bleiben dem alternativen Charakter der letzten Jahre treu: Professionelle Bands und Newcomer_innen wechseln sich im Programm ab und versprechen einen vielfältigen Abend für den guten Zweck. Verstörung, Verzauberung, Chic und Rebellion treffen an diesem Abend aufeinander. Nicht zuletzt verkörpert durch die schonungslose Moderatorin des Abends: Drag Queen und Polit-Tunte Rosa Opossum freut sich wieder auf ein volles Haus und ein wie immer spendables Publikum: „Menschen mit HIV sind in unserer Gesellschaft und auch in der Community unsichtbar. Wir wollen am Welt-AIDS-Tag Solidarität zeigen, in Form eines schönen Abends, vielfältiger Beiträge und vieler Spenden!“

Der Name ist Programm

Die Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt hat über die Jahre an vielen Locations in Darmstadt stattgefunden. Mit dem Queeren Zentrum ist sie 2018 wieder an einem kleineren Ort gelandet. Rosa Opossum erklärt hierzu: „Auf die Größe kommt es nicht an – die Technik muss stimmen! Vor allem, wenn man die kleinste Gala bleiben will, muss es eng und kuschelig sein! Diese Benefizgala bringt die Menschen wirklich zusammen.“
Die Veranstaltung bietet den Gästen einen abwechslungsreichen Abend und stellt sich gleichzeitig gegen die Stigmatisierung von Menschen die von HIV oder AIDS betroffen sind. Eine Infektion mit HIV bedeutet zu oft noch, dass Menschen an den Rand der Gesellschaft und in Armut gedrängt werden. Die eingenommenen Spenden werden unmittelbar für die Klientinnen und Klienten der AIDS-Hilfe Darmstadt eingesetzt: bei denen nämlich, die wirklich dringend Unterstützung benötigen.

Bühnenprogramm für den guten Zweck

Die Organisator_innen versprechen Live-Musik, Travestie, Kabarett und Anarchie für den guten Zweck: Sämtliche Gewinne der Veranstaltung kommen den Klient_innen der Aids-Hilfe Darmstadt e.V. zugute.

Die Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt findet am Welt-AIDS-Tag statt. Weltweit erinnern jährlich am 1. Dezember verschiedenste Organisationen an das Thema HIV/AIDS und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit HIV-Infizierten, an AIDS Erkrankten und den ihnen nahestehenden Menschen zu zeigen.

Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt
01.12.2018 / 19.00 Uhr

Eintritt: gegen Spende
Queeres Zentrum (Kranichsteiner Str. 81, 64289 Darmstadt)
stefan.kraeh@vielbunt.org
Telefon vielbunt: 0176-62573994

 

Sam wurde nach Jamaika abgeschoben

Im vergangenen Winter ist ein 29-jähriger Mann aus Jamaika in der
Erstaufnahmeeinrichtung in Darmstadt gelandet. Er hat sein Heimatland verlassen müssen, weil der Karibikstaat eines der homofeindlichsten Länder der Erde ist. In Deutschland suchte er Schutz und hoffte auf ein freies Leben als schwuler Mann.

Kurz nachdem Sam* zu uns Kontakt aufgenommen hatte, wurde er auch schon wieder weiterverteilt. Aus der Erstaufnahme in Darmstadt erhielt er einen Transfer in die Nähe von Marburg. Wir konnten ihm Kontaktadressen in der Region nennen. Der Rainbow Refugee Support in Marburg hat ihn weiter betreut und begleitet. Zwar konnten wir Sam nicht mehr treffen, jedoch hielt er den Kontakt über Sprach- und Textnachrichten weiter aufrecht.
So haben wir auch schnell erfahren, dass sein Asylantrag abgelehnt wurde. Er hat sich juristischen Beistand geholt und gegen die Ablehnung geklagt.

Jamaika ist für Touristen der Himmel und für Schwule die Hölle

Wir haben ihm die Daumen gedrückt und auf eine positive Entscheidung des Verwaltungsgerichts gehofft. Dass Jamaika kein sicheres Land für Homosexuelle ist, ist durch zahlreiche Reports von Amnesty International, der US-Regierung und auch durch Hinweise des Auswärtigen Amts erwiesen. Immer wieder lesen wir Nachrichten von Überfällen und Mordanschlägen auf sexuelle
Minderheiten. Jamaikanische Sänger rufen in ihren Liedtexten und auf Konzerten dazu auf, Schwule zu jagen und zu verbrennen. Auch schwule Jamaikaner, die wir bisher in unserer Arbeit getroffen haben, haben gewalttätige und mörderische Angriffe überlebt oder ihnen nahestehende Menschen verloren. Ein Mann aus Kingston sagte uns: „Jamaika ist für Touristen der Himmel und für Schwule die Hölle.“

Mitte April wurde Sams Klage abgewiesen. Wir selbst haben das Urteil nicht gelesen, aber Sam hat uns angerufen und erzählt, dass das Gericht ihm nicht glaubte, als er die Situation von Homosexuellen in Jamaika geschildert hat. Man sagte ihm, er würde übertreiben.

Sam
Von der Polizei eingetretene Zimmertür

Seither verbrachte Sam die Tage und vor allem Nächte in ständiger
Anspannung. An einem Tag schickte er uns Fotos von der vollkommen demolierten Zimmertür seines Nachbarn, der ebenfalls aus Jamaika nach Deutschland geflüchtet war. Mitten in der Nacht sei die Polizei gekommen, um ihn für die Abschiebung abzuholen, hat dabei die Tür eingetreten und alle in Panik versetzt. Auch Sam wurde klar, dass es ihn ebenso jederzeit treffen konnte.

In einem Telefonat mit uns hat er irgendwann nicht mehr sprechen können und begonnen zu weinen. Minutenlang konnte auch unser ehrenamtlicher Supporter nichts mehr sagen. Es fehlten die Worte.

Im Hintergrund wurde derweil eiligst daran gearbeitet, die nächsten
rechtlichen Schritte zu gehen. Auch wir haben recherchiert und eine
Stellungnahme verfasst. Sam sollte in Deutschland bleiben.

Heute Vormittag um kurz nach 11 Uhr hat die Polizei Sam überraschend in der Gemeinschaftsunterkunft aufgesucht. Nichts hat zuvor darauf hingewiesen, dass er heute abgeschoben werden würde. Er hat keine Ausreiseaufforderung erhalten, er wusste nicht, dass er an diesem Tag zurück nach Jamaika gehen muss.
Noch während er notdürftig einige Sachen packte, hat er alle informiert, was gerade passiert Auch uns hat er geschrieben. Er hoffte, dass wir noch irgendetwas tun können. Während er mit einem Bus zum Frankfurter Flughafen gebracht wurde, reichte sein Anwalt neue Eilanträge bei Gericht ein, die die bevorstehende Abschiebung am Nachmittag vielleicht noch abwenden könnten. Wir haben ihn daran erinnert, wie der Abschiebeversuch von Emile verlaufen ist. Auch die Flughafenseelsorge wurde vom Rainbow Refugee Support  in Marburg informiert. Wenigstens sollte der Vorgang beobachtet werden, wenn den Flüchtlingshelfer_innen schon die Hände gebunden waren.

Ich kann nicht zurück nach Jamaika gehen

Sam saß alleine im Bus auf dem Weg zum Flughafen und fragte per
Textnachricht, was nun passieren wird. Er sagte: Ich kann nicht zurück nach Jamaika gehen. Eine ewige Stunde lang haben wir nichts von ihm gehört. Das nächste Mal meldete Sam sich aus dem Flugzeug. Er hat es nicht geschafft, sich bemerkbar zu machen. Er konnte niemandem um ihn herum bitten, ihm zu helfen. Die Resignation und Hilflosigkeit hat ihn gehindert, die letzte, wenn auch kleine Chance zu nutzen, seine Abschiebung doch noch zu verhindern.

Wir sind sicher, dass über seinen Fall in der folgenden Instanz positiv beschieden worden wäre, hätte man ihn nicht vorher eiligst abgeschoben . Wir beobachten in der letzten Zeit eine rasante Beschleunigung der Verfahren. Sobald es zu Ablehnungen kommt, werden Menschen innerhalb kürzester Zeit ohne Vorwarnung abgeholt und zum Flughafen gebracht. Wo zuvor noch Monate Zeit waren, sich auf Klageverfahren vorzubereiten, die dann letztendlich auch erfolgreich waren, werden abgelehnte Asylsuchende mittlerweile innerhalb kürzester Zeit abgeschoben.  Niemand kann innerhalb weniger Tage  neue Hinweise und Argumente recherchieren, die dann letztendlich zu einer positiven Entscheidung führen.

Hier erkennen wir ein System, das vor allem darauf setzt, Ablehnungen schnell durchzuziehen und Menschen in gefährliche Länder und Regionen zurückzuschicken, bevor sich sich gegen das Unrecht das gesprochen wurde zur Wehr setzen können.

Ständig werden mit Leistungskürzungen, nicht versandten Ausreiseaufforderungen, Hausarrest und solchen überfallartigen Abschiebeaktionen neue Formen gesucht, asylsuchende Menschen eine faire Behandlung zu verwehren und sie so schnell es geht abzuschieben. Wir verurteilen diese Asylpolitik, die sich uns vor allem als Abschiebepolitik darstellt. Die in allen Aspekten schwache Position Geflüchteter in Deutschland wird ausgenutzt, um Akten schnell zu schließen. Dass Schutzbedürftige in diesem in unseren Augen unrechten Vorgehen ihrem Schicksal überlassen werden, ist für uns ein beschämender und skandalöser Vorgang.

Heute Nachmittag um 14.30 Uhr ist ein Flugzeug von Frankfurt nach Jamaika gestartet. Ein schwuler Mann sitzt darin, auf dem Weg in homofeindlichste Land der Karibik. Wir fragen uns, wie Behörden und Gerichte eine solche Entscheidung treffen können.

Wir versuchen weiter Kontakt zu Sam zu halten und ihn von hier aus zu unterstützen. Da das für uns der erste Fall einer vollzogenen Abschiebung ist, müssen wir nun zunächst herausfinden was wir tun können. Aber wir bleiben dran.

Wir sind weiter entschlossen, geflüchteten Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans* mit allen Mitteln zu helfen.
Ihre Herkunftsländer sind nicht sicher, ihre Abschiebungen sind Unrecht.

 

*Wir haben den Namen geändert

IDAHOBIT 2018 in Darmstadt

Auch in diesem Jahr wollen wir den 17. Mai als Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit (IDAHOBIT) mit einer Kundgebung in der Innenstadt begehen.

Während sich die Situation sexueller Minderheiten in Deutschland gerade in letzter Zeit spürbar verbessert hat und man auf den sommerlichen CSD-Demonstrationen oft gerne positive Bilder vermitteln will, wollen wir bei unserer Demonstration am IDAHOBIT auf Missstände hinweisen und die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Intersexuellen und Trans* thematisieren.

Auch in diesem Jahr steht der IDAHOBIT unter einem Thema, das die Community in Darmstadt besonders beschäftigt. Angesichts der wachsenden Zahl an abgelehnten Asylanträgen von verfolgten LSBTI Geflüchteten und jüngster Versuche, einzelne von ihnen unvermittelt abzuschieben, konzentrieren sich die Kundgebungsbeiträge dieses Jahr auf Rainbow Refugees und internationale LSBTI-Verfolgung.

Wir wollen gemeinsam mit allen Unterstützer_innen auf dem Luisenplatz für eine weltoffene Gesellschaft und ein Ende der Verfolgung sexueller Minderheiten demonstrieren.

Wir rufen alle trans*, lesbischen, bisexuellen, inter*, schwulen, queeren und heterosexuellen Menschen auf, ein sichtbares und hörbares Zeichen gegen Diskriminierung sexueller Minderheiten und Rassismus zu setzen und am 17. Mai um 17.30 Uhr zum Darmstädter Luisenplatz zu kommen.

Sagt es auch euren Freund_innen, Bekannten und Familienmitgliedern weiter!

Hier geht es zur Veranstaltung bei Facebook! Teilnehmen und Leute einladen!

Und weil es mittlerweile Tradition hat:
Nach den Redebeiträgen werden wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, traditionell einen schmissigen Hit abzuspielen, zu dem man sich umarmen, küssen, die Hand geben oder freundlich zunicken kann.

Emile soll nicht abgeschoben werden!

Am heutigen Montag, den 26. März wurde ein von uns betreuter schwuler Mann aus Nigeria überraschend von der Polizei aus der Darmstädter Erstaufnahme mitgenommen und zur Abschiebung geführt. Über mehrere Stunden wussten weder wir noch sein Partner, mit dem er gemeinsam die Flucht nach Europa angetreten hatte, wo er sich befindet, wohin er gebracht wird und wie es ihm ging.

In Nigeria ist Homosexualität illegal. Das Strafgesetz sieht eine Gefängnisstrafe von bis zu 14 Jahren vor, in den nördlichen Bundesstaaten droht mit der Schari’a zudem die Todesstrafe (Tod durch Steinigung).  Selbst die Betätigung in Gruppen, die sich für Gay Rights oder HIV-Prävention einsetzen, wird mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft. Amnesty International berichtet, dass im Sommer letzten Jahres 42 Personen verhaftet wurden, weil sie bei einem HIV-Interventionsprogramm teilgenommen haben. Die Betroffenen wurden nicht nur durch die Behörden bestraft, sondern auch von der Polizei den Medien vorgeführt. Diese öffentliche Bloßstellung kommt einer Freigabe zum Abschuss gleich. Die nigerianische  Bevölkerung ist extrem homofeindlich eingestellt und sieht sich nicht zuletzt durch staatliche und religöse Ächtung sexueller Minderheiten zur Lynchjustiz berechtigt.

Da sie diese Zustände nicht mehr aushalten konnten, sind Fabrice und Emile* aus Nigeria geflüchtet. Sie haben sich als Paar entschieden, ihre Heimat zu verlassen, um in Deutschland frei und sicher leben zu können. Sie wünschten sich ein Leben, in dem man sie für ihre Liebe weder verachtet, noch einsperrt oder tötet. emile

Die beiden jungen Männer sind im Winter in Darmstadt angekommen und haben sich sofort bei vielbunt gemeldet.  In mehreren Treffen konnten wir sie kennenlernen, ihnen beim Ankommen in Darmstadt weiterhelfen. Bei Unsicherheiten standen wir ihnen zur Seite und so manche Ängste konnten wir ihnen nehmen. Auch wenn sie sich gerade erst in der Erstaufnahmeeinrichtung befanden, haben wir dennoch sehr gehofft, dass ihre Anhörung zu einem positiven Ergebnis führt und beide in Deutschland, bestenfalls bei uns in Darmstadt bleiben können. vielbunt hat seit 2015 sehr viele LSBT Geflüchtete und deren Schicksale kennengelernt. Dennoch ist die Aussicht darauf, dass Menschen in Länder abgeschoben werden, in denen sie keine Zukunft haben und um ihre Sicherheit bangen müssen, für uns jedes Mal schockierend.

Die Polizei kam um 5.00 Uhr morgens

Ebenso erschreckend ist die Art und Weise, wie im Asylverfahren mit Geflüchteten insgesamt und LSBT Geflüchteten im Speziellen umgegangen wird.  Emile und Fabrice haben, kaum in Deutschland angekommen, sofort einen Ablehnungsbescheid erhalten. Eine Darstellung ihrer Fluchtgründe und ihrer individuellen Biografien war nicht möglich. Die Tatsache, dass sie als Schwule besonderer Verfolgung ausgesetzt sind, wurde schlicht nicht berücksichtigt.  Die beiden mussten sich einen Anwalt nehmen und sofort Widerspruch gegen diese pauschale und ungerechtfertigte Ablehnung einlegen.

Heute früh um 5.00 Uhr kamen insgesamt vier Polizeibeamte in die Erstaufnahmeeinrichtung in Darmstadt um Emile abzuholen. Sie klopften an und betraten ohne abzuwarten das Zimmer. Sie fragten, wer von den Anwesenden Emile sei und teilten ihm mit dass er unverzüglich nach Italien abgeschoben wird. Er hatte zwei Minuten Zeit, um seine Sachen zusammenzusuchen. Ihm wurde nicht erlaubt, sich von seinem Partner Fabrice zu verabschieden. Ihm wurde auch zunächst nicht gestattet, seinen Anwalt zu kontaktieren. Dann ging es weiter zum Polizeirevier Darmstadt. Bevor er das Gebäude betreten durfte, wurden Emile Handschellen angelegt. Auch im Polizeirevier war er die ganze Zeit an einen Stuhl gefesselt. Hier wurde ihm dann gestattet, seinen Anwalt anzurufen, den er um diese Uhrzeit nicht erreichen konnte. Im Polizeirevier wurde Emile auch sein Handy abgenommen. Dann wurde er an den Flughafen gebracht und dort wieder in Handschellen gelegt. Als er das Flugzeug betrat, sagte Emile laut, dass er nicht freiwillig nach Italien fliegen will. Daraufhin wurde ihm von den Polizeikräften gedroht, dass er ins Gefängnis müsse, wenn er nicht fliegt.

Der Pilot bot an, Emile ein Ticket nach Darmstadt zu kaufen. Denn mitnehmen wollte er ihn nicht.

Die Polizei hat Emile daraufhin wieder mitgenommen und ohne ein weiteres Wort am Darmstädter Hauptbahnhof abgesetzt. Seine noch gültige Aufenthaltsgestattung wurde ihm von der Polizei nicht wieder ausgehändigt.

In der ganzen Zeit konnten wir Emile nicht erreichen. Genauso wie  Fabrice wussten wir nicht, wie es Emile geht, wo er sich befand und wohin man sich wenden soll. Fabrice war verzweifelt und wir können ihm nicht helfen.
Nachdem man ihm sein Handy abgenommen hat, konnten weder sein Anwalt, noch seine Sozialarbeiter_innen oder wir Emile erreichen. Niemand konnte ihm raten, nicht in das Flugzeug zu steigen. Das hätten wir nämlich auf jeden Fall getan. Nur durch Emiles mutigen passiven Widerstand und das resolute Agieren des Piloten konnte diese Abschiebung abgewandt werden!

Alle Rainbow Refugees die wir betreuen und begleiten, kommen aus Ländern in denen sie wegen ihrer Homosexualität um ihre Sicherheit fürchten müssen. Wir wollen niemanden in ein solches Leben zurück gehen lassen. Eine Abschiebung nach Italien würde uns die Chance nehmen, uns mit unseren ohnehin geringen Handlungsmöglichkeiten für Emile einzusetzen.

Flucht ist kein Verbrechen

Und auch für uns stellt sich nun ein Gefühl der Hilflosigkeit ein. Dabei sind wir die, die Unterstützung und Halt bieten sollten.

Wir verurteilen die skandalöse Art und Weise, wie mit den Menschen verfahren wird, denen in ihren Herkunftsländern soziale Ächtung, Gefängnis und Tod drohen. Wir stellen uns gegen eine Asylpolitik, die vor allem auf Ablehnungsbescheide und Abschiebungen fokussiert ist, statt auf individuelle Schicksale und Fluchtursachen. Jeder Mensch, der Schutz in Deutschland sucht, verdient ein faires Verfahren, in dem er seine Fluchtgründe und seine persönliche Biografie darstellen kann. Egal woher er kommt und über welches Land er eingereist ist.

Wir verurteilen ebenso die überfallartigen Abschiebe-Kommandos, die Menschen in ihren Unterkünften aus den Betten holen und wie Kriminelle abführen.  Flucht ist kein Verbrechen!

Emile und Fabrice, zwei junge Männer von 23 und 22 Jahren haben als Paar eine gefährliche Flucht nach Europa auf sich genommen, die viele Menschen nicht überlebt haben. Sie sind mit einem Boot in Italien angekommen und haben es bis nach Deutschland geschafft, weil sie sich gegenseitig hatten. Auch in Darmstadt gab es nur Emile und Fabrice. Sie hatten nur sich.
Wir verurteilen das grausame Auseinanderreißen von Paaren und (Wahl-)Familien. Unsere Leute brauchen sich!

Uns bleibt keine Zeit, den Schock zu verarbeiten. Wir sind heute zum ersten Mal unmittelbar mit der Abschiebung eines von uns betreuten Rainbow Refugees konfrontiert.  Auch wenn Emile jetzt gerade wieder zurück gekommen ist, wissen wir, dass er jederzeit wieder abgeholt werden kann.

Wir stehen vergleichsweise hilflos da, können momentan weder Trost noch Rat bieten. Dabei ist auch das eine unserer wichtigsten Aufgaben als Rainbow Refugee Supporter.
Wir haben vor zwei Jahren begonnen, LSBT Geflüchtete in Darmstadt und Umgebung zu unterstützen. Wir sind fest entschlossen, alles dafür zu tun, dass unsere Leute bleiben können. Mit dem heutigen Tag noch mehr denn je!

Wir bitten alle, die wissen wie man hier konkret helfen kann, sich bei uns zu melden.

Kontakt:
Stefan Kräh
vielbunt e. V. | Rainbow Refugees Darmstadt

0176-62573994
stefan.kraeh@vielbunt.org

 

 

 

*  Namen geändert, um die Sicherheit der Betroffenen nicht zu gefährden.

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Die Berichterstattung über die Einführung des Gesetzes gegen die sogenannte „Homopropaganda“ in Russland und die mörderische Verfolgung von Schwulen in Tschetschenien waren für unsere Arbeit unheimlich wichtig, haben uns aufgerüttelt und zum Handeln motiviert. Ebenso zeigte sich hier, wie wichtig queer.de ist: Kaum eine Zeitung oder Online-Zeitung hat so frühzeitig und umfassend berichtet. Es kam uns wie eine Ewigkeit vor, bis nach der ersten queer.de-Meldung zur staatlich organisierten Schwulenermordung in Grosny auch die deutschsprachigen Mainstream-Medien berichteten.

Nun droht dem schon immer chronisch unterfinanzierten News-Portal die Zahlungsunfähigkeit. Genauso wie viele LGBT-Magazine in der Vergangenheit verschwunden sind, könnte auch queer.de dieses Schicksal ereilen, wenn ihnen niemand unter die Arme greift.
Die Vorstellung auch diese Onlinezeitung zu verlieren, hat uns alarmiert.
queer.de
Auch wenn der Untertitel „Zentralorgan der Homo-Lobby“ wahrscheinlich eher scherzhaft ist: das Redaktionsteam macht ihm alle Ehre. Gerade jetzt mit einer explizit LGBT-feindlichen Partei im Bundestag und vielen Landtagen muss die Community breit aufgestellt sein. Es braucht nicht nur aktivistische, sondern auch journalistische Arbeit.
Wir wollen auch weiterhin schnell und gut informiert sein, wir wollen dass queer.de weiter besteht und wir wollen unseren Teil dazu beitragen.
Deshalb ist vielbunt heute Abonnent_in von queer.de geworden.

Das hat nur fünf Minuten gedauert und fühlt sich extrem richtig an.

Wir hoffen, dass viele weitere Organisationen ebenfalls Abonnent_innen werden, wenn sie es nicht bereits sind. Viel mehr noch: Wir rufen sogar aktiv dazu auf. Schließt Abos ab! Wir brauchen queer.de und queer.de braucht jetzt auch uns.