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Schrill und Laut – Cocktopussy

Mit einem mehrdeutigen und dennoch eindimensionalen Motto begrüßen wir alle neuen (und volljährigen) Studis zur sexiesten und gleichzeitig einzigen Queer-Party der Stadt. Gewöhnt euch dran ihr Süßen, in nur wenigen Wochen werdet ihr beim Namen „Darmstadt“ nicht mehr schmunzeln und den perversen Stadtteil im Norden sowieso aus eurer inneren Landkarte gestrichen haben. Stattdessen wird Schrill und Laut euch mit genoppten Greifarmen in die Tiefen des Schlosskellers ziehen und euch eure Unschuld auf der Tanzfläche heraussaugen, wie Ursula die Meerhexe es einst mit Arielles Stimme tat, um Prinz Eric mit den eisblauen Augen und dem geil aufgeknöpften Hemd abzuschleppen. Tentakelt euch auf und tanzt zu den geilen Beats von DJ Käry! Lernt von End-Muräne Rosa Opossum (gespielt von Roger Moore), wie man es beim Flirten auf keinen Fall machen sollte. Releast euren inneren Kraken und gebt einer fremden Person was aus (Special Drink Kalmardos)!

Schrill und Laut – Cocktopussy
Freitag, 18.10.2019 // 23.00 Uhr
Schlosskeller Darmstadt
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Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt

vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt veranstalten am Samstag, dem 01.12.2018 zum siebten Mal gemeinsam eine etwas andere AIDS-Gala

Die Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt präsentiert bekannte Künstler_innen und neue Talente verschiedenster Genres für den guten Zweck im Queeren Zentrum.
Wie auch in den vergangenen Jahren organisieren vielbunt und die AIDS-Hilfe Darmstadt gemeinsam eine außergewöhnliche Spenden-Gala zum Welt-AIDS-Tag.

Die Veranstalter_innen bleiben dem alternativen Charakter der letzten Jahre treu: Professionelle Bands und Newcomer_innen wechseln sich im Programm ab und versprechen einen vielfältigen Abend für den guten Zweck. Verstörung, Verzauberung, Chic und Rebellion treffen an diesem Abend aufeinander. Nicht zuletzt verkörpert durch die schonungslose Moderatorin des Abends: Drag Queen und Polit-Tunte Rosa Opossum freut sich wieder auf ein volles Haus und ein wie immer spendables Publikum: „Menschen mit HIV sind in unserer Gesellschaft und auch in der Community unsichtbar. Wir wollen am Welt-AIDS-Tag Solidarität zeigen, in Form eines schönen Abends, vielfältiger Beiträge und vieler Spenden!“

Der Name ist Programm

Die Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt hat über die Jahre an vielen Locations in Darmstadt stattgefunden. Mit dem Queeren Zentrum ist sie 2018 wieder an einem kleineren Ort gelandet. Rosa Opossum erklärt hierzu: „Auf die Größe kommt es nicht an – die Technik muss stimmen! Vor allem, wenn man die kleinste Gala bleiben will, muss es eng und kuschelig sein! Diese Benefizgala bringt die Menschen wirklich zusammen.“
Die Veranstaltung bietet den Gästen einen abwechslungsreichen Abend und stellt sich gleichzeitig gegen die Stigmatisierung von Menschen die von HIV oder AIDS betroffen sind. Eine Infektion mit HIV bedeutet zu oft noch, dass Menschen an den Rand der Gesellschaft und in Armut gedrängt werden. Die eingenommenen Spenden werden unmittelbar für die Klientinnen und Klienten der AIDS-Hilfe Darmstadt eingesetzt: bei denen nämlich, die wirklich dringend Unterstützung benötigen.

Bühnenprogramm für den guten Zweck

Die Organisator_innen versprechen Live-Musik, Travestie, Kabarett und Anarchie für den guten Zweck: Sämtliche Gewinne der Veranstaltung kommen den Klient_innen der Aids-Hilfe Darmstadt e.V. zugute.

Die Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt findet am Welt-AIDS-Tag statt. Weltweit erinnern jährlich am 1. Dezember verschiedenste Organisationen an das Thema HIV/AIDS und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit HIV-Infizierten, an AIDS Erkrankten und den ihnen nahestehenden Menschen zu zeigen.

Siebtkleinste AIDS-Gala der Welt
01.12.2018 / 19.00 Uhr

Eintritt: gegen Spende
Queeres Zentrum (Kranichsteiner Str. 81, 64289 Darmstadt)
stefan.kraeh@vielbunt.org
Telefon vielbunt: 0176-62573994

 

Better together! – Integration in der Küche

+++ English Information Below +++

Bereits im letzten Jahr haben wir ein gemeinsames Kochprojekt von Darmstädter_innen und queeren Flüchtlingen aus Darmstadt durchgeführt!

Sehr gerne möchten wir das Projekt in diesem Jahr fortsetzen, allerdings sind wir dafür auf die Unterstützung freiwilliger Helfer_innen angewiesen. Geplant sind insgesamt vier Termine zwischen Juli und Dezember, jeweils samstagabends. Wir wollen uns von 18-21 Uhr zum gemeinsamen Kochen treffen, der Einkauf sowie die Rezeptauswahl soll von den Kochteams im Vorfeld zusammen organisiert werden. Im Mittelpunkt des Projekts steht das gemeinsame Kochen als Erlebnis , und dabei kommt ihr ins Spiel: Die Abende sollen von einer Gruppe aus Darmstädter_innen und Flüchtlingen mit Unterstützung des Jugendbildungsreferenten von vielbunt gemeinsam geplant und durchgeführt werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt; ob ein bisschen über den Tellerrand hinauskochen oder gleich eine kulinarische Weltreise zaubern, die Rezeptauswahl bleibt euch überlassen. Interessierte Gäste melden sich bei vielbunt an, so dass die Mengen für den Einkauf gut abgeschätzt werden können. Better together

In diesem Jahr möchten wir die Termine bereits frühzeitig festlegen, um besser planen und die Werbetrommel rühren zu können. Finanziell werden wir dabei wieder vom Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration unterstützt. Es fehlen uns allerdings noch Helfer_innen für die Umsetzung der einzelnen Termine. Wir möchten die Abende gerne in Absprache mit euch gemeinsam koordinieren. Wenn ihr euch also vorstellen könnt, einen der Termine gemeinsam mit anderen engagierten Menschen zu organisieren, tragt euch bis zum 13. Juni ein. Wir werden die Teams dann zusammenstellen und zeitnah über das Zustandekommen der Termine informieren. Weitere Informationen und Rückfragen können gerne direkt an oliver.delto@vielbunt.org (06151/9715632) gerichtet werden.

Hier geht es zum Formular für die Kochteams

Ergänzt werden soll das Kochprojekt in diesem Jahr von einem Café Internacional, das ab Juli jeden ersten Montag im Monat von 17-19 Uhr stattfinden wird. Mehr Informationen dazu folgen in Kürze.

+++ ENGLISH +++ ENGLISH +++ ENGLISH +++

Vielbunt wants to continue its kitchen-project from locals and refugees that has been initiated last year.

In order to be successful, we need the help of motivated volunteers. We are planning four events between July and December 2018 on a saturday evening. A group of volunteers can organize one of these evenings; choosing meals from different corners of the world, shopping groceries, decorate a living room in our Queer Center. People who want to take part in cooking, register via vielbunt, so that we can calculate what to buy and cook together as a group.

If you want to take responsibility in organizing an event together with other motivated volunteers, please register the formular until 13th of June. We want to set the dates as soon as possible in order to start advertising and make it easier to plan over the year. We will choose the four dates with the most volunteers to be realised. Every event will be accompanied by vielbunt’s employee. If you have any question or need more information about the project, contact oliver.delto@vielbunt.org (06151/9715632). You will get all the information about when and with whom the events will be organized in June.

This year, our cooking project is supposed to be accompanied by a Café Internacional that is supposed to take place every first Monday in a month from 5 pm to 7 pm. More information on that will follow.

We are looking forward to some awesome evenings!

You find the document here.

 

Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln des Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

Sam wurde nach Jamaika abgeschoben

Im vergangenen Winter ist ein 29-jähriger Mann aus Jamaika in der
Erstaufnahmeeinrichtung in Darmstadt gelandet. Er hat sein Heimatland verlassen müssen, weil der Karibikstaat eines der homofeindlichsten Länder der Erde ist. In Deutschland suchte er Schutz und hoffte auf ein freies Leben als schwuler Mann.

Kurz nachdem Sam* zu uns Kontakt aufgenommen hatte, wurde er auch schon wieder weiterverteilt. Aus der Erstaufnahme in Darmstadt erhielt er einen Transfer in die Nähe von Marburg. Wir konnten ihm Kontaktadressen in der Region nennen. Der Rainbow Refugee Support in Marburg hat ihn weiter betreut und begleitet. Zwar konnten wir Sam nicht mehr treffen, jedoch hielt er den Kontakt über Sprach- und Textnachrichten weiter aufrecht.
So haben wir auch schnell erfahren, dass sein Asylantrag abgelehnt wurde. Er hat sich juristischen Beistand geholt und gegen die Ablehnung geklagt.

Jamaika ist für Touristen der Himmel und für Schwule die Hölle

Wir haben ihm die Daumen gedrückt und auf eine positive Entscheidung des Verwaltungsgerichts gehofft. Dass Jamaika kein sicheres Land für Homosexuelle ist, ist durch zahlreiche Reports von Amnesty International, der US-Regierung und auch durch Hinweise des Auswärtigen Amts erwiesen. Immer wieder lesen wir Nachrichten von Überfällen und Mordanschlägen auf sexuelle
Minderheiten. Jamaikanische Sänger rufen in ihren Liedtexten und auf Konzerten dazu auf, Schwule zu jagen und zu verbrennen. Auch schwule Jamaikaner, die wir bisher in unserer Arbeit getroffen haben, haben gewalttätige und mörderische Angriffe überlebt oder ihnen nahestehende Menschen verloren. Ein Mann aus Kingston sagte uns: „Jamaika ist für Touristen der Himmel und für Schwule die Hölle.“

Mitte April wurde Sams Klage abgewiesen. Wir selbst haben das Urteil nicht gelesen, aber Sam hat uns angerufen und erzählt, dass das Gericht ihm nicht glaubte, als er die Situation von Homosexuellen in Jamaika geschildert hat. Man sagte ihm, er würde übertreiben.

Sam
Von der Polizei eingetretene Zimmertür

Seither verbrachte Sam die Tage und vor allem Nächte in ständiger
Anspannung. An einem Tag schickte er uns Fotos von der vollkommen demolierten Zimmertür seines Nachbarn, der ebenfalls aus Jamaika nach Deutschland geflüchtet war. Mitten in der Nacht sei die Polizei gekommen, um ihn für die Abschiebung abzuholen, hat dabei die Tür eingetreten und alle in Panik versetzt. Auch Sam wurde klar, dass es ihn ebenso jederzeit treffen konnte.

In einem Telefonat mit uns hat er irgendwann nicht mehr sprechen können und begonnen zu weinen. Minutenlang konnte auch unser ehrenamtlicher Supporter nichts mehr sagen. Es fehlten die Worte.

Im Hintergrund wurde derweil eiligst daran gearbeitet, die nächsten
rechtlichen Schritte zu gehen. Auch wir haben recherchiert und eine
Stellungnahme verfasst. Sam sollte in Deutschland bleiben.

Heute Vormittag um kurz nach 11 Uhr hat die Polizei Sam überraschend in der Gemeinschaftsunterkunft aufgesucht. Nichts hat zuvor darauf hingewiesen, dass er heute abgeschoben werden würde. Er hat keine Ausreiseaufforderung erhalten, er wusste nicht, dass er an diesem Tag zurück nach Jamaika gehen muss.
Noch während er notdürftig einige Sachen packte, hat er alle informiert, was gerade passiert Auch uns hat er geschrieben. Er hoffte, dass wir noch irgendetwas tun können. Während er mit einem Bus zum Frankfurter Flughafen gebracht wurde, reichte sein Anwalt neue Eilanträge bei Gericht ein, die die bevorstehende Abschiebung am Nachmittag vielleicht noch abwenden könnten. Wir haben ihn daran erinnert, wie der Abschiebeversuch von Emile verlaufen ist. Auch die Flughafenseelsorge wurde vom Rainbow Refugee Support  in Marburg informiert. Wenigstens sollte der Vorgang beobachtet werden, wenn den Flüchtlingshelfer_innen schon die Hände gebunden waren.

Ich kann nicht zurück nach Jamaika gehen

Sam saß alleine im Bus auf dem Weg zum Flughafen und fragte per
Textnachricht, was nun passieren wird. Er sagte: Ich kann nicht zurück nach Jamaika gehen. Eine ewige Stunde lang haben wir nichts von ihm gehört. Das nächste Mal meldete Sam sich aus dem Flugzeug. Er hat es nicht geschafft, sich bemerkbar zu machen. Er konnte niemandem um ihn herum bitten, ihm zu helfen. Die Resignation und Hilflosigkeit hat ihn gehindert, die letzte, wenn auch kleine Chance zu nutzen, seine Abschiebung doch noch zu verhindern.

Wir sind sicher, dass über seinen Fall in der folgenden Instanz positiv beschieden worden wäre, hätte man ihn nicht vorher eiligst abgeschoben . Wir beobachten in der letzten Zeit eine rasante Beschleunigung der Verfahren. Sobald es zu Ablehnungen kommt, werden Menschen innerhalb kürzester Zeit ohne Vorwarnung abgeholt und zum Flughafen gebracht. Wo zuvor noch Monate Zeit waren, sich auf Klageverfahren vorzubereiten, die dann letztendlich auch erfolgreich waren, werden abgelehnte Asylsuchende mittlerweile innerhalb kürzester Zeit abgeschoben.  Niemand kann innerhalb weniger Tage  neue Hinweise und Argumente recherchieren, die dann letztendlich zu einer positiven Entscheidung führen.

Hier erkennen wir ein System, das vor allem darauf setzt, Ablehnungen schnell durchzuziehen und Menschen in gefährliche Länder und Regionen zurückzuschicken, bevor sich sich gegen das Unrecht das gesprochen wurde zur Wehr setzen können.

Ständig werden mit Leistungskürzungen, nicht versandten Ausreiseaufforderungen, Hausarrest und solchen überfallartigen Abschiebeaktionen neue Formen gesucht, asylsuchende Menschen eine faire Behandlung zu verwehren und sie so schnell es geht abzuschieben. Wir verurteilen diese Asylpolitik, die sich uns vor allem als Abschiebepolitik darstellt. Die in allen Aspekten schwache Position Geflüchteter in Deutschland wird ausgenutzt, um Akten schnell zu schließen. Dass Schutzbedürftige in diesem in unseren Augen unrechten Vorgehen ihrem Schicksal überlassen werden, ist für uns ein beschämender und skandalöser Vorgang.

Heute Nachmittag um 14.30 Uhr ist ein Flugzeug von Frankfurt nach Jamaika gestartet. Ein schwuler Mann sitzt darin, auf dem Weg in homofeindlichste Land der Karibik. Wir fragen uns, wie Behörden und Gerichte eine solche Entscheidung treffen können.

Wir versuchen weiter Kontakt zu Sam zu halten und ihn von hier aus zu unterstützen. Da das für uns der erste Fall einer vollzogenen Abschiebung ist, müssen wir nun zunächst herausfinden was wir tun können. Aber wir bleiben dran.

Wir sind weiter entschlossen, geflüchteten Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans* mit allen Mitteln zu helfen.
Ihre Herkunftsländer sind nicht sicher, ihre Abschiebungen sind Unrecht.

 

*Wir haben den Namen geändert

IDAHOBIT 2018 in Darmstadt

Auch in diesem Jahr wollen wir den 17. Mai als Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit (IDAHOBIT) mit einer Kundgebung in der Innenstadt begehen.

Während sich die Situation sexueller Minderheiten in Deutschland gerade in letzter Zeit spürbar verbessert hat und man auf den sommerlichen CSD-Demonstrationen oft gerne positive Bilder vermitteln will, wollen wir bei unserer Demonstration am IDAHOBIT auf Missstände hinweisen und die Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Intersexuellen und Trans* thematisieren.

Auch in diesem Jahr steht der IDAHOBIT unter einem Thema, das die Community in Darmstadt besonders beschäftigt. Angesichts der wachsenden Zahl an abgelehnten Asylanträgen von verfolgten LSBTI Geflüchteten und jüngster Versuche, einzelne von ihnen unvermittelt abzuschieben, konzentrieren sich die Kundgebungsbeiträge dieses Jahr auf Rainbow Refugees und internationale LSBTI-Verfolgung.

Wir wollen gemeinsam mit allen Unterstützer_innen auf dem Luisenplatz für eine weltoffene Gesellschaft und ein Ende der Verfolgung sexueller Minderheiten demonstrieren.

Wir rufen alle trans*, lesbischen, bisexuellen, inter*, schwulen, queeren und heterosexuellen Menschen auf, ein sichtbares und hörbares Zeichen gegen Diskriminierung sexueller Minderheiten und Rassismus zu setzen und am 17. Mai um 17.30 Uhr zum Darmstädter Luisenplatz zu kommen.

Sagt es auch euren Freund_innen, Bekannten und Familienmitgliedern weiter!

Hier geht es zur Veranstaltung bei Facebook! Teilnehmen und Leute einladen!

Und weil es mittlerweile Tradition hat:
Nach den Redebeiträgen werden wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, traditionell einen schmissigen Hit abzuspielen, zu dem man sich umarmen, küssen, die Hand geben oder freundlich zunicken kann.

Schrill und Laut – Domina Day

Jahrelang hielt uns Linda de Mol mit ihrer Weltrekord-Sendung um die gefallenen Steine fest im Griff. Sie war erst zufrieden, wenn auch der letzte umgekippt war und die europäische Öffentlichkeit mit einem wohligen Gefühl der absoluten Befriedigung wieder in die Sofalehne sinken konnte. Es folgten Champagnerduschen und ein Schnaps für die Nerven.
Was viele nicht wussten: Während der ganzen Live-Sendung hatte die beliebte Moderatorin stets Lack- und Leder-Wäsche unter ihrem schickem Blazer und soll auch im Vorfeld laut peitschend durch die Halle gegangen sein, damit die auf dem BodenDomina Day kauernden Sklaven ihr die Stiefel sauber lecken.

20 Jahre später legen wir das Großereignis wieder neu auf und erzählen die wahre Geschichte: Beim Domina Day wird bestraft wer zu früh wackelt und wer von Anastacia oder Kylie angetippt wird, wird eine Kettenreaktion auslösen . Außerdem gibts Dominanzgesten von der Aorta des Abends Rosa Opossum und Hausverbot für Frauke Ludowig.

Achtung: Es ist wieder Pfingsten! Da ist unsere Party traditionell am Kult-Sonntag!

Schrill und Laut – Domina Day
Sonntag, 20.05.2018
Schlosskeller Darmstadt

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Patrick Angus – Proseccoführung im Museum Bensheim

Patrick Angus wurde 1953 in Hollywood geboren. Die Konventionsbrüche und experimentellen neuen Lebensstile der 60er und 70er Jahre boten dem jungen schwulen Maler nie zuvor dagewesene Identifikationsfiguren. Besonders fasziniert war er von den Arbeiten David Hockneys, der die glamouröse Seite des schwulen Lebens darstellte. Doch die Realität, die Patrick Angus erfährt, war nicht vergleichbar mit den Vorstellungen, die Hockneys Bilder vermittelten.

Patrick Angus
Angus Self Portrait, 1992, Galerie Thomas Fuchs © Douglas Turnbaugh

Patrick Angus malte das, was er sah: intime Porträts von Freunden und Familie, zahlreiche Selbstporträts mit Variationen des stets gleichen durchdringenden Blick, die Landschaften und Städte, von denen er sich umgeben findet und immer wieder Szenen aus der schwulen Subkultur in New York City.

Das Museum Bensheim zeigt rund 50 bedeutende Arbeiten von Patrick Angus – erstmals in einer Kleinstadt.  Wir freuen uns sehr über diese Ausstellung und wollen gemeinsam zur einer Proseccoführung nach Bensheim fahren.

Das Museum Bensheim lädt am Samstag, den 26.05.2018 um 15.30 Uhr zu einer Führung durch die Ausstellung ein. Im Anschluss kann man sich bei einem Glas Prosecco über vielbunt e.v. und das queere Leben in Südhessen informieren.
Begrenzte Teilnehmendenzahl. Ticket: 5 € / ermäßigt 3 €
Um Anmeldung unter museum@bensheim.de oder
Telefon 06251/ 847865 wird gebeten.

Für eine gemeinsame Anreise ab Darmstadt Hauptbahnhof empfehlen wir die Regionalbahn um 14.30 Uhr (Gleis 10).

Wer mit vielbunt zu der Prosecco-Führung kommen will, kann sich bei uns anmelden (bitte schnell melden):
oliver.delto@vielbunt.org
Telefon: +49 (0) 6151 9715632

 

Emile soll nicht abgeschoben werden!

Am heutigen Montag, den 26. März wurde ein von uns betreuter schwuler Mann aus Nigeria überraschend von der Polizei aus der Darmstädter Erstaufnahme mitgenommen und zur Abschiebung geführt. Über mehrere Stunden wussten weder wir noch sein Partner, mit dem er gemeinsam die Flucht nach Europa angetreten hatte, wo er sich befindet, wohin er gebracht wird und wie es ihm ging.

In Nigeria ist Homosexualität illegal. Das Strafgesetz sieht eine Gefängnisstrafe von bis zu 14 Jahren vor, in den nördlichen Bundesstaaten droht mit der Schari’a zudem die Todesstrafe (Tod durch Steinigung).  Selbst die Betätigung in Gruppen, die sich für Gay Rights oder HIV-Prävention einsetzen, wird mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft. Amnesty International berichtet, dass im Sommer letzten Jahres 42 Personen verhaftet wurden, weil sie bei einem HIV-Interventionsprogramm teilgenommen haben. Die Betroffenen wurden nicht nur durch die Behörden bestraft, sondern auch von der Polizei den Medien vorgeführt. Diese öffentliche Bloßstellung kommt einer Freigabe zum Abschuss gleich. Die nigerianische  Bevölkerung ist extrem homofeindlich eingestellt und sieht sich nicht zuletzt durch staatliche und religöse Ächtung sexueller Minderheiten zur Lynchjustiz berechtigt.

Da sie diese Zustände nicht mehr aushalten konnten, sind Fabrice und Emile* aus Nigeria geflüchtet. Sie haben sich als Paar entschieden, ihre Heimat zu verlassen, um in Deutschland frei und sicher leben zu können. Sie wünschten sich ein Leben, in dem man sie für ihre Liebe weder verachtet, noch einsperrt oder tötet. emile

Die beiden jungen Männer sind im Winter in Darmstadt angekommen und haben sich sofort bei vielbunt gemeldet.  In mehreren Treffen konnten wir sie kennenlernen, ihnen beim Ankommen in Darmstadt weiterhelfen. Bei Unsicherheiten standen wir ihnen zur Seite und so manche Ängste konnten wir ihnen nehmen. Auch wenn sie sich gerade erst in der Erstaufnahmeeinrichtung befanden, haben wir dennoch sehr gehofft, dass ihre Anhörung zu einem positiven Ergebnis führt und beide in Deutschland, bestenfalls bei uns in Darmstadt bleiben können. vielbunt hat seit 2015 sehr viele LSBT Geflüchtete und deren Schicksale kennengelernt. Dennoch ist die Aussicht darauf, dass Menschen in Länder abgeschoben werden, in denen sie keine Zukunft haben und um ihre Sicherheit bangen müssen, für uns jedes Mal schockierend.

Die Polizei kam um 5.00 Uhr morgens

Ebenso erschreckend ist die Art und Weise, wie im Asylverfahren mit Geflüchteten insgesamt und LSBT Geflüchteten im Speziellen umgegangen wird.  Emile und Fabrice haben, kaum in Deutschland angekommen, sofort einen Ablehnungsbescheid erhalten. Eine Darstellung ihrer Fluchtgründe und ihrer individuellen Biografien war nicht möglich. Die Tatsache, dass sie als Schwule besonderer Verfolgung ausgesetzt sind, wurde schlicht nicht berücksichtigt.  Die beiden mussten sich einen Anwalt nehmen und sofort Widerspruch gegen diese pauschale und ungerechtfertigte Ablehnung einlegen.

Heute früh um 5.00 Uhr kamen insgesamt vier Polizeibeamte in die Erstaufnahmeeinrichtung in Darmstadt um Emile abzuholen. Sie klopften an und betraten ohne abzuwarten das Zimmer. Sie fragten, wer von den Anwesenden Emile sei und teilten ihm mit dass er unverzüglich nach Italien abgeschoben wird. Er hatte zwei Minuten Zeit, um seine Sachen zusammenzusuchen. Ihm wurde nicht erlaubt, sich von seinem Partner Fabrice zu verabschieden. Ihm wurde auch zunächst nicht gestattet, seinen Anwalt zu kontaktieren. Dann ging es weiter zum Polizeirevier Darmstadt. Bevor er das Gebäude betreten durfte, wurden Emile Handschellen angelegt. Auch im Polizeirevier war er die ganze Zeit an einen Stuhl gefesselt. Hier wurde ihm dann gestattet, seinen Anwalt anzurufen, den er um diese Uhrzeit nicht erreichen konnte. Im Polizeirevier wurde Emile auch sein Handy abgenommen. Dann wurde er an den Flughafen gebracht und dort wieder in Handschellen gelegt. Als er das Flugzeug betrat, sagte Emile laut, dass er nicht freiwillig nach Italien fliegen will. Daraufhin wurde ihm von den Polizeikräften gedroht, dass er ins Gefängnis müsse, wenn er nicht fliegt.

Der Pilot bot an, Emile ein Ticket nach Darmstadt zu kaufen. Denn mitnehmen wollte er ihn nicht.

Die Polizei hat Emile daraufhin wieder mitgenommen und ohne ein weiteres Wort am Darmstädter Hauptbahnhof abgesetzt. Seine noch gültige Aufenthaltsgestattung wurde ihm von der Polizei nicht wieder ausgehändigt.

In der ganzen Zeit konnten wir Emile nicht erreichen. Genauso wie  Fabrice wussten wir nicht, wie es Emile geht, wo er sich befand und wohin man sich wenden soll. Fabrice war verzweifelt und wir können ihm nicht helfen.
Nachdem man ihm sein Handy abgenommen hat, konnten weder sein Anwalt, noch seine Sozialarbeiter_innen oder wir Emile erreichen. Niemand konnte ihm raten, nicht in das Flugzeug zu steigen. Das hätten wir nämlich auf jeden Fall getan. Nur durch Emiles mutigen passiven Widerstand und das resolute Agieren des Piloten konnte diese Abschiebung abgewandt werden!

Alle Rainbow Refugees die wir betreuen und begleiten, kommen aus Ländern in denen sie wegen ihrer Homosexualität um ihre Sicherheit fürchten müssen. Wir wollen niemanden in ein solches Leben zurück gehen lassen. Eine Abschiebung nach Italien würde uns die Chance nehmen, uns mit unseren ohnehin geringen Handlungsmöglichkeiten für Emile einzusetzen.

Flucht ist kein Verbrechen

Und auch für uns stellt sich nun ein Gefühl der Hilflosigkeit ein. Dabei sind wir die, die Unterstützung und Halt bieten sollten.

Wir verurteilen die skandalöse Art und Weise, wie mit den Menschen verfahren wird, denen in ihren Herkunftsländern soziale Ächtung, Gefängnis und Tod drohen. Wir stellen uns gegen eine Asylpolitik, die vor allem auf Ablehnungsbescheide und Abschiebungen fokussiert ist, statt auf individuelle Schicksale und Fluchtursachen. Jeder Mensch, der Schutz in Deutschland sucht, verdient ein faires Verfahren, in dem er seine Fluchtgründe und seine persönliche Biografie darstellen kann. Egal woher er kommt und über welches Land er eingereist ist.

Wir verurteilen ebenso die überfallartigen Abschiebe-Kommandos, die Menschen in ihren Unterkünften aus den Betten holen und wie Kriminelle abführen.  Flucht ist kein Verbrechen!

Emile und Fabrice, zwei junge Männer von 23 und 22 Jahren haben als Paar eine gefährliche Flucht nach Europa auf sich genommen, die viele Menschen nicht überlebt haben. Sie sind mit einem Boot in Italien angekommen und haben es bis nach Deutschland geschafft, weil sie sich gegenseitig hatten. Auch in Darmstadt gab es nur Emile und Fabrice. Sie hatten nur sich.
Wir verurteilen das grausame Auseinanderreißen von Paaren und (Wahl-)Familien. Unsere Leute brauchen sich!

Uns bleibt keine Zeit, den Schock zu verarbeiten. Wir sind heute zum ersten Mal unmittelbar mit der Abschiebung eines von uns betreuten Rainbow Refugees konfrontiert.  Auch wenn Emile jetzt gerade wieder zurück gekommen ist, wissen wir, dass er jederzeit wieder abgeholt werden kann.

Wir stehen vergleichsweise hilflos da, können momentan weder Trost noch Rat bieten. Dabei ist auch das eine unserer wichtigsten Aufgaben als Rainbow Refugee Supporter.
Wir haben vor zwei Jahren begonnen, LSBT Geflüchtete in Darmstadt und Umgebung zu unterstützen. Wir sind fest entschlossen, alles dafür zu tun, dass unsere Leute bleiben können. Mit dem heutigen Tag noch mehr denn je!

Wir bitten alle, die wissen wie man hier konkret helfen kann, sich bei uns zu melden.

Kontakt:
Stefan Kräh
vielbunt e. V. | Rainbow Refugees Darmstadt

0176-62573994
stefan.kraeh@vielbunt.org

 

 

 

*  Namen geändert, um die Sicherheit der Betroffenen nicht zu gefährden.

Schrill und Laut – Elektroschwule

Zehn Jahre lang hat eine Partyreihe die Stadt und ihre Menschen in ihren Bann gezogen. Zehn Jahre lang sind wir einmal im Monat zu Doris und Emma gelaufen und haben getanzt bis wir nicht mehr konnten. Die Elektroschule war vom ersten Schultag 2007 bis zur Abschlussprüfung 2017 eine Bildungsinstitution des Nachtlebens und DontCanDJ die besten Lehrerinnen der Welt.
Elektroschwule
Als die schöne Elektroschulzeit vorbei war, flossen Tränen (und Pfeffi). Wohin gehen wir nun? Wie geht es weiter? Wie sieht unsere Zukunft aus?

Schön, dass es auch nach dem Abschluss nie ganz vorbei ist und es immer die Chance gibt, die guten alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Zum Beispiel bei einem Klassentreffen.

Deshalb haben wir DontCanDJ ein Angebot unterbreitet, das sie hätten ablehnen können. Aber auch sie dürstet nach einem one night revival und sie haben zugesagt, exklusiv für euch und uns den Sonder-Abendunterricht zu halten.
Kommt zahlreich und seid fleißig bei Schrill und Laut Elektroschwule mit DontCanDJ, einer beschwipsten Schwulleitung und garantiert ohne Einträge ins Klassenbuch.
Schrill und Laut – Elektroschwule
Freitag, 16.02.2017 // 22.00 Uhr
Schlosskeller Darmstadt
Hier geht es zum Event bei Facebook! Teilnehmen und Leute einladen!

Wir sind Abonnent von queer.de geworden

Queer.de liefert seit 15 Jahren bundesweite und internationale Nachrichten aus Szene, Kultur und Politik.
Für uns ist queer.de eine der wichtigsten Nachrichtenquellen überhaupt.

Die Redakteure beobachten Debatten im Bundestag ebenso wie die Umtriebe der sogenannten „Demo für Alle“. Wenn Parlamentsabstimmungen zu LGBT-Themen anstanden, wussten wir das als erstes von queer.de, wenn unsere Gegner_innen wieder eine Beleidigung von sich gegeben haben, oder neurechte Vereinigungen Aufmärsche organisieren,  können wir das Nötige dazu mit Sicherheit auf queer.de lesen.
Die Berichterstattung über die Einführung des Gesetzes gegen die sogenannte „Homopropaganda“ in Russland und die mörderische Verfolgung von Schwulen in Tschetschenien waren für unsere Arbeit unheimlich wichtig, haben uns aufgerüttelt und zum Handeln motiviert. Ebenso zeigte sich hier, wie wichtig queer.de ist: Kaum eine Zeitung oder Online-Zeitung hat so frühzeitig und umfassend berichtet. Es kam uns wie eine Ewigkeit vor, bis nach der ersten queer.de-Meldung zur staatlich organisierten Schwulenermordung in Grosny auch die deutschsprachigen Mainstream-Medien berichteten.

Nun droht dem schon immer chronisch unterfinanzierten News-Portal die Zahlungsunfähigkeit. Genauso wie viele LGBT-Magazine in der Vergangenheit verschwunden sind, könnte auch queer.de dieses Schicksal ereilen, wenn ihnen niemand unter die Arme greift.
Die Vorstellung auch diese Onlinezeitung zu verlieren, hat uns alarmiert.
queer.de
Auch wenn der Untertitel „Zentralorgan der Homo-Lobby“ wahrscheinlich eher scherzhaft ist: das Redaktionsteam macht ihm alle Ehre. Gerade jetzt mit einer explizit LGBT-feindlichen Partei im Bundestag und vielen Landtagen muss die Community breit aufgestellt sein. Es braucht nicht nur aktivistische, sondern auch journalistische Arbeit.
Wir wollen auch weiterhin schnell und gut informiert sein, wir wollen dass queer.de weiter besteht und wir wollen unseren Teil dazu beitragen.
Deshalb ist vielbunt heute Abonnent_in von queer.de geworden.

Das hat nur fünf Minuten gedauert und fühlt sich extrem richtig an.

Wir hoffen, dass viele weitere Organisationen ebenfalls Abonnent_innen werden, wenn sie es nicht bereits sind. Viel mehr noch: Wir rufen sogar aktiv dazu auf. Schließt Abos ab! Wir brauchen queer.de und queer.de braucht jetzt auch uns.