TALK: Wie gelingen Menschenrechte? Queerfeindlichkeit in Mittel- und Osteuropa (in Englisch)

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+++Teilnahme nur mit Anmeldung+++

Die Rechte queerer Menschen geraten auch innerhalb von Europa wieder stärker unter Druck. Besonders in Mittel- und Osteuropa kann man dies beobachten. In Ungarn ist es für trans* und inter* Menschen seit März 2020 verboten den Geschlechtseintrag in amtlichen Dokumenten zu ändern. Die rechtsnationale Regierung hat ein entsprechendes Gesetz durchgebracht und geschlechtlichen Minderheiten ihre Rechte genommen.

In Polen wurden seit März 2019 in Städten, Gemeinden, Landkreisen und Provinzen Erklärungen gegen queere Menschen beschlossen und über 50 sogenannte LSBT-freie Zonen ausgerufen.

Die autoritären postsowjetischen Regime benutzen Queerfeindlichkeit, um ihre politischen Ziele zu erreichen. In Russland gilt seit 2012 das Gesetzt “gegen Homopropaganda”, das faktisch jede positive Äußerung über LSBT-Menschen verbietet während die Polizei bei Gewalt gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten wegschaut. Besonders in den Regionen Russlands, wo eine deutliche muslimische Mehrheit wohnt, sind queere Menschen von Gewalt bedroht.

In Belarus gibt es kein gesetzliches Verbot von Homosexualität – das Lukaschenko-Regime unterdrückt aber die LSBT-Bewegung öffentlich: Queere Menschen erfahren polizeiliche Verfolgung und die Regierung äußert sich homo- und transfeindlich. Auch in der Ukraine fehlt ein wirksamer Schutz von queeren Minderheiten vor der Gewalt religiöser und rechtsradikaler Gruppen.

Mit dieser Veranstaltung wollen wir Betroffene und Aktivist_innen zu Wort kommen lassen und erörtern, wie Menschenrechte für LSBT-Personen gesichert werden können.

Moderiert wird die Veranstaltung von Wanja Kilber und Tats* von Quarteera e.V.

Unsere Gäste

Ivett Ördög ist eine ungarische Software-Ingenieurin und Trans-Aktivistin. Beruflich und um über Trans-Rechte in Ungarn aufzuklären ist sie schon oft in die Öffentlichkeit getreten und hat u.a. den ersten Trans-Pride-March in Budapest mitorganisiert. Ivett lebt mittlerweile in Berlin.

Daryna Dmytriievska arbeitet als Ärztin in Kiew und engagiert sich für die Aufklärung um LSBT+-Themen in der Ukraine. Darina setzt sich auch konkret für die medizinische Versorgung von LSBT+-Personen in der Ukraine ein und unterrichtet Kolleg*innen u.a. über die medizinischen Bedarfe von Trans-Personen.

Konstantin Tschernow ist der Koordinator der LSBT+-Initiative “Novyja Rehijony (Neue Regionen) in Mahiljou, Belarus. Außerdem organisierte er das Festival “NE VINOVATA” (Nicht ihre Schuld) mit, das Opfer von häuslicher Gewalt unterstützt. Während der Proteste gegen das Lukaschenko-Regime musste er das Land verlassen.

Rasmus Andresen ist Mitglied des Europäischen Parlaments für die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Neben Klimaschutz und Digitalpolitik hat er sich auch den Schutz von Minderheiten auf die Fahne geschrieben. Er ist zudem Teil der LGBTI Intergroup des Europäischen Parlaments.

Wanja Kilber ist Mitbegründer des Quarteera e.V., der russischsprachige LSBT+-Personen in Deutschland vertritt. Mit seiner Arbeit bei Quarteera hilft er Flüchtlingen aus Russland und klärt über die Situation von queeren Menschen auf.

Tats* (oder Tati) hat vor kurzem ihren MA in angewandter Sexualwissenschaft abgeschlossen. Sie engagiert sich für Frauenrechte, LGBT-Rechte, Aufklärung zum Thema Sexualität unter Jugendlichen und Erwachsenen. Sie ist bei Quarteera e.V. ehrenamtlich aktiv.

Eckdaten

Datum und Zeit: 3. November // 19 bis 20.30 Uhr

Ort: Online-Talk in Zoom, die Zugangsdaten werden allen Teilnehmer_innen rechtzeitig per Mail zugeschickt.

Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich. Bitte meldet euch bis zum 03.11.2020 (15 Uhr) hier an: Anmeldeformular

https://forms.gle/nViukQ9Phmfr1DCD8

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Gefördert durch die Antidiskriminierungsstelle im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI).

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ENGLISH VERSION

+++Participation upon registration only+++

Talk: How do you gain Human Rights?

Queerphobia in Central and Eastern Europe

The rights of queer people in Europe come more and more under pressure. This can especially be witnessed in Central and Eastern Europe. Since March 2020, it is forbidden for trans* and inter* people in Hungary to change their registered gender in official documents. The right-wing nationalist government has enacted a corresponding law and stripped gender minorities of their rights.

Since March 2019, cities, municipalities, counties, and provinces in Poland have issued declarations against queer people and over 50 of them are declared so-called LGBT-free Zones.

The authoritarian post-Soviet regimes use queerphobia to reach their political goals. Since 2012 the “anti-Homopropaganda” law has been in force in Russia, which prohibits every positive statement about LGBT-people. At the same time, the police look the other way when it comes to violence against sexual and gender minorities. Especially in regions with a greater share of the Muslim population, queer people are threatened with violence.

Homosexuality is not legally forbidden in Belarus – but the Lukashenko regime publicly suppresses the LGBT-movement: Queer people experience persecution by the police and the government regularly expresses homo- and transphobia. In Ukraine effective measures to protect queer minorities against violence from religious or right-wing groups is also missing.

With this event we want to hear from queer people and activists from these regions and discuss how we can ensure human rights for LGBT+ people.

The event will be moderated by Wanja Kilber and Tats* from Quarteera e.V.

Our guests

Ivett Ördög is a Hungarian software engineer and trans activist. She has showcased her work and activism on multiple occasions, especially when she co-organized the first Trans Pride March in Budapest. Ivett now lives in Berlin.

Daryna Dmytriievska is a general practitioner in Kyiv and educates about LGBT+-related topics in Ukraine. Darina campaigns for the access of LGBT+ people to medical help and teaches her colleagues about the medical needs of trans people.

Konstantin Chernov is the coordinator of the LGBT+ initiative „Novyja Rehijony“ („New Regions“) in Mogilev, Belarus. He also organized the festifal „NE VINOVATA“ („NOT HER FAULT“), which supports women who were victims of domestic violence. During the protests against the Lukashenko Regime he had to flee the country.

Rasmus Andresen is a Member of the European Parliament for the party Bündnis 90/Die Grünen. His interests lie in the fields of climate protection, digital politics, and the protection of minorities. He is also part of the LGBTI Intergroup of the European Parliament.

Wanja Kilber is the co-founder of Quarteera e.V., which represents russian speaking people in Germany. With his commitment to Quarteera he is helping refugees from Russia and edcates the public about the situation of queer people.

Tats (or Tati) has recently finished her Master of Arts in applied sexual studies. She is involved in the topics of women’s rights, rights of LGBT, sexual education for youth and adults. She volunteers at Quarteera e.V..

Info

Date and time: 3rd of November // 7 to 8.30 p.m.

Location: Online-event via zoom, participants will receive the invite link per e-mail

Registration: Participation is free of charge, participation upon registration only, please register until 03 of November 2020 (3.00 p.m.) here: registration form

https://forms.gle/nViukQ9Phmfr1DCD8

The event will be held in English.

The event is funded by the Antidiskriminierungsstelle im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI).